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Demokratische Republik Kongo: SRK unterstützt Eindämmung von Ebola

Mitte Mai kam es in der Demokratischen Republik Kongo zu einem Ebola-Ausbruch. Was genau ist das Ebola-Virus und welche Rolle spielt das Rote Kreuz bei der Bekämpfung?

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Mitte Mai dieses Jahres bestätigte die Regierung der Demokratischen Republik Kongo (DRK) einen neuen Ebola-Ausbruch in der Provinz Ituri im Osten des Landes. Vier Monate später sind mehr als 6700 Infizierte und gegen 3300 Todesfälle bekannt. Es handelt sich um den bisher schwersten Ebola-Ausbruch in der DRK. Inzwischen sind sechs Provinzen betroffen.

Bekämpfung des Ebola-Virus

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) hat ein länderübergreifendes Team aufgeboten, um die Epidemie im Land einzudämmen. Auch das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) beteiligt sich an der Ebola-Bekämpfung. Es hat unter anderem einen Einsatzleiter in die DRK entsandt, um die Nothilfe und das Logistik-Team zu koordinieren.

Das Logistik-Team hatte die Aufgabe, im Gebiet des Ausbruchs eine temporäre Wohn- und Einsatzzentrale für die Freiwilligen und Mitarbeitenden der nationalen Rotkreuz-Gesellschaft sowie die internationalen Nothilfedelegierten einzurichten. In dieser abgelegenen Region fehlt es an entsprechender Infrastruktur.

Das Misstrauen der Bevölkerung, Falschinformationen und eine angespannte Sicherheitslage erschweren die Bekämpfung der Krankheit.

Zentrale Rolle der Rotkreuz-Freiwilligen

Die Freiwilligen des lokalen Roten Kreuzes waren als Erste im Einsatz. Sie sind zentrale Akteure im Kampf gegen die Krankheit: Als Mitglieder der lokalen Gemeinschaften können sie die Menschen beruhigen und Fehlinformationen berichtigen, die sich genauso schnell verbreiten wie das Virus selbst. Vertrauen aufzubauen und den Dialog zu suchen ist entscheidend, damit Menschen frühzeitig medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Gross angelegte Sensibilisierungs-Kampagnen informieren über die Risiken beim Umgang mit Verstorbenen, die Bedeutung sicherer und würdevoller Bestattungen und das sofortige Melden von Symptomen. Ein Radioprogramm des Roten Kreuzes hilft, diese Botschaften breit zu streuen.

Beerdigungen

Die Rotkreuz-Teams haben bisher 1900 sichere und würdevolle Bestattungen durchgeführt.

Freiwillige

Das Rote Kreuz hat 1700 Freiwillige in den von der Epidemie betroffenen Gebieten eingesetzt.

Millionen Franken

Die IFRC hat einen Nothilfeaufruf in der Höhe von 29 Millionen Franken gestartet, um den Ebola-Ausbruch wirksam einzudämmen.

Gefahr durch Ebola

Beinahe jede zweite infizierte Person stirbt an der Krankheit. Ebola kann hämorrhagisches Fieber mit starken Blutungen verursachen. In der DRK haben sich bereits Tausende Menschen mit dem Virus angesteckt und zahlreiche sind daran gestorben. Fachleute gehen davon aus, dass es noch viel mehr Fälle gibt, die nicht erkannt wurden. Einen Impfstoff gegen diesen Virus gibt es derzeit nicht. Die WHO hat einen weltweiten Gesundheitsnotstand erklärt.

Der Ausbruch begann in der Provinz Ituri, nahe den Grenzen zu Uganda und Südsudan. In dieser Region herrschen Konflikte, was die Bekämpfung der Infektionskrankheit erschwert. Migrationsbewegungen, Handel und grenzüberschreitende Familienbeziehungen erhöhen die Gefahr einer Ausbreitung in die Nachbarländer.

KURZ ERKLÄRT

Hämorrhagisches Fieber

Der Körper wird so stark geschädigt, dass er die Fähigkeit verliert, Blutungen zu stoppen (blutungsbedingt = hämorrhagisch). Gleichzeitig versucht er, das Virus mit einer erhöhten Temperatur zu bekämpfen.

Seltene Virusvariante

Der Ebola-Ausbruch in der DRK ist auf den Bundibugyo-Stamm zurückzuführen. Diese Virusvariante ist selten und schlechter erforscht. Es sind weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie verfügbar. Das liegt daran, dass der Fokus bisher auf der Entwicklung von Impfstoffen gegen die Zaire-Variante, welche die grossen Ebola-Epidemien verursacht hat, lag.

Die Virusvariante Bundibugyo wurde nach der gleichnamigen Region in Uganda benannt – dort wurde diese Variante des Ebola-Virus zum ersten Mal nachgewiesen.

Rotkreuz-Freiwillige unter Todesopfern

Drei Freiwillige des Roten Kreuzes der DRK zählen zu den ersten bekannten Opfern des Ebola-Ausbruchs. Es wird angenommen, dass sie sich infizierten, als sie Ende März im Rahmen einer humanitären Mission Verstorbene bestatteten. Zu diesem Zeitpunkt war der Ausbruch des Ebola-Virus noch nicht bekannt.

Angriff auf Freiwillige

Am 1. Juni wurden Freiwillige des Roten Kreuzes angegriffen, während sie eine Bestattung für Ebola-Todesopfer durchführten. Mehrere Freiwillige wurden bei dem Vorfall verletzt. Seither ist es zu weiteren Zwischenfällen gekommen.

Sichere und würdevolle Bestattungen sind bei der Bekämpfung des Ebola-Virus essenziell, da die Körper von an Ebola verstorbenen Menschen weiterhin infektiös sind. Falschinformationen und Gerüchte schüren derweil Ängste in der Bevölkerung, was die Risiken sowohl für sie als auch für humanitäre Helfende erhöht.

Fragen und Antworten zum Ebola-Virus

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