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Sudan-Krise: Das Rote Kreuz handelt

Seit April 2023 erschüttert der Konflikt im Sudan das Leben von Millionen Menschen. Familien müssen fliehen, die Versorgung bricht zusammen und die humanitäre Not wächst stetig. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) steht an der Seite des Sudanesischen Roten Halbmonds im Einsatz. Sonia de la Cruz, SRK-Delegierte vor Ort, berichtet über ihre Arbeit inmitten von Leid und Not.

Reportage vom 21. April 2026

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Sonia de la Cruz

Sudan-Delegierte des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK)

Die 51-Jährige ist seit April 2025 SRK-Delegierte für den Sudan. Sie reist regelmässig nach Port Sudan, um die Aktivitäten des Sudanesischen Roten Halbmonds zu unterstützen. Die Spezialistin für finanzielle Hilfe im humanitären Bereich hat 10 Jahre Erfahrung in ihrem Fachgebiet.

Im Sudan hat der Konflikt zwischen Regierungstruppen und Rapid Support Forces (RSF) bereits 13,5 Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben. In vielen Regionen erschüttern die Kämpfe den Alltag der dort lebenden Menschen. Familien verlieren ihr Zuhause und alles, was ihnen Halt gibt. Sie kämpfen täglich ums Überleben. Es mangelt an Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung. Die Kinder wachsen in Ungewissheit auf. Rund 80 Prozent der medizinischen Infrastruktur sind ausser Betrieb. Besonders hart trifft dies Kranke, Schwangere und Kleinkinder.

Sonia de la Cruz begleitet die Massnahmen, die das SRK gemeinsam mit dem Sudanesischen Roten Halbmond für die geflüchteten Familien umsetzt. Bei ihrer Arbeit sieht sie tagtäglich, wie sich der Konflikt auf den Alltag auswirkt.

Vor Ort begegne ich Familien, die alles verloren haben. Viele leben unter äusserst prekären Bedingungen.

Sonia de la Cruz

Die Sudan-Krise in Zahlen

Millionen Menschen

Mehr als 13,5 Millionen Menschen sind seit April 2023 auf der Flucht.

Millionen Kinder

15,2 Millionen Kinder befinden sich in einer humanitären Notlage.

Freiwilligen

Der Sudanesische Rote Halbmond ist in allen 18 Bundesstaaten des Landes mit mehr als 12 000 Freiwilligen vertreten.

Die Not der geflüchteten Familien lindern

Eine Frau mit ihrem Kind auf dem Arm blickt in die Kamera. Im Hintergrund stehen zwei Reihen von Notunterkünften.
Diese Frau und ihr Kleinkind gehören zu den über 30 Millionen Menschen, die vom Konflikt betroffen und auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

Im Sudan unterstützt das SRK Projekte, die Bargeldhilfe für besonders verletzliche Familien ermöglichen. So können diese selbst beschaffen, was sie am dringendsten benötigen: Essen, Medikamente, Baumaterial usw. Solange die Menschen Zugang zu den lokalen Märkten haben, ist diese Hilfe besonders wirksam. 

2025 ermöglichten zwei durch das SRK unterstützte Projekte in Sheikan und Sinkat 3500 verletzlichen Haushalten, ihre Grundbedürfnisse zu decken. Dies kam auch den lokalen Märkten und der einheimischen Bevölkerung zugute.

Die Teams vor Ort arbeiten in einem sehr instabilen Umfeld. Unsicherheit, Vertreibungen und Kommunikationsausfälle prägen den Alltag. Dennoch bleiben die Helferinnen und Helfer für die geflüchteten Familien im Einsatz. Sonia de la Cruz: «Es ist eine grosse Herausforderung, Familien auf der Flucht mit finanzieller Hilfe zu versorgen. Dennoch konnten wir im vergangenen Jahr 21 000 Menschen auf diese Weise unterstützen.» Dank des Sudanesischen Roten Halbmonds bleibt diese Hilfe weiterhin möglich. Seine Teams kennen die Gemeinschaften, deren Bedürfnisse und die Gefahren. Ihr Engagement bringt Hilfe weiterhin dorthin, wo sie dringend gebraucht wird.

Die Bargeld-Verteilungen erfolgen unter strengen Sicherheits-Massnahmen. «Wir teilen den Ort und das Datum der Abgabe nur einem kleinen Personenkreis mit», erklärt Sonia de la Cruz. Im Sudan besitzen nur wenige Menschen ein Bankkonto. Der Sudanesische Rote Halbmond greift daher auf andere Lösungen zurück. Und sorgt dafür, dass die Hilfe auch wirklich bei den Begünstigten ankommt. 

Sonia de la Cruz koordiniert diese Arbeit von Port Sudan aus. Der Zugang zu den Begünstigten ist oft schwierig. Trotz der Risiken engagieren sich die lokalen Teams und Freiwilligen weiterhin für die Bevölkerung.

Zwei Frauen sitzen sich gegenüber. Eine von ihnen trägt eine Weste des Roten Halbmonds und schaut auf ihr Mobiltelefon.
Die blinde Frau links im Bild hat den Konflikt in Khartum überlebt. Sie hat Angehörige verloren und gehört zu den verletzlichen Personen, die Bargeldhilfe erhalten.

Für die Gesundheit von Mutter und Kind

Eine Gruppe von Menschen sitzt in einem grossen Zelt auf dem Boden. In der Mitte steht eine Frau in einer Weste des Roten Halbmonds.
In Nord-Kordofan stärkt das SRK auch die Gesundheitsversorgung von Müttern, Säuglingen und Kleinkindern.

Das SRK unterstützt nicht nur die finanzielle Hilfe. In Nord-Kordofan stärkt es den Roten Halbmond auch dabei, die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Das SRK stattete fünf medizinische Zentren aus, um die Gesundheit von schwangeren Frauen, Säuglingen und Kleinkindern zu verbessern. Ausserdem schulte er Freiwillige in Mutter-Kind-Gesundheit, unterstützte medizinisches Personal und Hebammen und richtete eine psychosoziale Begleitung sowie Spielplätze für Kinder ein.

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