Schwere Sturzflut in Nepal: Das Rote Kreuz leistet Nothilfe
Nach der schweren Sturzflut in Nepal steht das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) den Betroffenen zur Seite. Für die Nothilfe und den Wiederaufbau setzt das SRK vorerst 1,2 Millionen Franken ein. Es hält sich bereit, das lokale Rote Kreuz mit Fachpersonal zu unterstützen. Dieses steht seit Beginn unermüdlich im Einsatz.
von Franziska Stocker
• •Die schwere Sturzflut vom 26. August hat im Norden von Nepal enorme Zerstörung und grosses Leid verursacht. Häuser, Strassen, Brücken und weitere Infrastrukturen wurden schwer beschädigt. Ganze Dörfer wurden von den Wassermassen mitgerissen. Einige der am stärksten betroffenen Gemeinden sind noch immer kaum erreichbar. Auch ein Monat nach der Katastrophe suchen Tausende Menschen nach vermissten Angehörigen.
Dank dem Roten Kreuz erhielten bisher
Menschen
psychologische erste Hilfe
Menschen
Zugang zu sauberem Wasser
Menschen
dringend benötigte Hilfsgüter
Das SRK ruft zu Spenden auf
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) ist in Nepal seit vielen Jahren tätig und gut vernetzt. Für die Nothilfe und den Wiederaufbau plant es 1,2 Million Franken einzusetzen. Das SRK ermittelt mit seiner Delegation die Bedürfnisse vor Ort und koordiniert die Hilfsmassnahmen zusammen mit den Partnern der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Ausserdem steht es bereit, die Nothilfe des lokalen Roten Kreuzes mit Fachpersonal zu unterstützen.

Jede Spende hilft dem Nepalesischen Roten Kreuz, lebensrettende Soforthilfe wie sauberes Wasser, Lebensmittel, Notunterkünfte und Hygieneartikel bereitzustellen. Zudem ermöglicht sie betroffenen Familien den Wiederaufbau und die Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben.
Kamal Baral, Länderverantwortlicher Nepal
Das Rote Kreuz ist aktiv
Das Nepalesische Rote Kreuz (NRK) reagierte unmittelbar auf die Sturzflut. Hunderte freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützen die Betroffenen vor Ort, auch in schwer zugänglichen und abgeschnittenen Regionen. Sie versorgen die Betroffenen mit lebenswichtigen Hilfsgütern wie Decken, Blachen, Erste-Hilfe-Sets, Nahrungsmitteln und Wasser. Zudem betreibt das NRK mehrere Notfallkliniken und unterstützt Familien in verschiedenen Notunterkünften und Zeltcamps.
Speziell geschulte Teams leisten psychosoziale Unterstützung. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Einsatzes des Roten Kreuzes vor Ort ist die Unterstützung bei der Suche nach vermissten Familienmitgliedern und die Wiederherstellung des Kontakts zwischen getrennten Angehörigen.

Die riesige Flutwelle hat ganze Dörfer weggerissen. Die Wucht des Wassers war unglaublich zerstörerisch. Die nepalesische Bevölkerung braucht jetzt dringend Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen dieser Katastrophe.
Pascal Morf, Leiter Katastrophenmanagement beim SRK
Suche nach vermissten Personen
Das Nepalesische Rote Kreuz (NRK) unterstützt Betroffene mit seinem Suchdienst. Rund 250 geschulte Freiwillige sind im Einsatz: Sie nehmen Suchanfragen entgegen, helfen Familien, den Kontakt zu vermissten Angehörigen wiederherzustellen, und gleichen Informationen mit Behörden, Spitälern und Notunterkünften ab. Noch immer werden über 5700 Menschen vermisst. Das SRK unterstützt diese wichtige Arbeit des Nepalesischen Roten Kreuzes finanziell.
Neben der Vermisstensuche engagiert sich das NRK auch bei der Bergung und Dokumentation von Verstorbenen. Dabei werden wichtige Informationen erfasst, um eine spätere Identifizierung der Todesopfer zu ermöglichen und den Familien Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen zu verschaffen. Diese Massnahmen gewährleisten einen würdevollen Umgang mit den Verstorbenen und ermöglichen eine spätere Übergabe an die Angehörigen für eine angemessene Bestattung. Für betroffene Familien gehört die Ungewissheit über das Schicksal vermisster Angehöriger zu den schwersten Folgen einer Katastrophe. Die Arbeit des Roten Kreuzes trägt dazu bei, Familien wieder miteinander in Kontakt zu bringen, Schicksale zu klären und Menschen in einer Ausnahmesituation Hoffnung und Gewissheit zu geben.
Fragen und Antworten zu der Sturzflut in Nepal
Zahlen zu der Sturzflut in Nepal
Personen
Über 90 000 Personen sind von der Flutkatastrophe in Nepal betroffen und brauchen dringend Hilfe.
Freiwillige
545 ausgebildete freiwillige Helferinnen und Helfer des Nepalesischen Roten Kreuzes sind aktuell in den Bezirken Rasuwa, Nuwakot, Dhading bei der Katastrophenhilfe im Einsatz.
Bezirke
Die Sturzflut verschüttete viele Dörfer, 49 Bezirke sind besonders betroffen.
