Unser Engagement in der Ukraine
Gemeinsam mit dem Ukrainischen Roten Kreuz setzt sich das Schweizerische Rote Kreuz für den Ausbau von Luftschutzräumen in Cherson und Sumy ein. Im Westen des Landes unterstützt es Binnenvertriebene bei der beruflichen Wiedereingliederung. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Begleitung älterer Menschen. Ausserdem stärkt es seine Schwestergesellschaft, insbesondere in der Mittelbeschaffung.
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) ist seit 2017 in der Ukraine tätig. Nach der Eskalation des Konflikts vor mehr als vier Jahren hat es sein Engagement an der Seite des Ukrainischen Roten Kreuzes (URK) ausgebaut und angepasst, um Nothilfe zu leisten. Es unterstützt Binnenvertriebene und besonders Verletzliche. Besonders wichtig ist dem SRK die Stärkung seiner ukrainischen Schwestergesellschaft.
Nach acht Jahren Konflikt an der Ostgrenze der Ukraine ist die Lage am 24. Februar 2022 eskaliert. Diese Eskalation betraf die gesamte Landesbevölkerung. Seitdem flüchten Millionen Menschen vor den Feindseligkeiten und Zerstörungen. Drohnenangriffe und Bombardierungen trafen lebenswichtige Infrastrukturen wie Spitäler und Kraftwerke. Die Strom- und Wärmeversorgung wurde landesweit beeinträchtigt, insbesondere Anfang 2026. Damals herrschte ein besonders strenger Winter mit Aussentemperaturen von bis zu -20 Grad.
Zahlreiche Männer mussten an die Front. Fast jede Familie hat Angehörige oder Freunde verloren oder nichts mehr von ihnen gehört.
Unsere Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Roten Kreuz verbindet Krisenhilfe mit sozialen Programmen, die Menschen langfristig unterstützen und ihre Widerstandskraft stärken.
Lukas Fiechter, Programmbeauftragter für die Ukraine
So engagiert sich das SRK in der Ukraine
Das SRK unterstützt die Nothilfe des Ukrainischen Roten Kreuzes für die vom Konflikt betroffene Zivilbevölkerung in der Region Cherson und Sumy nahe der Front.
In den ersten Jahren leistete das SRK Nothilfe in Form von Bargeld und Gutscheinen für Menschen, die in die Westukraine geflüchtet waren. Ausserdem unterstützte es die Renovation von Gesundheitseinrichtungen, zum Beispiel mit der Reparatur von Dächern und Luftschutzräumen oder Arbeiten am Strom- und Wassernetz.
In den Regionen Iwano-Frankiwsk, Ternopil und Kirowohrad hilft das SRK geflüchteten Menschen bei der beruflichen Wiedereingliederung und beim Wiederaufbau einer Lebensgrundlage.
Hilfe im Winter 2026
Die Energieinfrastruktur wurde bereits zu Beginn des Konflikts zur Zielscheibe. Anfang 2026 waren landesweit Hunderttausende Menschen ohne Strom, Heizung und Wasser, und das bei winterlichen Temperaturen von bis zu -20 Grad.
Das Schweizerische Rote Kreuz baute daraufhin seine Hilfe für die Ukraine weiter aus. Es unterstützte das Ukrainische Rote Kreuz dabei, beheizte Räume und mobile Stromquellen bereitzustellen, warme Mahlzeiten zu verteilen und besonders verletzliche Menschen zu versorgen. Konkret stellte das lokale Rote Kreuz Heizzelte bereit, wo sich die Menschen aufwärmen und ihre Handys laden konnten, um mit Angehörigen in Kontakt zu bleiben. Dort erhielten sie auch Hilfe von Rotkreuz-Freiwilligen. In der Nähe richtete das URK mobile Küchen ein, die warme Mahlzeiten ausgaben.
Betagte, mobilitätseingeschränkte Menschen und Familien mit kleinen Kindern leiden am stärksten unter der Kälte und Dunkelheit. Lange Stromausfälle gefährden ihre Sicherheit und Gesundheit unmittelbar. Wer sich nicht zu einem Heizzelt begeben konnte, wurde vom Roten Kreuz zuhause mit Decken, Heizkörpern und Powerbanks versorgt.
Hauspflegedienste für ältere und beeinträchtigte Menschen
Der Hauspflegedienst des Ukrainischen Roten Kreuzes betreut regelmässig rund 8000 Menschen mit besonderen Bedürfnissen, vor allem alleinlebende ältere Personen oder Menschen mit einer Behinderung. Die Rotkreuz-Haushalthilfen begleiten sie im Alltag und sind ihnen eine unentbehrliche Stütze. Sie kochen, helfen im Haushalt, erledigen den Einkauf, vereinbaren Arzttermine oder messen den Blutdruck. Daneben lesen sie den betreuten Personen vor, leisten ihnen Gesellschaft und dienen als wichtige Bezugspersonen.
In der kältesten Zeit des Jahres versorgten die Rotkreuz-Teams ausserdem mobilitätseingeschränkte Personen, die sich nicht zu den Heizzelten begeben konnten, zuhause mit Hygieneartikeln, Decken, Heizkörpern und Powerbanks.
Das SRK unterstützt den Hauspflegedienst des Ukrainischen Roten Kreuzes seit 2017. Es stärkt seine Schwestergesellschaft in konzeptueller und strategischer Hinsicht, damit sie diese Dienstleistung auch in Zukunft anbieten kann.
Nachhaltige Leistungen fördern
Die beiden Rotkreuz-Gesellschaften arbeiten gemeinsam an der Stärkung des Ukrainischen Roten Kreuzes, damit es seine Leistungen langfristig finanzieren kann. So unterstützt das Schweizerische Rote Kreuz seine Schwestergesellschaft seit der Eskalation des Konflikts bei der Mittelbeschaffung. Das SRK hat gemeinsam mit dem URK eine Strategie entwickelt und es bei deren Umsetzung unterstützt, um den enormen Bedarf im ganzen Land zu decken. Die Spenden werden online gesammelt. Ausserdem wurden die Beziehungen zu privaten Spenderinnen und Spendern in der Ukraine und in der ukrainischen Diaspora gestärkt.
Vom Ukrainischen Roten Kreuz mit Unterstützung des SRK im Jahr 2025 geleistete Hilfe:
Menschen
erhielten regelmässig Besuch vom Hauspflegedienst
Menschen
nahmen an Aktivitäten zur psychosozialen Unterstützung teil
Menschen
erhielten Hygiene-Kits
Unsere Einsatzländer
Darstellung einer Weltkarte. Auf dieser Karte sind alle Länder, in denen das Schweizerische Rote Kreuz aktiv ist, markiert. Diese Länder sind: Albanien, Armenien, Äthiopien, Bangladesch, Benin, Bhutan, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Burkina Faso , Costa Rica, Demokratische Republik Kongo, El Salvador, Georgien, Guatemala, Haiti, Honduras, Israel und besetzte Gebiete, Kasachstan, Kirgistan, Kolumbien, Kroatien, Laos, Libanon, Malawi, Moldawien, Montenegro, Myanmar, Nepal, Nordmazedonien, Panama, Paraguay, Schweiz, Serbien, Slowenien , Sudan, Südsudan, Syrien, Tadschikistan, Togo, Turkmenistan, Ukraine, Venezuela .



