Gaza: Medizinische Versorgung sicher stellen
Im Gazastreifen ist die humanitäre Lage prekär. Die Zivilbevölkerung leidet enorm unter den Folgen des Konfliktes – medizinische Hilfe ist für viele kaum erreichbar. Die Winterbedingungen und die Kälte verschlimmern die Situation noch zusätzlich. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützt die Arbeit des Palästinensischen Roten Halbmonds (PRH), welcher vor Ort Hilfe leistet.
News vom 22. Januar 2026
Lebensrettende Hilfe in Gaza
Nach zwei Jahren Krise sind die Menschen in Gaza fast vollständig auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Hunderttausende Familien sind weiterhin vertrieben und leben in provisorischen Unterkünften wie Zelten, die kaum Schutz bieten. Die Wintermonate verschärfen die Situation zusätzlich: Starke Regenfälle führen regelmässig zu Überschwemmungen, die Zelte und persönliche Habseligkeiten durchnässen oder zerstören.
Der Winter hat die Not der Menschen in Gaza noch verstärkt. Die Kälte trifft die Kinder, die mit ihren Familien in unsicheren Unterkünften leben, besonders hart.

Auch das Gesundheitssystem steht unter enormem Druck und die Ernährungssicherheit bleibt ein Problem. Der PRH leistet unter schwierigsten Bedingungen medizinische Versorgung und humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung. Das SRK unterstützt diese Arbeit – unter anderem den lebenswichtigen Ambulanzdienst in Gaza und im Westjordanland.
Ambulanzdienst rettet Leben
Das SRK unterstützt den PRH bei der Aufrechterhaltung seines Ambulanzdienstes. Dazu gehören:
Reparatur, Wartung und Kauf von Ambulanzfahrzeugen; Ziel: 50 einsatzbereite Krankenwagen in Gaza und 100 im Westjordanland
Versorgung mit Medikamenten, medizinischer Ausrüstung und Treibstoff
Ausbildung und psychosoziale Begleitung von Freiwilligen und medizinischen Teams, die oftmals mit schweren Traumata konfrontiert sind
Bereitstellung von Schutzmaterial für medizinisches Personal
Mit dieser Unterstützung trägt das SRK dazu bei, lebensrettende Hilfe zu ermöglichen. Die Einsatzteams des PRH leisten unter sehr schwierigen Bedingungen medizinische Hilfe und transportieren Kranke und Verletzte in die wenigen noch nicht zerstörten Gesundheitseinrichtungen.
Die Notfallteams des Palästinensischen Roten Halbmonds fahren mit den Ambulanzen dorthin, wo andere nicht hingelangen und bringen die Kranken und Verletzten in die wenigen noch halbwegs funktionierenden Kliniken.
Gezielte Hilfe für medizinische Versorgung
Dank des Engagements des SRK wird die medizinische Versorgung dort verstärkt, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Dies ermöglicht es, in akuten Situationen rasch zu reagieren. Etwa beim Transport von Verletzten, der Reparatur von Gesundheitseinrichtungen oder zur Unterstützung von medizinischen Teams. Die Hilfe des SRK trägt auch dazu bei, den Betrieb einzelner Spitäler aufrechtzuerhalten.
Der Palästinensische Rote Halbmond bringt Kranke und Verletzte kostenlos in die wenigen verbleibenden Spitäler – darunter besonders verletzliche Menschen: Ältere, Gebrechliche, chronisch Kranke, Schwangere und Kinder. Für viele ist dieser Dienst lebenswichtig.
Jürg Graf
Eine enge Zusammenarbeit
Der PRH ist vor Ort aktiv – dort, wo andere keinen Zugang haben. Er übernimmt Planung und Umsetzung der Hilfsmassnahmen. Im Rahmen der Zusammenarbeit leistet das SRK finanzielle und fachliche Unterstützung. Je nach Bedarf können zudem Fachpersonen entweder direkt vor Ort oder aus der Distanz eingesetzt werden. Seit Beginn der Unterstützung vom SRK im Juli 2025 hat der PRH mit dem medizinischen Notfalldienst über 16 000 Menschen im Gazastreifen erreicht.