Coronavirus

Vergleich von Corona-Antikörpertests

Bei der Bewältigung der Corona-Epidemie spielen Antikörpertests eine wichtige Rolle. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hat deshalb eine Studie ermöglicht, in der kommerziell erhältliche Schnelltests verglichen und bewertet werden. Sie liefert wichtige Anhaltspunkte zur Beschaffung und Wirksamkeit von Antikörpertests für epidemiologische Studien.

Die vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) ermöglichte Studie untersucht in zwei Versuchsreihen kommerziell erhältliche Tests aus Europa, den USA und Asien. Analysiert werden zwei Arten von Antikörpertests: Die ETH Zürich vergleicht verschiedene Point of Care Tests (POCT), während die Interregionale Blutspende SRK Labortest vergleicht. Sobald erste Ergebnisse vorliegen, werden sie öffentlich zugänglich gemacht, um Gesundheitsbehörden und weiteren Interessierten zeitnah Entscheidungsgrundlagen zu liefern.

Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit zahlreichen Beteiligten: der ETH Zürich (Departement Biosysteme), der Interregionalen Blutspende SRK, dem Kanton Baselland, den Universitäten Bern, Basel und Zürich, der ETH Lausanne, dem Kantonsspital St. Gallen, der Fachhochschule Nordwestschweiz, dem Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut und mit Unterstützung von Freiwilligen des SRK. 

Je höher die Sensitivität eines Tests, desto sicherer erfasst er eine Erkrankung.

Für die Studie wurden mehrere Dutzend Tests beschafft und gemäss Herstellerangaben unter gleichen Bedingungen getestet und verglichen. Für die sichere Anwendung, Vergleichbarkeit und Kosteneffizienz ist es zentral, dass die Sensitivität und Spezifizität von Antikörpertests vorgängig überprüft wird. Je höher die Sensitivität eines Tests, desto sicherer erfasst er eine Erkrankung. Die Spezifität erfasst dagegen die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich Gesunde, die keine Covid-19-Infektion durchgemacht haben, im Test als gesund erkannt werden. 

Zur Verifikation aller Tests werden Covid-19-Blutproben aus der Biobank des Kantons Basel-Land beigezogen sowie Proben von Blutspendern aus früheren Jahren, die Grippesymptome aufwiesen. Die verwendeten Covid-19-Blutproben repräsentieren verschiedene Krankheitsverläufe (asymptomatische, leichte und schwere Erkrankungen) und Altersgruppen. Diese breite Datenbasis, die nicht nur hospitalisierte Patienten umfasst, ist eine wichtige Voraussetzung, um gültige Aussagen zur Treffgenauigkeit der Test zu machen.

Elf POCT-Schnelltests im Vergleich

POCT-Schnelltests sind kostengünstige und effiziente Schnelltests, die schon nach kurzer Zeit Resultate liefern. Die Vergleichsstudie der ETH Zürich kommt zum Schluss, dass sie sich damit unter den aktuellen Bedingungen (geringe Durchseuchungsrate) für epidemiologische Studien in der Bevölkerung eignen. Die Autoren der Studie stellen aber auch fest, dass die Suche nach einem zuverlässigen und für die jeweilige Situation geeigneten Test aufwändig ist.

Von elf analysierten Schnelltests ist laut Studie einer für die direkte Anwendung geeignet. Fünf können als Kombination eingesetzt werden und ergeben aussagekräftige Resultate (Trefferquote über 98,5%), wenn die positiven Treffer nochmals mit einem zweiten Test überprüft werden. 

Grosse Unterschiede zwischen Herstellerangaben und Studie

Die publizierten Ergebnisse unterscheiden sich teilweise beträchtlich von den Herstellerangaben und früheren Studien. «Wir führen dies auf den vergleichsweise hohen Anteil negativer Blutproben in unserem Sample zurück», schreiben die Autoren: «Darüber hinaus ist es unabdingbar, dass die getesteten Blutproben das ganze Spektrum an Antikörpern beinhalten und nicht nur schwere Erkrankungen repräsentieren.»

Für die generelle Bestimmung der Herdenimmunität in Bevölkerungsgruppen und Bewältigung einer weiteren Welle gibt es laut Studie exakte, rasche und kostengünstige Verfahren. Für Abklärungen zur Immunität von Einzelpersonen seien die erhältlichen Tests hingegen weniger geeignet, bilanzieren die Autoren der Studie.

Link zu den Forschungsergebnissen

Labortests im Vergleich

Die zweite Testreihe vergleicht aktuell erhältliche ELISA-Labortests und wird von der Interregionalen Blutspende SRK koordiniert. Ergebnisse werden voraussichtlich Ende September vorliegen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

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