Gaza: Humanitäre Lage und SRK-Hilfe
Die humanitäre Lage in Gaza und im Westjordanland spitzt sich weiter zu. In Gaza wurde ein Grossteil der Bevölkerung vertrieben. Die medizinische Infrastruktur ist weitgehend zerstört. Die Menschen haben kaum Zugang zu Trinkwasser, Medikamenten und medizinischer Betreuung.
Auch im Westjordanland ist die Lage angespannt: Die Bevölkerung leidet täglich unter Repression und Gewalt. In dieser Situation hält der Palästinensische Rote Halbmond (PRH) die medizinische Notfallversorgung aufrecht. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützt ihn dabei.
Humanitäre Lage in Gaza und im Westjordanland
Die Lage in Gaza ist sehr instabil, trotz des Waffenstillstands vom Oktober 2025. Rund zwei Millionen Vertriebene leben noch immer unter menschenunwürdigen Bedingungen in Zelten oder zerstörten Gebäuden. Die Abfallentsorgung und Abwasserreinigung funktionieren vielerorts nicht mehr. Die hygienischen Bedingungen sind äusserst prekär, Infektionskrankheiten breiten sich aus. Der Zugang zu Trinkwasser ist im gesamten Gazastreifen erschwert.
Gesundheitseinrichtungen und andere wichtige Versorgungsangebote stehen unter enormem Druck. Medizinische Behandlungen und Medikamente sind kaum erhältlich. Tausende Patientinnen und Patienten sind auf eine Behandlung im Ausland angewiesen. Doch medizinische Evakuierungen aus Gaza können oft erst zu spät oder gar nicht erfolgen.
Im Westjordanland hat sich die Lage seit Anfang 2026 deutlich verschärft. Unzählige Checkpoints, Strassensperren und zunehmende Siedlergewalt erschweren den Zugang zur Gesundheitsversorgung und anderen wichtigen Leistungen. Dies führt zu weiteren Fluchtbewegungen, vor allem bei Menschen auf dem Land und besonders verletzlichen Bevölkerungsgruppen. Die wirtschaftliche Lage im Westjordanland ist katastrophal und der Bevölkerung fehlt es an jeglichen Perspektiven.
Die humanitäre Lage in Gaza ist nach wie vor höchst prekär. Um die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern, muss diese dringend Zugang zu Gesundheitsversorgung, Trinkwasser und anderen lebenswichtigen Leistungen erhalten und sich auf den Winter vorbereiten können.
Deshalb bleibt humanitäre Hilfe in Gaza überlebenswichtig
Die Bevölkerung in Gaza ist nach wie vor täglich auf humanitäre Hilfe angewiesen. Sie sichert Verletzten, Kranken und Vertriebenen eine grundlegende medizinische Betreuung. Wenn es in Gesundheitseinrichtungen an Medikamenten und Ausrüstung fehlt, zählt jeder Beitrag.
Die Teams des Palästinensischen Roten Halbmonds arbeiten trotz Erschöpfung und hohen Sicherheitsrisiken weiter. So bleibt die lokale Rothalbmond-Gesellschaft an der Seite der Bevölkerung.
Die Hilfe vor Ort stärken
Das SRK unterstützt seine palästinensische Schwestergesellschaft. Damit hilft es, eine lebensrettende medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten und den vollständigen Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern. Dank der Hilfe des SRK können die Gesundheits- und Rettungsdienste im Gazastreifen und Westjordanland weiter funktionieren – trotz schwierigster Umstände.
Das SRK
unterstützt den Rettungsdienst bei Wartung, Reparatur und Betrieb seiner Ambulanzfahrzeuge
rüstet die Krankenwagen mit Medikamenten, medizinischem Material und Treibstoff aus
unterstützt den Betrieb von Gesundheitszentren
leistet fachliche Hilfe
Dank dieser Unterstützung können Kranke und Verletzte zu den wenigen noch funktionierenden Gesundheitseinrichtungen gebracht und notfallmedizinisch versorgt werden.
Solange die kritische Situation anhält, konzentriert sich das SRK auf die medizinische Nothilfe, die Stärkung der Gesundheitseinrichtungen und die Unterstützung der Zivilbevölkerung.
So wichtig ist der PRH für die Gesundheitsversorgung in Gaza
Das Gesundheitssystem Gazas ist grösstenteils zusammengebrochen. Der Palästinensische Rote Halbmond spielt daher eine wichtige Rolle. Er betreibt Spitäler, mobile Kliniken und einen Rettungsdienst. Dies macht ihn zu einem der wenigen Akteure mit direktem Kontakt zur betroffenen Bevölkerung.
Seit der Eskalation des Konflikts 2023 erbringen die Teams des PRH medizinische Nothilfe in unsichersten Verhältnissen. Sie betreuen Notfälle, transportieren Verletzte, helfen in den noch funktionierenden Gesundheitseinrichtungen aus und leisten psychosoziale Unterstützung für die kriegsgeplagte Bevölkerung. In Gaza und im Westjordanland stehen allein für den Rettungsdienst mehr als 600 Mitarbeitende und Freiwillige sowie 150 Krankenwagen im Einsatz.
Die Hilfe in Gaza und Westjordanland in Bildern
Damit die Hilfe weitergeht
Ob die Hilfe bei den Menschen in Gaza ankommt, hängt nicht nur von den Ressourcen ab. Entscheidend ist auch, dass sich die Ambulanz-Teams auf den Strassen ungehindert bewegen und die Materialvorräte in den Krankenwagen auffüllen können, die Fahrzeuge repariert werden und die noch in Betrieb stehenden Gesundheitseinrichtungen über die nötige Ausrüstung verfügen. Andernfalls wird auch die grundlegendste Versorgung unmöglich.
Für das SRK ist klar: Die Lieferung humanitärer Hilfsgüter – insbesondere von medizinischem Material – muss erleichtert werden. Ausserdem müssen eine enge Zusammenarbeit mit den Partnern der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung sichergestellt und die humanitären Grundsätze eingehalten werden. In der aktuellen instabilen Lage ist es für die Bevölkerung überlebenswichtig, dass sie weiterhin medizinische Nothilfe erhält.
Gaza in Zahlen
Vertriebene
Im Gazastreifen leben 1,9 Millionen Vertriebene unter oft prekärsten Bedingungen.
Notfalleinsätze
Seit der Eskalation des Konflikts 2023 hat der Palästinensische Rote Halbmond über 233 000 Notfalleinsätze geleistet.
Sprechstunden
Seit 2023 führten die Spitäler des Palästinensischen Roten Halbmonds mehr als 2,1 Millionen Sprechstunden durch.
Häufige Fragen zur humanitären Hilfe in Gaza
Unsere Einsatzländer
Darstellung einer Weltkarte. Auf dieser Karte sind alle Länder, in denen das Schweizerische Rote Kreuz aktiv ist, markiert. Diese Länder sind: Albanien, Armenien, Äthiopien, Bangladesch, Benin, Bhutan, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Burkina Faso , Costa Rica, Demokratische Republik Kongo, El Salvador, Georgien, Guatemala, Haiti, Honduras, Israel und besetzte Gebiete, Kasachstan, Kirgistan, Kolumbien, Kroatien, Laos, Libanon, Malawi, Moldawien, Montenegro, Myanmar, Nepal, Nordmazedonien, Panama, Paraguay, Schweiz, Serbien, Slowenien , Sudan, Südsudan, Syrien, Tadschikistan, Togo, Turkmenistan, Ukraine, Venezuela .




