Dossier

Drohender Personalmangel in der Pflege

Wer wird uns in Zukunft pflegen? Das SRK engagiert sich auf vielfältige Art gegen den Personalmangel in der Pflege. In diesem Dossier finden Sie Fakten und Meinungen zu diesem aktuellen Thema sowie Informationen zur Ausbildung und eine Reportage zum Alltag einer Pflegehelferin SRK.

Unser Gesundheitswesen ist zu einem Drittel von ausländischen Fachkräften abhängig. In gewissen Regionen und Instititionen wird es immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu rekrutieren. Die SRK-Verantwortliche für die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, Marie -Pierre Studer Lachat bezeichnet die Lage als «angespannt bis problematisch». Gründe dafür: die steigende Lebenserwartung, die wachsende Häufigkeit chronischer Krankheiten und der zunehmender Mangel an ausgebildeten Pflegefachkräften.

Das SRK arbeitet dieser Tendenz schon längere Zeit entgegen. Seit 1949 ist das SRK für die Anerkennung ausländischer Ausbildungsabschlüsse in den nicht-universitären Gesundheitsberufen zuständig und anerkennt jährlich Tausende von Ausbildungsabschlüssen. Diese geben Personen das Recht, ihren im Ausland erlernten Beruf in der Schweiz auszuüben. Ausserdem bildet das SRK Pflegepersonal aus und stärkt die Freiwilligenarbeit.

«Am 9. Februar 2014 wurde die SVP-Initiative „Gegen Masseneinwanderung» knapp vom Schweizer Stimmvolk angenommen. Noch ist offen, wie National- und Ständerat die von der Volksinitiative geforderte Kontingentierung auf Gesetzesebene ausgestalten werden. Sicher ist: Eine der Branchen, die unter neuen Regelungen am meisten leiden würden, ist der Pflege- und Betreuungssektor, denn bisher musste der Bedarf zu etwa einem Drittel mit Gesundheitspersonal aus dem Ausland gedeckt werden. Diese Rekrutierung von ausländischem Personal schafft aus Sicht des SRK grosse Probleme in den Herkunftsländern, den man nicht ausser Acht lassen kann. Um den zukünftigen Bedarf auch unter neuen Regelungen zu decken, bevorzugt das SRK nicht nur Lösungsansätze im Inland (siehe Text von Christine Kopp in diesem Dossier), sondern auch eine weiterhin unkomplizierte und adäquate Rekrutierung aus dem Ausland. Eine Umsetzung der Initiative dürfte infolge unflexibler Kontingentierung den Fachkräftemangel zusätzlich verschärfen. Mit der Anerkennung der ausländischen Ausbildungsabschlüsse sorgt das SRK dafür, dass alle nicht-universitären Fachpersonen am richtigen Ort und zum richtigen Lohn und guten Arbeitsbedingungen angestellt sind.“

Annemarie Huber-Hotz, Präsidentin SRK

Das SRK setzt auf allen Ebenen an:

  • Gesundheitsversorgung in den Herkunftsländern stärken
  • migrierendes Personal in der Schweiz optimal einsetzen
  • Fachpersonal mit praxisnah eingeführten Pflegehelfer/-innen SRK entlasten
  • Optimale Unterstützung für zu Hause lebende, pflegebedürftige Personen anbieten

Nur wenn alle Akteure am gleichen Strick ziehen, können wir auch künftig noch auf unsere qualitativ hochstehende Versorgung zählen, ohne dass dies auf Kosten ärmerer Länder geht.