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Erdbeben in Venezuela: Hilfe für die Betroffenen

Das Rote Kreuz leistet dringende Rettungseinsätze und medizinische Hilfe für die vom Erdbeben betroffenen Menschen.

Gesundheit und Unterstützung im Alltag

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) entwickelt in der Schweiz und rund 30 weiteren Ländern Angebote zur Förderung der körperlichen und psychischen Gesundheit der Bevölkerung. Ausserdem unterstützt es verletzliche Menschen im Alltag, unter anderem Familien und ältere Menschen. Das SRK trägt zu leistungsfähigen und belastbaren Gesundheitssystemen bei, die für alle zugänglich sind.

In der Schweiz ist das SRK für die Anerkennung und Registrierung von Berufsabschlüssen im Gesundheitswesen zuständig. Über die Institution Blutspende SRK Schweiz stellt es zudem landesweit die Blutversorgung sicher. Seine Erfahrung im Blutspendewesen teilt es heute mit acht weiteren Ländern.

Das SRK arbeitet mit den Organisationen der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung zusammen. Es unterstützt die Entwicklung seiner ausländischen Schwestergesellschaften im Gesundheitsbereich, damit ihre Leistungen die Verletzlichsten noch besser erreichen.

Bosnien und Herzegowina: Hauspflegedienst und soziale Teilhabe

In Bosnien und Herzegowina bauten das SRK und das lokale Rote Kreuz in 13 Gemeinden einen Hauspflegedienst auf. Insgesamt 13 leitende Pflegefachfrauen und 69 spezialisierte Mitarbeiterinnen übernahmen die medizinische Grundversorgung von älteren oder beeinträchtigten Menschen, die oft in grosser Armut leben. Zudem engagierten sich rund 60 Freiwillige für die gesellschaftliche Einbindung von Seniorinnen und Senioren.

Hilfe im Alltag

In manchen Dörfern ist die ältere Generation im Alltag auf sich allein gestellt. Die Jungen sind weggezogen, um in der Stadt oder im Ausland zu arbeiten. Für viele kranke oder beeinträchtigte ältere Menschen sind die Besuche des Roten Kreuzes die einzige Verbindung zur Aussenwelt.

Auch 2025 übernahmen die Rotkreuz-Mitarbeiterinnen vielfältige Aufgaben: Sie massen den Patientinnen und Patienten den Blutzucker, den Blutdruck und die Körpertemperatur. Je nach Bedarf übernahmen sie die Körperpflege, das Rasieren, den Kleiderwechsel und die Inkontinenzversorgung. Daneben erledigten sie Haushaltsarbeiten wie Kochen, Putzen, Geschirrspülen und Einkaufen. Ausserdem begleiteten sie die betreuten Personen zu Arztterminen und auf Spaziergänge oder lasen ihnen vor.

Koordination mit lokalen Behörden

Beim Aufbau des Hauspflegedienstes leistete das Rote Kreuz finanzielle Starthilfe. Danach übernahmen die lokalen Behörden die Finanzierung schrittweise. Die Begünstigten beteiligten sich mit bis zu einem Viertel an den Betreuungskosten. Besonders verletzliche Personen – ein Fünftel aller Begünstigten – wurden kostenlos betreut.

Solidarisch im Alter

Rund 60 Freiwillige des Roten Kreuzes von Bosnien und Herzegowina engagierten sich für die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen. Dies zum Beispiel in Senioren-Clubs, welche die gegenseitige Hilfe unter älteren Menschen fördern. Die Freiwilligen gingen mit den Begünstigten zudem spazieren, lasen ihnen vor oder kauften für sie ein.

Das Rote Kreuz von Bosnien und Herzegowina ist heute der wichtigste Gesundheitsanbieter für ältere und beeinträchtigte Menschen im Land.

Sichere Geburten in Bangladesch

Über eine Million Menschen lebt im weltweit grössten Flüchtlingscamp von Cox’s Bazar in Bangladesch unter schwierigsten Bedingungen – und täglich treffen neue Geflüchtete ein. Die seit über acht Jahren andauernde Krise wurde durch drastische Kürzungen bei der humanitären Hilfe weiter verschärft.

Riskante Hausgeburten

Das SRK unterstützt drei Gesundheitszentren des Bangladeschischen Roten Halbmondes (BDRCS) im Flüchtlingscamp von Cox’s Bazar. Sichere Geburten blieben auch 2025 eine zentrale Herausforderung. Nach wie vor gebären Frauen zuhause, was Komplikationen erhöht. Die Gründe dafür sind traditionelle Normen, familiäre Entscheidungsstrukturen sowie Unsicherheiten gegenüber medizinischen Einrichtungen. Ein vom SRK mitgetragenes Projekt verfolgt daher das Ziel, allen schwangeren Frauen eine begleitete Schwangerschaft und Geburt in einem Gesundheitszentrum zu ermöglichen.

Einbindung und Engagement von Männern

Mitarbeitende und Freiwillige des BDRCS wurden geschult, um durch Verhaltensanalysen Hindernisse und förderliche Faktoren für Geburten in Gesundheitszentren zu erkennen. Basierend darauf entwickelten sie verschiedene Aktionen, um die Familien gezielter zu erreichen. Dazu arbeitete das BDRCS-Team eng mit Schlüsselpersonen wie Schwiegermüttern, Nachbarinnen und Autoritätspersonen zusammen. Das Projekt stärkte die Gemeinschaftsbeteiligung unter anderem durch über 180 Männergruppen. Dort konnte das Bewusstsein für sichere Geburten und die gemeinsame Verantwortung für die Gesundheit der Mütter gefördert werden. Bei über 1300 Paaren wurde in der Folge eine rechtzeitige Betreuung sichergestellt.

Gefestigte Fortschritte

Im Jahr 2025 konnten frühere Fortschritte weiter gefestigt werden durch ein gestärktes Bewusstsein für sichere Geburten und eine verbesserte Betreuung schwangerer Frauen. 86 Prozent der Geburten fanden in den vom SRK unterstützten Gesundheitszentren statt.

Verschiedene Gründe führen immer noch zu Hausgeburten. Dennoch bestätigen die Ergebnisse die Wirksamkeit des ganzheitlichen Ansatzes. Dieser basiert auf der engen Zusammenarbeit zwischen BDRCS-Gesundheitszentren und der Community-Arbeit der Freiwilligen.

Leistungen der BDRCS-Gesundheitszentren 2025

Vorsorge-Untersuchungen

bei schwangeren Frauen fanden statt

Geburten

wurden von den Fachkräften des Bangladeschischen Roten Halbmondes in den Zentren begleitet

Untersuchungen

zur Nachsorge nach der Geburt wurden bei Babys und Müttern durchgeführt

Sichere Blutversorgung im Libanon

Das SRK unterstützt das Libanesische Rote Kreuz (LRK) dabei, seinen Blutspendedienst zu stärken. Ziel ist es, die Qualität zu sichern, mehr freiwillige Blutspenderinnen und Blutspender zu gewinnen und die Blutversorgung auch in Krisenzeiten zuverlässig aufrechtzuerhalten.

Der Libanon ist immer wieder von Krisen betroffen – von bewaffneten Angriffen über Naturkatastrophen bis hin zu schweren Unfällen. In solchen Situationen steigt der Bedarf an sicherem Blut oft plötzlich stark an. Dazu kommt, dass sich das Land in einer anhaltenden Wirtschaftskrise befindet. Dies beeinträchtigt auch die Gesundheitsversorgung. Der Bedarf nach Unterstützung durch das Rote Kreuz ist gross.

Schnelle Hilfe dank guter Zusammenarbeit

Der Blutspendedienst des LRK betreibt 13 Zentren im ganzen Land. Bei Notfällen mobilisiert er via Social Media und Radio innert kurzer Zeit Blutspenderinnen und -spender. Die Zentren bleiben rund um die Uhr offen. Dank der engen Zusammenarbeit mit den ebenfalls vom LRK betriebenen Ambulanzdiensten kann Blut rasch zwischen den Regionen transportiert werden.

Das SRK unterstützt das LRK fachlich wie finanziell, um seine Katastrophenbereitschaft weiter auszubauen. Dies ermöglicht unter anderem, dass stets genügend Material zur Verfügung steht, um Blutprodukte sicher zu gewinnen, zu lagern und zu transportieren. Da Blut nur begrenzt haltbar ist, ist eine zuverlässige, zeitnahe Versorgung besonders wichtig.

Lernen aus jeder Krise

Seit über zehn Jahren arbeitet das SRK mit dem LRK im Bereich Blutsicherheit zusammen. In dieser Zeit konnten Qualität und Effizienz des Blutspendedienstes stetig verbessert werden. Jede Krise liefert neue Erkenntnisse, um künftig noch besser vorbereitet zu sein.

Die Angriffe im Süden des Landes im Jahr 2024 mit Tausenden Verletzten zeigten eindrücklich, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist. Der Blutspendedienst konnte schnell reagieren, was vielen Menschen das Leben rettete. Auch 2025 war die Lage im Libanon angespannt, jedoch ohne ein Ereignis vergleichbaren Ausmasses.

Mit Unterstützung des SRK konnte das LRK die Abläufe seines Blutspendedienstes 2025 weiter optimieren und die Fortschritte der vergangenen Jahre konsolidieren. Insgesamt stellte der Blutspendedienst 1 111 111 Bluteinheiten bereit und deckte damit die Hälfte des gesamten Bedarfs im Land.

Facts and figures

Blutspendezentren

betreibt das Libanesische Rote Kreuz (LRK)

Einheiten Blut

stellte das LRK im Jahr 2025 bereit

Prozent

des Blutbedarfs deckte das LRK landesweit

Mehr Diplomanerkennungen in Gesundheitsberufen

Wer im Ausland in einem Gesundheitsberuf ausgebildet wurde und in der Schweiz arbeiten möchte, muss sein Diplom anerkennen lassen. Diese Anerkennung nimmt das SRK bei 21 verschiedenen Gesundheitsberufen vor. Die Prüfung in den Gesundheitsberufen hat das Ziel, dafür zu sorgen, dass hohe Qualitätsstandards eingehalten werden – zum Schutz der Patientinnen und Patienten. In den Gesundheitsberufen ist die Nachfrage nach Personal in unserem Land gross. Die Anzahl Gesuche, die 2025 beim SRK eingegangen sind, ist im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent angestiegen. Besonders viele Gesuche gingen im Bereich der Pflege ein. Die Ausbildungen von rund 5000 Pflegefachpersonen konnten anerkannt werden. Die meisten Pflegefachpersonen hatten ihre Ausbildung in Europa absolviert.

Das SRK hat im Bereich Gesundheitsberufe zehn zusätzliche Mitarbeitende angestellt, um die hohe Anzahl Gesuche bewältigen zu können. So konnte die Organisation 2025 die Diplome von über 7400 Personen anerkennen, die nun auf dem Schweizer Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, im Vorjahr waren es 5860.

Beratung für Gesuchstellende

Die Anerkennung einer ausländischen Ausbildung ist eine komplexe Angelegenheit, denn Ausbildung und Berufserfahrung sind von Mensch zu Mensch und Land zu Land verschieden. Das SRK ist bestrebt, die individuellen Gesuche fair und ausgewogen zu beurteilen. Dazu berät das SRK die Gesuchstellenden intensiv und stellt eine telefonische Hotline zur Verfügung. Gesuchstellende und Arbeitgebende mit Angestellten im Anerkennungsverfahren finden auf den Webseiten des SRK ausführliche Informationen.

Beratung auf dem Weg zur Anerkennung 2025

Anerkennungen

erlauben es Menschen mit ausländischem Berufsabschluss in der Schweiz einem Gesundheitsberuf nachzugehen

telefonische Anfragen

von Gesuchstellenden wurden 2025 beantwortet

schriftliche Beratungen

von Gesuchstellenden erfolgten und unterstützten diese während dem Verfahren

Neue Online-Ratgeber für betreuende Angehörige

Rund 600000 Menschen in der Schweiz betreuen Angehörige zu Hause. Dabei entstehen im Alltag häufig Fragen, Unsicherheiten und ein hoher Informationsbedarf. Um dem entgegenzuwirken hat das SRK 2025 neue Online-Ratgeber für betreuende Angehörige veröffentlicht. Die Ratgeber sind kostenlos zugänglich und richten sich an Personen, die nahestehende Menschen betreuen und/oder pflegen. 

Die Online-Ratgeber greifen typische Betreuungssituationen auf und stellen praxisnahe, gut strukturierte Informationen zur Verfügung. Behandelt werden unter anderem die Betreuung von Menschen mit Demenz, grundlegendes Pflegewissen für den Alltag, die Begleitung sterbender Angehöriger sowie die Situation von Young Carers, also von Kindern und Jugendlichen mit Betreuungsaufgaben. 

Die Online-Ratgeber beantworten häufig gestellte Fragen, etwa zum Umgang mit veränderten Rollen in der Familie oder mit zunehmender Gebrechlichkeit nahestehender Personen. 

Konkrete Angebote

Wissen allein reicht im Betreuungsalltag oft nicht aus. Das SRK unterstützt betreuende und pflegende Angehörige auch mit konkreten Entlastungs- und Unterstützungsangeboten. Dazu gehören unter anderem Entlastungsdienste, Kurse für betreuende und pflegende Angehörige sowie Beratungsangebote. Diese Leistungen werden in den Online-Ratgebern zusammengeführt.

Die neuen Online-Ratgeber ergänzen das Engagement des SRK für betreuende Angehörige. Sie erleichtern den Zugang zu verlässlichen Informationen und tragen zur Orientierung innerhalb der verschiedenen Unterstützungsangeboten bei.

Kinder zuhause gut betreut

Die Kinderbetreuung zu Hause (KBH) wird vom SRK in der ganzen Schweiz angeboten. Diese Dienstleistung schliesst eine Lücke in der familienergänzenden Kinderbetreuung, insbesondere für Ausnahme- oder Notsituationen.

Typische Einsatzgründe sind Krankheit oder Unfall oder bei Erschöpfung, beispielsweise nach einer Geburt. Unterstützt werden insbesondere mehrfach belastete Familien: Eineltern-Familien, Eltern oder Kinder mit psychischen oder physischen Krankheiten in finanziell prekären Verhältnissen. Der Bedarf bleibt ungebrochen. Insgesamt 115600 Betreuungsstunden wurden 2025 geleistet. Es zeigt sich, dass die Komplexität der Fälle weiter zugenommen hat.

Die Kinderbetreuung zuhause ist das einzige Betreuungsangebot, das eine hohe Flexibilität bieten kann: 470 Betreuerinnen sind bereit, so schnell wie möglich einzuspringen. In einigen Kantonen übersteigt jedoch die Nachfrage das Angebot, weil es herausfordernd ist, qualifizierte Betreuerinnen zu finden.

Einsatz zum Wohl von Kindern

Die Betreuung der Kinder in ihrem gewohnten Umfeld sorgt bei den Kindern und den Familien für Halt und Stabilität. Die Kinderbetreuung zu Hause orientiert sich am Kindswohl, begegnet Familien ohne Vorurteile, mit Empathie und Achtung ihrer Lebensrealitäten. Die Kinderbetreuung kann auch dazu beitragen, Eskalationen zu vermindern, die zu stationären oder behördlichen Interventionen führen könnten. Allen Familien, die sie benötigen, soll die Dienstleistung offenstehen. Der Tarif orientiert sich deshalb am Einkommen der Eltern.

Facts & Figures 2025

Familien

konnten unterstützt werden

Kinder

konnten betreut werden

Betreuende

waren im Einsatz

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