Ausbruch des Ebola-Virus
In der Demokratischen Republik Kongo ist das Ebola-Virus ausgebrochen. Was genau ist das Ebola-Virus und welche Rolle spielt das Rote Kreuz bei der Bekämpfung?
News
Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo (DRK) hat einen neuen Ebola-Ausbruch in der Provinz Ituri im Osten des Landes bestätigt. Bis zum 27. Mai 2026 wurden über 1000 Verdachtsfälle und 255 Todesfälle gemeldet.
Bekämpfung des Ebola-Virus
Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) hat ein länderübergreifendes Team aufgeboten. Das Schweizerische Rote Kreuz beteiligt sich an der Ebola-Bekämpfung und schickt Einsatzleiter Bruno Michon in die DRK, wo er die Nothilfe der IFRC koordiniert.
Eine zweite Fachperson des SRK wird zehn Tage später entsandt. Der Logistiker Rui Gonçalves ist damit beauftragt, eine temporäre Unterkunft und Einsatzzentrale für Freiwillige und Mitarbeitende der nationalen Rotkreuzgesellschaft sowie für internationale Nothilfedelegierte im Gebiet des Ebola-Ausbruches zu errichten. In dieser abgelegenen Region fehlt es an entsprechender Infrastruktur. Er arbeitet unter der Leitung des Dänischen Roten KreuzesÖffnet ein neues Fenster.

Ein rasches Handeln mit möglichst direktem Einbezug der Gemeinschaften ist zentral, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Bruno Michon, Einsatzleiter

Unsere Aufgabe ist es, ein Basislager einzurichten, in dem die Delegierten und die Mitarbeitenden des lokalen Roten Kreuzes leben und arbeiten können.
Rui Gonçalves, Logistiker
Zentrale Rolle der Rotkreuz-Freiwilligen
Als vertrauenswürdige Mitglieder der Gemeinschaften, in denen sie leben, sind die Freiwilligen des Roten Kreuzes oft die ersten Einsatzkräfte bei Gesundheitsnotlagen. Ihre Präsenz ist entscheidend für eine erfolgreiche Eindämmung. Angst und Fehlinformationen können sich bei Ebola-Ausbrüchen genauso schnell verbreiten wie das Virus selbst. Ein lokaler Dialog ist entscheidend, damit Menschen frühzeitig medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. In den betroffenen Gebieten Bunia und Rwampara laufen gross angelegte Sensibilisierungs-Kampagnen von Tür zu Tür. Ein Radioprogramm des Roten Kreuzes verstärkt die Botschaften, die sich auf folgende Punkte konzentrieren:
Risiken beim Umgang mit Verstorbenen
Bedeutung sicherer und würdevoller Bestattungen
Rasches Melden von Symptomen
Frühere Ebola-Ausbrüche haben gezeigt, dass die Übertragungskette schneller durchbrochen werden kann, wenn die Bevölkerung Vertrauen in die Massnahmen hat, frühzeitig medizinische Hilfe sucht und Zugang zu verlässlichen Informationen und Unterstützung erhält.
Freiwillige
Mehr als 200 Freiwillige des Roten Kreuzes der DRK sind im Einsatz zur Bekämpfung und Eindämmung von Ebola.
Familien
haben Rotkreuz-Freiwillige am ersten Tag ihres Einsatzes erreicht.
Millionen Franken
Die IFRC hat einen Nothilfeaufruf in der Höhe von 29 Millionen Franken gestartet, um den Ebola-Ausbruch wirksam einzudämmen.
Gefahr durch Ebola
Mehr als jede dritte infizierte Person stirbt an der Krankheit. Ebola kann hämorrhagisches Fieber und starke Blutungen verursachen. In der DRK sind bereits viele Menschen gestorben, und Hunderte haben sich angesteckt. Fachleute gehen davon aus, dass es noch viel mehr Fälle gibt, die nicht erkannt wurden. Einen Impfstoff gegen diesen Virus gibt es derzeit nicht. Die WHO hat einen weltweiten Gesundheitsnotstand erklärt.
Der Ausbruch begann in der Provinz Ituri, nahe den Grenzen zu Uganda und Südsudan. In dieser Region herrschen Konflikte, was die Bekämpfung der Infektionskrankheit erschwert. Zudem sind viele Menschen unterwegs und überqueren Grenzen. Dadurch kann sich das Virus leicht in andere Länder ausbreiten. Erste Fälle wurden bereits gemeldet – das zeigt, dass sich das Virus schnell verbreitet.
KURZ ERKLÄRT
Hämorrhagisches Fieber
Der Körper wird so stark geschädigt, dass er die Fähigkeit verliert, Blutungen zu stoppen (blutungsbedingt = hämorrhagisch). Gleichzeitig versucht er, das Virus mit einer erhöhten Temperatur zu bekämpfen.
Seltene Virusvariante
Der Ebola-Ausbruch in der DRK ist auf den Bundibugyo-Stamm zurückzuführen. Diese Virusvariante ist selten und schlechter erforscht. Es sind weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie verfügbar. Das liegt daran, dass der Fokus bisher auf der Entwicklung von Impfstoffen gegen die Zaire-Variante, welche die grossen Ebola-Epidemien verursacht hat, lag.
Die Virusvariante Bundibugyo wurde nach der gleichnamigen Region in Uganda benannt – dort wurde diese Variante des Ebola-Virus zum ersten Mal nachgewiesen.
Rotkreuz-Freiwillige unter Todesopfern
Drei Freiwillige des Roten Kreuzes der DRK zählen zu den ersten bekannten Opfern des Ebola-Ausbruchs. Es wird angenommen, dass sie sich infizierten, als sie Ende März im Rahmen einer humanitären Mission Verstorbene bestatteten. Zu diesem Zeitpunkt war der Ausbruch des Ebola-Virus noch nicht bekannt.
Angriff auf Freiwillige
Am 1. Juni wurden Freiwillige des Roten Kreuzes angegriffen, während sie eine Bestattung für Ebola-Todesopfer durchführten. Mehrere Freiwillige wurden bei dem Vorfall verletzt.
Sichere und würdevolle Bestattungen sind bei der Bekämpfung des Ebola-Virus essenziell, da die Körper von an Ebola verstorbenen Menschen weiterhin infektiös sind. Falschinformationen und Gerüchte schüren derweil Ängste in der Bevölkerung, was die Risiken sowohl für sie als auch für humanitäre Helfende erhöht.


