Schwere Sturzflut in Nepal: Das Rote Kreuz leistet Nothilfe
Nach der schweren Sturzflut in Nepal steht das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) den Betroffenen zur Seite. Für die Nothilfe und den Wiederaufbau setzt das SRK vorerst 1,2 Millionen Franken ein. Es hält sich bereit, das lokale Rote Kreuz mit Fachpersonal zu unterstützen. Dieses ist seit den ersten Stunden im Einsatz.
von Franziska Stocker
• •Eine schwere Sturzflut im Norden des Landes in den Provinzen Razuwa und Nuwakot hat grosse Verwüstung angerichtet. An einigen Orten wurden Flutwellen von schätzungsweise 8 bis 10 Metern Höhe beobachtet. Die Sturzflut riss Dörfer mit und beschädigte Strassen, Brücken, Märkte und Wasserkraftanlagen. Zahlreiche Personen gelten als vermisst. Die Zahl der Toten und Verletzten steigt weiter. Die humanitären Bedürfnisse vor Ort sind riesig.
Die Suche nach den Vermissten dauert an. Die Verletzten müssen medizinisch versorgt werden. Zahlreiche Gebiete sind noch von der Versorgung abgeschnitten und nur per Helikopter zu erreichen. Teilweise sind die Strom- und Mobilfunkverbindungen zerstört. Mindestens 90 000 Menschen sind von der Katastrophe betroffen. Tausende benötigen eine Unterkunft sowie lebensnotwendige Güter wie Wasser, Nahrung, Decken und Kleidung.
Das SRK ruft zu Spenden auf
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hat zu Spenden aufgerufen. Für die Nothilfe und Wiederaufbau plant es 1,2 Million Franken einzusetzen. Darin enthalten sind auch Beiträge des Bundes. Das SRK ermittelt die Bedürfnisse vor Ort und koordiniert die Hilfsmassnahmen zusammen mit seinen Partnern der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Ausserdem steht es bereit, die Nothilfe des lokalen Roten Kreuzes mit Fachpersonal zu unterstützen.

Jede Spende hilft dem Nepalesischen Roten Kreuz, lebensrettende Soforthilfe wie sauberes Wasser, Lebensmittel, Notunterkünfte und Hygieneartikel bereitzustellen. Zudem ermöglicht sie betroffenen Familien den Wiederaufbau und die Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben.
Kamal Baral, Länderverantwortlicher Nepal
Das Rote Kreuz ist aktiv
Das Nepalesische Rote Kreuz (NRK) reagierte unmittelbar auf die Sturzflut. Hunderte freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützen die Betroffenen vor Ort, auch in schwer zugänglichen und abgeschnittenen Regionen. Sie versorgen die Betroffenen mit lebenswichtigen Hilfsgütern wie Decken, Blachen, Erste-Hilfe-Sets, Nahrungsmitteln und Wasser sowie mit Bergungssäcken für Verstorbene. Zudem unterstützt das NRK Vertriebene in verschiedenen Notunterkünften und Flüchtlingscamps mit dringend benötigter Hilfe.
Speziell geschulte Teams leisten psychosoziale Unterstützung für Überlebende und ihre Angehörigen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Einsatzes des Roten Kreuzes vor Ort ist die Unterstützung bei der Suche nach vermissten Familienmitgliedern und die Wiederherstellung des Kontakts zwischen getrennten Angehörigen.

Die riesige Flutwelle hat ganze Dörfer weggerissen. Die Wucht des Wassers war unglaublich zerstörerisch. Die nepalesische Bevölkerung braucht jetzt dringend Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen dieser Katastrophe.
Pascal Morf, Leiter Katastrophenmanagement beim SRK
Suche nach vermissten Personen
Nach der verheerenden Sturzflut in Nepal suchen tausende Menschen nach vermissten Angehörigen. Das Nepalesische Rote Kreuz (NRK) unterstützt Betroffene mit seinem Suchdienst. Rund 250 geschulte Freiwillige sind im Einsatz: Sie nehmen Suchanfragen entgegen, helfen Familien, den Kontakt zu vermissten Angehörigen wiederherzustellen, und gleichen Informationen mit Behörden, Spitälern und Notunterkünften ab. Bislang haben sich rund 500 Personen an das NRK gewandt. Das SRK unterstützt diese wichtige Arbeit des Nepalesischen Roten Kreuzes finanziell.
Neben der Vermisstensuche engagiert sich das NRK auch bei der Bergung und Dokumentation von Verstorbenen. Dabei werden wichtige Informationen erfasst, um eine spätere Identifizierung der Todesopfer zu ermöglichen und den Familien Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen zu verschaffen. Diese Massnahmen gewährleisten einen würdevollen Umgang mit den Verstorbenen und ermöglichen eine spätere Übergabe an die Angehörigen für eine angemessene Bestattung. Für betroffene Familien gehört die Ungewissheit über das Schicksal vermisster Angehöriger zu den schwersten Folgen einer Katastrophe. Die Arbeit des Roten Kreuzes trägt dazu bei, Familien wieder miteinander in Kontakt zu bringen, Schicksale zu klären und Menschen in einer Ausnahmesituation Hoffnung und Gewissheit zu geben.
Fragen und Antworten zu der Sturzflut in Nepal
Zahlen zu der Sturzflut in Nepal
Personen
Über 90 000 Personen sind von der Flutkatastrophe in Nepal betroffen und brauchen dringend Hilfe.
Freiwillige
545 ausgebildete freiwillige Helferinnen und Helfer des Nepalesischen Roten Kreuzes sind aktuell in den Bezirken Rasuwa, Nuwakot, Dhading bei der Katastrophenhilfe im Einsatz.
Bezirke
Die Sturzflut verschüttete viele Dörfer, 49 Bezirke sind besonders betroffen.

