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Dalal Al-Hammadeh, Freiwillige des Syrisch-Arabischen Roten Halbmondes in Aleppo mit Amjad Al-Mohammad (7) dessen Familie vom SRK und vom Syrisch-Arabischen Roten Halbmond beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlage unterstützt wird. Sie konnten in Aleppo einen Schneiderei-Betrieb eröffnen. Die Familie hatte durch den Krieg und das Erdbeben 2023 alles verloren.

SRK unterstützt Familien in Syrien beim Neubeginn

Nach dem Machtwechsel in Syrien stehen viele Menschen vor einem Neubeginn. Der Syrisch-Arabische Rote Halbmond (SARH) und das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) helfen ihnen im Rahmen einer begleiteten Starthilfe beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlage.

News vom 9. Februar 2026

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Aleppo – das war einst eine blühende Handelsstadt. Der historische Markt, die grosse Moschee und die Zitadelle waren Touristenmagnete. Doch nach fast 14 Jahren Krieg und einem verheerenden Erdbeben steht die Altstadt auf der Liste des gefährdeten UNESCO-Welterbes. Vom einstigen Glanz ist kaum mehr etwas übrig.

Leise Hoffnung nach langjährigem Konflikt

Weite Teile der zweitgrössten Stadt Syriens liegen in Trümmern, ganze Quartiere sind zerbombt. Die Bevölkerung hat eine Odyssee aus Angst, Verlust und Vertreibung hinter sich. Viele leben in baufälligen Häusern. Anfang Jahr haben neue Kämpfe in Teilen der Stadt zu neuen Vertreibungen geführt. Doch seit dem Machtwechsel im Dezember 2024 macht sich bei vielen Bewohnerinnen und Bewohnern auch leise Hoffnung breit.

Das SRK unterstützt gemeinsam mit dem Roten Halbmond über 5000 Menschen in Syrien bei dem Aufbau einer Existenzgrundlage.

Wir ermöglichen es den Familien, sich eine Lebensgrundlage aufzubauen, und stärken ihre Resilienz. Wir geben ihnen eine begleitete Starthilfe, damit die Hoffnung anhält, die es endlich wieder gibt.

Amélie Courcaud, Landesverantwortliche des SRK in Syrien

Ein Beispiel: die Familie von Kawthar Al-Mohammad. Die 48-Jährige erwartet das SRK bei seinem Besuch im 1. Stock eines schmalen Miethauses in Aleppo.

Beratung und finanzielle Starthilfe

Zusammen mit ihrem Mann und fünf Kindern lebt sie in einer engen Dreizimmerwohnung. Eines der Zimmer ist ihr Nähstudio. Stolz zeigt uns Kawthar Al-Mohammad die Sweatshirts und langen Kleider, die sie im Auftrag eines Grosshändlers fertigstellt.

Umgerechnet 2000 Franken und ein Training in Unternehmensführung hat die Familie vom Syrisch-Arabischen Roten Halbmond (SARH) und vom SRK erhalten. Mit dieser Starthilfe hat die geschäftstüchtige Schneiderin zwei Nähmaschinen und eine kleine Solaranlage fürs Dach gekauft.

Zum ersten Mal seit Jahren glaube ich daran, dass wir wieder auf eigenen Füssen stehen können.

Kawthar Al-Mohammad

Eine Freiwillige des Roten Halbmondes steht ihr bei geschäftlichen Fragen zur Seite. «Ich bin dankbar für diese Unterstützung. Sie gibt mir Halt und Sicherheit», sagt die fünffache Mutter.

Gegen Mittag begleiten wir Kawthar Al-Mohammad zur Schule, um die Kinder abzuholen. Wir kommen an der Stelle vorbei, wo die Familie bis zum Erdbeben im Februar 2023 wohnte. Wo einst ihr Haus stand, ist jetzt nur noch ein Trümmerhaufen zu sehen.

Nur knapp gelang es den Eltern in dieser verhängnisvollen Nacht, mit den Kindern ins Freie zu rennen. «Wir hatten grosses Glück, dass wir überlebten», sagt die 48-Jährige. 6000 Menschen kamen damals in Syrien ums Leben, ebenso viele wurden verletzt.

Starthilfe wirkt schnell

«Ich bin beeindruckt, wie tapfer die Menschen sind. Es ist sehr motivierend, sie zu unterstützen», sagt Amélie Courcaud, die SRK-Landesverantwortliche in Syrien. Sie beobachtet immer wieder, dass Familien trotz aller Rückschläge das Beste aus ihrer Situation machen.

Die begleitete Starthilfe zeige eine erfreulich positive Wirkung, so Amélie Courcaud: «Schon nach wenigen Wochen geht es den meisten Familien besser, sowohl wirtschaftlich wie auch psychisch.»

Das Engagement des SRK in Syrien

Das SRK unterstützte die umfassende humanitäre Hilfe des Syrisch-Arabischen Roten Halbmondes in den 14 Jahren des Konfliktes fortlaufend. Aktuell engagiert sich das SRK in den Regionen Aleppo, ländliches Damaskus, Deir Ezzor, Hama, Homs, Idlib, Latakia und Tartus.

Seit 2018 ist das SRK mit einer eigenen Delegation in Syrien zur Unterstützung dieser Bereiche:

  • Stärkung der Ambulanzdienste

  • Schulung von Samariter-Teams

  • Nothilfe für Geflüchtete und Opfer von Landminen

  • Wiederaufbau der Lebensgrundlagen für Familien, die alles verloren haben

Zudem unterstützte das SRK den SARH mit Nothilfe nach Ereignissen wie den Waldbränden 2021, dem schweren Erdbeben 2023 und dem Cholera-Ausbruch 2024.

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