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Digital im Alter: Wenn Generationen voneinander lernen

Digitale Geräte und Dienstleistungen sind im Alltag hilfreich. Doch es gibt Menschen, die sie wenig oder gar nicht nutzen, weil sie sich unsicher fühlen. Junge Rotkreuz-Freiwillige unterstützen in Basel über eine längere Zeit persönlich und kostenlos Menschen mit wenig Erfahrung im digitalen Bereich.

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Janine Michel

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Warum vor allem Frauen Unterstützung suchen

Das Angebot «Digital im Alter» des Jugendrotkreuzes Basel richtet sich an Menschen, die wenig Erfahrung haben im Umgang mit digitalen Geräten. Das SRK Kanton Basel bildet sogenannte Tandems aus Freiwilligen und Menschen, die das Angebot nutzen möchten. Auffallend ist, dass vier von fünf angemeldeten Personen Frauen sind. Wenn man mit ihnen spricht, wird oft klar, warum. Einige von ihnen haben sich jahrzehntelang nicht selbst um Digitales und Technisches gekümmert, weil der Ehemann das übernommen hat. Er hat den Computer und das Smartphone eingerichtet, die Rechnungen online bezahlt, das WLAN zum Laufen gebracht und das TV-Abo abgeschlossen. Verwitweten Frauen fehlt deshalb oft die Erfahrung mit Geräten, die sie nie wirklich kennenlernen mussten.

Gemeinsam weiterkommen

Zwei Frauen unterschiedlichen Alters sitzen an einem Tisch auf einem Balkon. Die ältere Frau benutzt ein Smartphone und die jüngere schaut aufmerksam zu. Die Szene zeigt eine alltägliche Interaktion.
Leonie Traber, Freiwillige des Jugendrotkreuzes, und ihre Tandem-Partnerin üben gemeinsam. Schön ist, dass man sich mit der Zeit auch persönlich näher kommt – wenn man das möchte.

Wenn Digitalisierung zur Hürde wird

Was im Gespräch mit älteren Menschen immer wieder deutlich wird: Sie haben das Gefühl, dass ihre Bedürfnisse wenig Priorität haben oder dass sich alles zu schnell ändert. Formulare gibt es nur noch online, die Fotos der Enkelkinder kommen per WhatsApp und das Zug oder Bus-Billett muss immer öfter mit dem Handy gekauft werden. Wer digital den Anschluss verpasst hat, verliert nach und nach den Zugang zu Informationen, Dienstleistungen, zum gesellschaftlichen Leben und somit sogar den Kontakt zu Menschen. Genau das will Digital im Alter verhindern. Nicht mit einem Kurs, der überfordert, sondern mit immer der gleichen Person, die Zeit hat, zuhört und sich dem Tempo anpasst.

Wer digital den Anschluss verpasst hat, verliert nach und nach den Zugang zu Informationen, Dienstleistungen, zum gesellschaftlichen Leben und damit letztlich sogar zu zwischenmenschlichen Kontakten.

Rotkreuz-Freiwillige unterstützen

Ungefähr alle zwei Wochen treffen sich die Tandems für ein bis zwei Stunden. Ausprobieren, wiederholen und lachen – die gemeinsame Zeit vergeht schnell. Schritt für Schritt wächst das Selbstvertrauen im Umgang mit dem Handy oder dem Computer – und damit das Gefühl, in der digitalen Welt dazuzugehören.

Leonie Traber vom Jugendrotkreuz beschreibt, wie schnell ihre Tandem-Partnerin den Umgang mit dem Smartphone gelernt hat. Anfangs sei alles neu gewesen: Swipen, Scrollen, Apps. Doch sie hätte sich erstaunlich schnell daran gewöhnt. «Am schönsten ist es, ihre Freude zu sehen, wenn etwas plötzlich klappt», erzählt die Rotkreuz-Freiwillige. Man tausche sich auch über Persönliches aus. Was die ältere Frau von früher erzählt, sei berührend und inspirierend.

«Digital» in weiteren Kantonen

Nicht nur das Jugendrotkreuz Basel-Stadt bietet Unterstützung im Umgang mit digitalen Geräten. In leicht veränderter Form gibt es solche Unterstützung auch bei anderen Rotkreuz-Kantonalverbänden. Informieren Sie sich auf den folgenden Websites:

Freiwillige gesucht

Seit dem Start im Jahr 2021 konnten bereits über 60 Tandems gebildet werden. Und es gibt Wartelisten. Das Jugendrotkreuz Basel-Stadt sucht weiterhin nach Freiwilligen, die sich für das Projekt engagieren möchten.

Freiwilligenarbeit 2025 in Zahlen

Stunden

unentgeltliche Arbeit haben die SRK-Freiwilligen im Jahr 2025 geleistet.

Freiwillige

engagieren sich für das SRK und seine vier Rettungsorganisationen.

junge Freiwillige

engagieren sich schweizweit in SRK-Jugendorganisationen.

Zusammenhalt über Generationen hinweg

«Digital im Alter» wirkt weiter als auf den ersten Blick ersichtlich. Es bringt Generationen zusammen, die im Alltag oft nebeneinanderher leben. Das ist für uns als Gesellschaft genauso wertvoll, wie für die Teilnehmenden des Projektes. Es entstehen Beziehungen, die weit über das technische Wissen hinausgehen. In den Gesprächen erhalten beide Seiten Einblicke in neue Perspektiven und Lebensrealitäten.

Das Projekt ist eine Einladung, um Brücken zu bauen und sich gegenseitig zu unterstützten. Für mehr Teilhabe und Selbstbestimmung. Und für echte Begegnungen zwischen den Generationen. Denn am Ende geht es um etwas ganz Einfaches: Dass Menschen sich gesehen, unterstützt und verbunden fühlen. Und dass sie den Mut haben, auch in einer digitalen Welt ihren Platz einzunehmen.

«Digital im Alter» ist mehr als ein Lernangebot. Es ist eine Einladung, um Brücken zu bauen und sich gegenseitig zu unterstützten.

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