Eriswil, Unwetter Huttwil und Umgebung Juli 2007.

Finanzielle Hilfe nach Naturkatastrophen in der Schweiz

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Naturkatastrophen werden auch hierzulande immer heftiger. Sie bedrohen Existenzen, verursachen Verzweiflung und Trauer. Betroffene kommen trotz Versicherungsschutz oftmals in finanzielle Bedrängnis. In Härtefällen hilft das Rote Kreuz in Zusammenarbeit mit der Glückskette.

Wir unterstützen finanziell

Die Bevölkerung in der Schweiz ist grösstenteils gut versichert. Normalerweise übernehmen die Versicherungen die Kosten für Schäden, die durch eine Naturkatastrophe entstehen. Die Restkosten oder Kosten, die von der Versicherung nicht übernommen werden, müssen Betroffene aber selbst tragen. Wenn diese Kosten die finanziellen Möglichkeiten übersteigen, greifen wir Ihnen in Zusammenarbeit mit der Glückskette unter die Arme.

Logo Glückskette

In Zusammenarbeit mit der Glückskette. Die Glückskette ist eine schweizerische Organisation, die Spenden für humanitäre Hilfsprojekte sammelt.  

Bin ich berechtigt, Unterstützung zu bekommen?

Wo wir unterstützen

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) ist im Auftrag der Glückskette in folgenden Kantonen für die finanzielle Hilfe nach Naturkatastrophen zuständig:

  • Basel-Landschaft

  • Basel-Stadt

  • Bern

  • Freiburg

  • Genf

  • Jura

  • Neuenburg

  • Solothurn

  • Waadt

  • Wallis

In allen anderen Kantonen ist Caritas Schweiz Ihr Ansprechpartner.

Wen wir unterstützen

Ein Gesuch für einen Beitrag einreichen können:

  • Privatpersonen

  • privatrechtliche Körperschaften (z.B. Vereine oder kleine und mittlere Unternehmen [KMU])

Was beinhaltet die finanzielle Unterstützung?

Für Privatpersonen

  • Die Soforthilfe finanziert notwendigste Anschaffungen (Kleider, Hygieneartikel) und deckt kurzfristige Mehrkosten (z.B. provisorische Unterkunft).

  • Hilfe für Schwerstbetroffene (z.B. Angehörige von Todesopfern, Verlust der Wohnung oder des Hauses).

  • Die Soforthilfe ist ein Pauschalbeitrag, also nicht subsidiär und unabhängig von Einkommens- und Vermögensverhältnissen.

  • Die Glückskette entscheidet je nach Ausmass der Katastrophe über Soforthilfeleistungen.

  • Die Beiträge werden so schnell wie möglich überwiesen.

  • Die Überbrückungshilfe finanziert Beiträge an vorübergehende Massnahmen und ereignisbedingte Mehrkosten wie Unterkunft, Verpflegung, Fahrkosten und dringendste provisorische Anschaffungen.

  • Beiträge werden nur an tatsächlich entstandene, ausgewiesene Mehrkosten geleistet.

  • Die Überbrückungshilfe ist abhängig von Einkommens- und Vermögensverhältnissen; die Glückskette unterstützt Härtefälle.

  • Beiträge erfolgen subsidiär, ohne Eigenleistung der Geschädigten.

  • Beiträge an die Restkosten von Räumungs-, Wiederinstandstellungs- und Wiederbeschaffungsmassnahmen an Gebäuden, Land, Kulturen, Strassen, Wegen, privaten Gewässern sowie für den Ersatz von Vieh, Maschinen und Fahrzeugen.  

  • Beiträge sind abhängig von Einkommens- und Vermögensverhältnissen; die Glückskette unterstützt Härtefälle. Keine Beiträge bei Einkommen über 80000 Franken (Bundessteuer).

  • Gesuchstellende müssen eine finanzielle Eigenleistung erbringen.

  • Versicherbare Schäden: Die Glückskette ersetzt keine fehlende Versicherungsdeckung. Bei Unterversicherung erhöht sich die Eigenleistung.

  • Arbeit in Eigenleistung wird angerechnet.

  • Direktspenden müssen deklariert werden.

  • Restkosten sind immer mit Abrechnungen zu belegen, keine Kostenschätzungen einreichen.

  • Sicherheitsbedingte Mehrkosten können angerechnet werden.

  • Nicht beitragsberechtigt sind wertmehrende Ausbauarbeiten, Selbstbehalte von Versicherungen, Luxusgüter und Zweitwohnungen.

  • Der Maximalbeitrag beträgt 90% der Restkosten und maximal 50000 Franken.

  • Es werden keine Beträge unter 500 Franken ausbezahlt.

Für privatrechtliche Körperschaften

  • Nicht gewinnorientierte Organisationen: Einzelfallprüfung.

  • Einzelfirma (inkl. Landwirtschaftsbetrieben), einfache Gesellschaften, Kollektivgesellschaften und Kommanditgesellschaften: gleiches Verfahren wie Hilfe an Privatpersonen.

  • GmbH, Aktiengesellschaften und Genossenschaften: Einzelfallprüfung mit betriebswirtschaftlichen Kriterien; Hauptanliegen ist die Sicherung von Arbeitsplätzen, keine Beiträge an Firmen mit mehr als 50 Vollzeitstellen.

  • Beträge können an Überbrückungsmassnahmen und an Restkosten (Subsidiärhilfe) gewährt werden.

  • Der Maximalbeitrag an die Restkosten beträgt 90% der Restkosten oder maximal 100000 Franken (bei aufgrund der Instandstellung unvermeidbaren Mehrwerten maximal 50000 Franken).  

  • Der Maximalbeitrag an den Erwerbsausfall beträgt 50% oder maximal 15000 Franken pro Person sowie maximal 100000 Franken pro Unternehmen.

Hilfe anfordern

Sind Sie von einer Naturkatastrophe betroffen und befinden sich in einer finanziellen Notlage? Melden Sie sich bei uns.

Wie muss ich vorgehen, um Unterstützung zu bekommen?

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, sobald

  • alle Entscheide von Versicherungen oder anderen Geldgebern schriftlich vorhanden sind,

  • alle Endabrechnungen der Arbeiten für die Räumung und Wieder-Instandstellung vorliegen.

Erst ab diesem Moment können die verbleibenden Restkosten berechnet und die Bearbeitung Ihres Gesuchs gestartet werden.

Melden Sie sich via Kontaktformular bei uns. Zuerst prüfen wir jeden Einzelfall genau und klären ab, ob Unterstützung angezeigt ist. Beiträge werden für Soforthilfe, Überbrückungshilfe sowie zur Deckung von Restkosten geleistet. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hilft in Härtefällen, wo trotz Versicherungsschutz oder Leistungen anderer Geber immer noch grosse finanzielle Belastungen bestehen bleiben.

Ausnahme: Sofort- oder Überbrückungshilfe für Privatpersonen

Sofort- oder Überbrückungshilfe kann unmittelbar nach dem Schadenereignis beansprucht werden. Nehmen Sie direkt via Kontaktformular oder per Telefon Kontakt mit uns auf, wenn Sie sich nach einem Naturereignis in einer Notlage befinden. Wir werden mit Ihnen das weitere Vorgehen klären.

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