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Erdbeben in Venezuela: Hilfe für die Betroffenen

Das Rote Kreuz leistet dringende Rettungseinsätze und medizinische Hilfe für die vom Erdbeben betroffenen Menschen.

Integration und Migration

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) setzt sich in der Schweiz und rund zehn weiteren Ländern für Migrantinnen und Migranten sowie für Menschen ein, die durch Konflikte oder Katastrophen vertrieben wurden. Es unterstützt sie in ihrem Herkunftsland, entlang der Migrationsrouten und im Aufnahmeland mit humanitärer Hilfe und unter Wahrung ihrer Grundrechte.

Unterstützung von Geflüchteten in der Schweiz

Geflüchtete stehen in der Schweiz vor zahlreichen Herausforderungen. Nach Erfahrungen mit Gewalt, Krieg und Flucht finden sie sich in der Schweiz ohne vertraute Bezugspunkte wieder.

Das Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer des SRK betreut traumatisierte Menschen. Ausserdem wurde die SRK-App Sui weiterentwickelt. Sie bietet vielfältige Informationen zum Leben in der Schweiz, zur Familie und zur körperlichen und psychischen Gesundheit.

Den Alltag bewältigen im Konflikt

Das SRK unterstützte die nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften in der Ukraine und im Sudan. In beiden Ländern folgte auf die humanitäre Soforthilfe für die Geflüchteten des Konflikts die Stärkung der institutionellen Kapazitäten.

Mit der Unterstützung des SRK konnten die beiden Schwestergesellschaften lebensrettende Hilfsgelder an mehrere tausend Menschen verteilen. Die begünstigten Haushalte konnten damit das Nötigste selbstständig beschaffen, zum Beispiel Lebensmittel, Medikamente oder medizinische Hilfe. Sowohl im Sudan wie in der Ukraine bauten die nationalen Gesellschaften zudem die psychosoziale Unterstützung für Kinder weiter aus.

In Zentralamerika stärkte das SRK seine Schwestergesellschaften in Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Honduras und Panama im Hinblick auf migrationsbedingte Herausforderungen.

30 Jahre Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer

Das Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer SRK feierte 2025 sein 30-jähriges Bestehen. Ein Tag der offenen Tür sowie Medien- und Online-Beiträge machten die Öffentlichkeit auf die Herausforderungen seiner Tätigkeit und die geleistete Arbeit aufmerksam.

Wer Krieg, Flucht, Haft und Folter erlebt hat, hat direkt oder indirekt Gewalt jenseits aller Normalität erfahren. Solche Erlebnisse beeinflussen die Gesundheit, den Alltag und die Integration in die Gesellschaft enorm. Bei Betroffenen und ihren Angehörigen kann es zu Depressionen, körperlichen Schmerzen, Panikattacken, Schlaf- und Gedächtnisstörungen sowie sozialer Isolation kommen. Unbehandelt können sich die Beschwerden verschlimmern und chronisch werden.

Hilfe auf psychischer und sozialer Ebene

Das Ambulatorium bietet Betroffenen psychotherapeutische Betreuung und Sozialberatung. Dolmetschende unterstützen es dabei. Fast die Hälfte der Patientinnen und Patienten des Ambulatoriums ist jünger als 26 Jahre. Bei Kindern und Jugendlichen, die sich noch in der Entwicklung befinden, ist eine rasche Behandlung besonders wichtig.

Die Sensibilisierung für die Erfahrungen von Überlebenden gehört ebenfalls zum Auftrag des Ambulatoriums. Ein verständnisvolles gesellschaftliches und privates Umfeld trägt zur Bewältigung des Erlebten bei. Das Jubiläum bot Anlass für zusätzliche Kommunikationsmassnahmen in Medien und sozialen Netzwerken.

Das erste Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer der Schweiz wird 30 Jahre alt

Das Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer des SRK ist das erste Therapiezentrum dieser Art in der Schweiz. In den 30 Jahren wurden mehr als 5700 Betroffene begleitet.

Das erste Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer der Schweiz wird 30 Jahre altZur Medienmitteilung

Jubiläumsanlass in Wabern

Anlässlich seines 30-jährigen Bestehens öffnete das Ambulatorium am 18. September 2025 seine Türen für rund 130 Gäste. Gönnerinnen und Gönner, Patinnen und Paten, Fachleute sowie Politikerinnen und Politiker erhielten einen Einblick in seine Aufgaben.

Pionierarbeit

Das Ambulatorium in Wabern bei Bern war bei seiner Eröffnung die erste derartige Einrichtung in der Schweiz. Die meisten Patientinnen und Patienten des Ambulatoriums stammen derzeit aus Afghanistan, der Türkei, Syrien, Sri Lanka, Iran und Irak.

behandelte Patienten in 30 Jahren

Patienten und Patientinnen im Jahr 2025

Übersetzungsstunden im Jahr 2025

Sui App erreicht mehr Geflüchtete

Im Jahr 2025 wurde die kostenlose SRK-App Sui für geflüchtete Menschen stark erweitert. Neben fünf zusätzlichen Sprachversionen enthält sie neu ein Modul zu Trauer.

Westschweiz besser abgedeckt

Im Frühjahr wurde die Sui-App um Französisch, Englisch und Ukrainisch erweitert.
Die Fachkräfte und Freiwilligen, die mit Geflüchteten in Kontakt stehen, spielen eine zentrale Rolle bei der Verbreitung und Nutzung solcher Apps durch das Zielpublikum. Zudem kann die Sui-App ihre Therapie- und/oder Beratungsarbeit mit Geflüchteten ergänzen und unterstützen.

Sui SRK: App für Geflüchtete unterstützt die Integration

Das SRK hat 2024 die App «Sui SRK» auf Deutsch und Arabisch lanciert. Sie ist neu auch auf Französisch, Englisch und Ukrainisch verfügbar.

Sui SRK: App für Geflüchtete unterstützt die IntegrationZur Medienmitteilung

Neu mit Farsi und Türkisch

Ende Jahr kamen die Sprachversionen Farsi und Türkisch hinzu. Zusammen mit Arabisch (seit 2024), Ukrainisch und Englisch können nun schätzungsweise drei Viertel der Geflüchteten in der Schweiz die App in einer ihrer Erstsprachen nutzen. Dies ist wichtig, denn viele Geflüchtete stehen zu Beginn ihres Aufenthalts in der Schweiz vor zahlreichen Fragen und sind psychisch stark belastet – lange bevor sie eine Landessprache beherrschen.

Zudem steht den Geflüchteten in den angebotenen Sprachen ein Chat mit geschulten Begleitpersonen zur Verfügung. Diese hören zu, beraten und beruhigen und leiten sie an geeignete Stellen zur Förderung ihrer Gesundheit und Integration weiter.

Sprachversionen

Downloads

Neues Trauer-Modul

Die App enthält vielfältige Informationen zum Leben in der Schweiz, zur Familie sowie zur körperlichen und psychischen Gesundheit. 2025 kam ein Modul zu Trauer hinzu. Es enthält Übungen, Fallbeispiele, Notrufnummern, Denkanstösse und Ratschläge, die dabei helfen sollen, nach dem Verlust von geliebten Menschen nach vorne zu schauen.

Sui – Eine App für Geflüchtete

Die Sui App stärkt die Integration von geflüchteten Menschen und sensibilisiert sie für psychische Gesundheit. Sie enthält Informationen über das Leben in der Schweiz und Tipps zur Stressbewältigung. Geflüchtete Menschen können dort in ihrer Sprache mit einer Peer-Begleitperson chatten.

Sui – Eine App für GeflüchteteMehr erfahren
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Beruflicher Einstieg in die Pflege

Auch 2025 hatten viele Teilnehmende des Lehrgangs Pflegehelfende SRK (PH SRK) einen Migrationshintergrund und nutzten den Lehrgang als niederschwelligen Einstieg in den Arbeitsmarkt. Damit trägt der Kurs zur Integration der Teilnehmenden in die Schweizer Gesellschaft und den Arbeitsmarkt bei.

Besonders attraktiv ist das Angebot für Wieder- und Quereinsteigende. Der Lehrgang PH SRK kann damit auch auf den anhaltend hohen Bedarf an qualifizierten Mitarbeitenden in Institutionen der Langzeitpflege, Spitexorganisationen sowie weiteren Angeboten der Gesundheitsversorgung reagieren. Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund nimmt tendenziell zu. Dieser Trend zeigt, dass der Lehrgang insbesondere auch für zugewanderte Menschen eine attraktive Entwicklungsmöglichkeit bietet.

Unterstützungsangebote bieten Sicherheit

Der Lehrgang PH SRK bietet ein breites Begleitangebot: Sprachförderprogramme, Lernforen sowie weitere unterstützende Kursformate erleichtern die Teilnahme und ermöglichen den Erwerb der notwendigen Fach- und Sprachkompetenzen. Das hilft den Teilnehmenden, den Kurs erfolgreich abzuschliessen und rasch in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Für Menschen mit Migrationshintergrund verbessert der Abschluss die Chancen auf eine stabile Erwerbstätigkeit und erleichtert den Zugang zu weiterführenden Qualifikationen im Gesundheitswesen.

Unterstützung für Rückkehrende in Zentralamerika

Das SRK unterstützt fünf nationale Rotkreuz-Gesellschaften in Zentralamerika technisch und finanziell. In Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Honduras und Panama stärkt es die Strukturen seiner Schwestergesellschaften, damit diese auf migrationsbedingte Herausforderungen reagieren können.

Unterstützung für Rückkehrende

Das SRK unterstützt zum Beispiel das Guatemaltekische Rote Kreuz (GRK). Dieses hilft Menschen, die aus den USA oder Mexiko zurückgeschickt werden. Jedes Jahr müssen mehrere Tausend Menschen nach Guatemala zurückkehren. Ohne Existenzgrundlage und durch die Reise verschuldet befinden sie sich in einer ausweglosen Lage, die oft ihre ganze Familie ins Elend stürzt. Das GRK steht den Verletzlichsten unter ihnen bei.

Dabei arbeitet es eng mit der Regierung zusammen, die ihm die Betreuung besonders verletzlicher Menschen überträgt. Die 21 Sektionen des GRK leisten humanitäre Hilfe für Rückkehrende und Menschen aus anderen Ländern, die Guatemala durchqueren. Diese Hilfe beinhaltet psychosoziale Unterstützung, medizinische Versorgung, Trinkwasser, Decken und Hygieneartikel. Ausserdem unterstützt das GRK die Betroffenen beim Aufbau einer Existenzgrundlage.

Bittere Armut

Die Migration aus Guatemala hat viele Ursachen. Strukturelle Ungleichheiten, fehlende Perspektiven und Armut werden durch den Klimawandel noch verschärft. Mehr als die Hälfte der guatemaltekischen Bevölkerung kann sich Grundnahrungsmittel nicht leisten. In den ländlichen Gebieten ist die Armut besonders gross. Um ihrer Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, begeben sich viele Menschen auf eine oft lebensgefährliche Reise in die USA.

Vom Konflikt geprägter Alltag in der Ukraine

Die 2017 begonnene Partnerschaft zwischen dem Ukrainischen Roten Kreuz (URK) und dem SRK hat sich zu einer soliden Zusammenarbeit entwickelt. Die Eskalation des Konflikts vor vier Jahren erforderte eine Neuausrichtung der Aktivitäten, um auf die Notlage zu reagieren. Die humanitäre Soforthilfe ging in einen Aufbau der institutionellen Kapazitäten des URK über. Damit soll dieses langfristig nachhaltige Dienstleistungen erbringen können.

Luftschutzräume

Am URK-Hauptsitz in Kiew unterstützte das SRK den Aufbau eines professionellen lokalen Fundraising-Teams. Gemeinsam entwickelten sie eine Fundraising-Strategie, damit das URK die wachsenden humanitären Bedürfnisse erfüllen kann.

In besonders hart umkämpften Gebieten wie Sumy oder Cherson unterstützte das SRK die lokale Zweigstelle. Es versorgte sie zum Beispiel mit Hygiene-Kits und half bei der Reparatur von Luftschutzräumen in Gesundheitseinrichtungen und Schulen.

Unterstützung für die Verletzlichsten

Auch 2025 stand die Unterstützung besonders verletzlicher Menschen im Vordergrund. Dies zeigte sich vor allem im Ausbau des Hauspflegedienstes des URK für ältere, kranke und/oder alleinstehende Menschen. Im Westen (Iwano-Frankiwsk und Ternopil) und zentralen Teil der Ukraine (Kirowohrad) stärken diverse Aktivitäten und Workshops die psychische Gesundheit von älteren Menschen und Kindern, deren Alltag durch den Konflikt stark beeinträchtigt wird.

Um die Eingliederung der wegen des Konflikts geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt zu fördern, werden Kleinstunternehmen finanziell unterstützt und Berufsausbildungen angeboten. Da eine Rückkehr für die Geflüchteten nicht absehbar ist, fehlen ihnen die Mittel, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Ältere oder beeinträchtigte Menschen sowie Alleinerziehende erhalten zudem Gutscheine, die einen Teil ihrer Grundbedürfnisse decken.

Personen

erhielten Hygienekits

Personen

nahmen an psychosozialen Aktivitäten teil

Geflüchtete

erhielten Gutscheine zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse

Lebensrettende Hilfe im Sudan

Das SRK unterstützte weiterhin die Nothilfe des Sudanesischen Roten Halbmondes (SRH). Gleichzeitig trug es zu seinem logistischen und technischen Ausbau bei. Es organisierte einen Schulungs-Workshop in Nairobi und begleitete die Einrichtung einer Fundraising-Plattform.

Versorgung mit dem Nötigsten

Der Konflikt hat 12 Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Landesweit sind 80 Prozent der medizinischen Infrastruktur zerstört. Das SRK unterstützt unter anderem die lokale Zweigstelle des SRH in El Obeid, dem Hauptort des Bundesstaats Nord-Kordofan. 65 000 Familien haben dort Zuflucht gefunden. Der SRH versorgt diese Menschen mit Wasser, medizinischer Hilfe und psychosozialer Unterstützung.
Die Freiwilligen und Mitarbeitenden des SRH beteiligten sich am Bau von 23 Wasserversorgungs-Systeme, der Instandsetzung von 57 Latrinenblöcken und der Einrichtung von 28 Händewasch-Stationen. Das SRK unterstützte sie finanziell. Ausserdem verteilten sie Mückennetze und Hygiene-Kits zur Vorbeugung von Dengue-Fieber und Cholera. 110 Freiwillige wurden in psychosozialer Unterstützung geschult.

Finanzielle Hilfe

Die verletzlichsten unter den geflüchteten Familien erhielten vom SRH Bargeldhilfe. Das SRK unterstützte zwei Hilfsprojekte in Sheikan in Nord-Kordofan und in Sinkat im Bundesstaat Rotes Meer. Im Berichtsjahr konnten 3500 begünstigte Haushalte selbstständig beschaffen, was sie am dringendsten benötigten.

Gesundheitszentren für Mütter und Kinder

Ebenfalls in Nord-Kordofan setzte das SRK die Ausstattung von fünf medizinischen Zentren fort, um die Gesundheit von schwangeren Frauen, Säuglingen und Kleinkindern zu verbessern. Freiwillige wurden in Mutter-Kind-Gesundheit geschult.

Auch ärztliches Personal und Hebammen erhielten Schulungen. Ein weiterer Schwerpunkt war die psychosoziale Unterstützung. Dazu gehörten Spiele und andere Aktivitäten für Kinder.

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