Gesund im Alter
Ältere Menschen sind besonders verletzlich. Altersarmut und Einsamkeit können krank machen. Körperliche Beschwerden beeinträchtigen den Alltag. Wir setzen uns für eine gute Gesundheit und Lebensqualität im Alter ein: in der Schweiz und weltweit.
Herausforderungen
Der demografische Wandel ist eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit: Die Zahl älterer Menschen wächst weltweit schneller als je zuvor. Das belastet Gesundheitssysteme, soziale Sicherungssysteme und Arbeitsmärkte stark. Chronische und altersbedingte Krankheiten, darunter auch Augenleiden, nehmen zu und erhöhen den Druck auf Betroffene und Angehörige.
Viele Länder können den steigenden Bedarf an medizinischer Versorgung, Langzeitpflege und sozialer Unterstützung nicht mehr decken. Gleichzeitig führen der Geburtenrückgang, Fachkräftemangel, die Abwanderung junger Menschen und veränderte Familienstrukturen dazu, dass weniger junge Menschen die Älteren betreuen können.
Zurückgelassen und mittellos
In einkommensschwächeren Regionen wie zum Beispiel in Osteuropa oder Zentral- und Südasien wandern viele Menschen für die Arbeit in die Städte oder ins Ausland. Zurück bleiben die älteren Menschen. Viele sind einsam und auf sich selbst gestellt. Häufig verfügen sie über keine Rente oder sie ist zu klein, um den Lebensunterhalt zu sichern. Besonders in den ländlichen Gebieten ist zudem die Gesundheitsversorgung oft schlecht: Spitäler oder Altersheime sind kaum erreichbar.
Angehörige am Anschlag
Weltweit leidet ein grosser Teil der älteren Bevölkerung an einer oder mehreren chronischen Krankheiten. Die meisten möchten lange zu Hause leben. Hier die richtige Unterstützung zu finden und diese anzunehmen, ist für viele Betroffene schwierig. Oft fällt die Pflege deshalb Schritt für Schritt den Angehörigen zu. Diese sind mit Rollenverschiebungen, belastenden Situationen und administrativen Fragen oft alleine.
Gesellschaftlich isoliert und einsam
Viele ältere Menschen weltweit fühlen sich als Belastung für ihre Familien. Sie fühlen sich nutzlos und erfahren gesellschaftlich wenig Anerkennung und Wertschätzung. Als Folge ziehen sie sich zurück, bauen ihre Fähigkeiten noch mehr ab und leiden unter Einsamkeit.
Unser Ziel
Das SRK setzt sich dafür ein, dass Menschen jeden Alters gesund sind und bleiben. Es fördert die Selbstbestimmung und Selbstfürsorge älterer Menschen – für ein Altern in Würde. Auch im Alter heisst es, aktiv zu bleiben und offen für Neues, und selbstbestimmt zu entscheiden, zum Beispiel, was es für einen bedeutet, Hilfe anzunehmen. Denn wir sind davon überzeugt, dass sich die meisten älteren Menschen zu Hause am wohlsten fühlen.
Damit unterstützen wir auch das dritte Nachhaltigkeitsziel «Gesundheit und Wohlergehen» der Vereinten Nationen.
Was wir tun
Unsere Projekte und Dienstleistungen bestehen aus verschiedenen Elementen: medizinischer Betreuung, Aktivitäten und Unterstützung im Alltag. All diese Elemente fördern ein gesundes und selbstbestimmtes Leben im Alter.
Pflege zuhause und Hilfe im Haushalt
Pflegefachleute besuchen die Menschen regelmässig und stellen eine medizinische Betreuung sicher. In unseren Einsatzländern wie Armenien, Georgien, Nordmazedonien oder Bosnien und Herzegowina kümmern sich Pflegefachleute um Patientinnen und Patienten und messen bei ihnen zu Hause Blutdruck oder Blutzuckerwert, verabreichen Medikamente und helfen bei der Körperpflege. Haushaltshilfen und Rotkreuz-Freiwillige übernehmen Hausarbeiten, gehen einkaufen oder leisten den alleinstehenden Menschen Gesellschaft. Das SRK unterstützt Behörden und Partnerorganisationen bei der Entwicklung neuer Pflege- und Unterstützungsmodelle sowie der Finanzierungsmöglichkeiten.
Gesunde Augen in jedem Alter
Gutes Sehen ist eine zentrale Voraussetzung für Bildung, Erwerbstätigkeit, soziale Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben. Das Rote Kreuz engagiert sich in verschiedenen Ländern Afrikas und Asiens für augenmedizinische Angebote und Aufklärungsarbeit. Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Sehkraft wiederzuerlangen und ihre Augengesundheit bis ins hohe Alter zu erhalten.
Aktiv im Alter
Das SRK unterstützt den Aufbau von Seniorenclubs für ältere Menschen in Bosnien und Herzegowina, Moldawien, Armenien, Bolivien, Nepal, Togo, Benin und Burkina Faso. In diesen Seniorenclubs treffen sich regelmässig ältere Menschen zu gemeinsamen Aktivitäten wie Spielen, Tanzen oder Singen. Der Begegnungsort hilft, die Isolation zu durchbrechen, unter der viele leiden. Sie lernen, ihre Ressourcen auf neue Weise einzusetzen, unterstützen sich gegenseitig und setzen sich bei Behörden gemeinsam für ihre Anliegen und Rechte ein. So können sie ihre eigene Lebenssituation und die der Gemeinschaft selbst verbessern.
Besuche für einsame Menschen
Freiwillige besuchen einsame Menschen zu Hause. Sie unterhalten sich bei einer Tasse Tee oder gehen gemeinsam spazieren. Die freiwilligen Besucherinnen und Besucher sorgen für Abwechslung und bringen Freude in den Alltag. Die Rotkreuz-Kantonalverbände vermitteln die Kontakte.
Mobil – auch im Alter
Mit dem Rotkreuz-Fahrdienst bleiben Menschen in der Schweiz auch im Alter mobil. Freiwillige Fahrerinnen und Fahrer transportieren ältere oder kranke Menschen zu Arztterminen oder Therapiestunden. Alle Fahrerinnen und Fahrer engagieren sich freiwillig. Die Kundinnen und Kunden bezahlen eine Entschädigung, um die Spesen der Freiwilligen zu decken (Benzinkosten). Die Fahrten lassen sich telefonisch und je nach Rotkreuz-Kantonalverband auch online buchen.
Entlastung für betreuende Angehörige
Wir beraten und unterstützen betreuende und pflegende Angehörige in der Schweiz. Angehörige zu betreuen und zu pflegen, ist ein emotionales Auf und Ab. Man ist mit Verunsicherungen und neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Rotkreuz-Kantonalverbände entlasten betreuende Angehörige mit ihrem Angebot. Der Ratgeber unter redcross.ch/betreuenÖffnet ein neues Fenster liefert Informationen und Antworten auf wichtige Fragen rund um Betreuung und Pflege.
GUT ZU WISSEN
Altersfreundliche Städte
Wir unterstützen Gemeinden, ihre Städte altersfreundlich zu machen. Wir helfen mit konkreten Angeboten für ältere Menschen in der Infrastruktur, im Verkehr oder mit Alterswohnungen.
Zahlen und Fakten
Fahrten in der Schweiz
2025 erbrachte der Rotkreuz-Fahrdienst 659 000 Fahrten für 50 000 Personen.
Stunden Entlastung für betreuende Angehörige in der Schweiz
Der Entlastungsdienst der Rotkreuz-Kantonalverbände ermöglicht betreuenden Angehörigen mehr Zeit für sich und ihre Bedürfnisse.
Menschen weltweit erreicht
So viele Menschen haben wir im Jahr 2025 mit Pflegedienstleistungen zuhause und durch Engagement in Selbsthilfegruppen weltweit (exklusive Schweiz) unterstützt.
Für den Alltag meiner Grossmutter war der Rotkreuz-Notruf sehr wichtig. Sie konnte dadurch viel länger in ihrem Haus bleiben, wo sie alleine lebte. Dank dem Notruf wusste sie, dass immer jemand für sie da ist, wenn sie Hilfe braucht.
Linda Fäh, Sängerin und SRK-Botschafterin
Wo wir helfen
Wir helfen der alternden Bevölkerung in der Schweiz und weltweit. Dank lokalen Freiwilligen erreichen wir auch Menschen in abgelegenen Dörfern.
Unsere Einsatzländer
Darstellung einer Weltkarte. Auf dieser Karte sind alle Länder, in denen das Schweizerische Rote Kreuz aktiv ist, markiert. Diese Länder sind: Armenien, Bangladesch, Benin, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Burkina Faso , Georgien, Kirgistan, Moldawien, Nepal, Nordmazedonien, Paraguay, Schweiz, Syrien, Togo, Ukraine.