Kinderbetreuuerin und zwei Mädchen sitzen lachend im Garten und halten Schnecken in der Hand. Im Hintergrund ist die Mutter zu sehen. Sie geht an Krücken.

Bevor alles zu viel wird ...

Reportage • 6.3.2022

Nach einer Knieoperation findet sich die alleinerziehende Mutter, Petra Schnyder, erschöpft auf dem Sofa wieder, mit einer Agenda voller Arzt- und Physiotermine und wenig Zeit und Kraft für den Alltag mit ihren Mädchen. Auch dank der Kinderbetreuung zu Hause des Roten Kreuzes war für die beiden Töchter Lea und Paula in dieser Zeit gut gesorgt.

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Die Rotkreuz-Kinderbetreuung springt ein, wenn Kinder krank sind oder Eltern eine schwierige Zeit durchmachen. Symbolbilder
Die Rotkreuz-Kinderbetreuung springt ein, wenn Kinder krank sind oder Eltern eine schwierige Zeit durchmachen. Symbolbilder

Es klingelt an der Tür der Familie Schnyder. Lea, 10, und Paula, 8, öffnen der Rotkreuz-Kinderbetreuerin Andrea Haas die Tür. Ein fröhliches Hallo, man kennt sich. Paula trägt das Backbuch bereits unter dem Arm: «Ich bringe morgen Muffins mit in die Schule. Wir feiern meinen Geburtstag.» Andrea Haas lacht und zaubert, Butter und Eier aus ihrer Tasche – dass heute gebacken wird, ist schon lange abgemacht, die Vorfreude gross.

Die Kinderbetreuerin macht einem Mädchen eine Frisur. Das andere Mädchen schaut ihr dabei zu. Im Hintergrund sitzt die Mutter auf dem Sofa und liest ein Buch. Neben ihr stehen Krücken.
Mir wurde schnell klar, dass ich das alleine nicht schaffen werde. Ich musste mir und den Mädchen Unterstützung organisieren, bevor mir alles zu viel wird.

Petra Schnyder, Mutter

Unterstützung – bevor alles zu viel wird

Die Mutter der beiden Mädchen winkt vom Sofa aus, das Bein hochgelagert, wie vom Arzt verordnet. Die Knieoperation hat die 37-jährige erschöpft, das Knie braucht Schonung und der Kalender ist voll mit Arzt- und Physioterminen. Bereits als feststand, dass Petra Schnyders Knie operiert werden muss, machte die Hausärztin die alleinerziehende Mutter auf die Kinderbetreuung zu Hause vom Roten Kreuz aufmerksam. Denn wie sollte sie, die ihr Knie in den ersten Wochen nicht belasten durfte, schon nur die drei Mahlzeiten täglich auf den Tisch stellen? «Mir wurde schnell klar, dass ich das alleine nicht schaffen werde. Ich musste mir und den Mädchen Unterstützung organisieren, bevor mir alles zu viel wird,» sagt Petra Schnyder rückblickend.

KBH: Die Rotkreuz-Kinderbetreuung springt ein, wenn Kinder krank sind oder Eltern eine schwierige Zeit durchmachen. Symbolbild
Wir kümmern uns um die Mama und Andrea kümmert sich um uns.

Lea, 10

Auch für die Mahlzeiten wird gesorgt

Neben einer Nachbarsfamilie wurde so auch Andrea Haas fix in die Betreuung von Lea und Paula einbezogen. Zwei Mal die Woche kocht die Rotkreuz-Kinderbetreuerin für die Familie Zmittag und verbringt den Nachmittag mit den Mädchen. Sie machen Hausaufgaben, Spaziergänge im Wald, bringen Lea ins Fussballtraining und backen Muffins. Um das Frühstück kümmern sich die Beiden selbständig – inkl. Kaffee für die Mama.

KBH: Die Rotkreuz-Kinderbetreuung springt ein, wenn Kinder krank sind oder Eltern eine schwierige Zeit durchmachen. Symbolbild
Es ist eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit, bei der viel zurückkommt. Kinder und Eltern sind sehr dankbar.

Andrea Haas, SRK-Kinderbetreuerin

Zeit für die Kinder

«Wir kümmern uns um die Mama und Andrea kümmert sich um uns,» erzählt Lea, während sie die Förmchen in das Muffinblech drapiert. Paula findet es toll, dass Andrea Zeit für sie und ihre Schwester hat. Der Teig ist bereit und wird von Paula in die Förmchen gefüllt. Mit einer Engelsgeduld wischt Andrea auf, was es nicht in die Förmchen schafft. «Ich selber bin Mutter von drei erwachsenen Jungs. Die Nachmittage mit den beiden Mädchen zu verbringen macht mir grossen Spass. Erziehungsauftrag habe ich keinen,» lacht die 52-jährige und putzt weiter Teig auf.

KBH: Die Rotkreuz-Kinderbetreuung springt ein, wenn Kinder krank sind oder Eltern eine schwierige Zeit durchmachen. Symbolbild
Dass die Betreuung der Mädchen so unkompliziert klappt, ist für mich eine riesige Erleichterung. Ich weiss nicht, was ich ohne das Rote Kreuz gemacht hätte.

Petra Schnyder, Mutter

Vertrauen und Normalität

Welches ist der Auftrag und gleichzeitig das Erfolgsrezept der Rotkreuz-Kinderbetreuerinnen, die oft auch sehr kurzfristig in herausfordernde Familiensituationen gerufen werden? «Alles tun, um Vertrauen und Normalität aufzubauen, » erklärt Andrea Haas. «Es ist eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit, bei der viel zurückkommt. Kinder und Eltern sind sehr dankbar.»

«Dass die Betreuung der Mädchen so unkompliziert klappt, ist für mich eine riesige Erleichterung,» sagt Petra Schnyder, geniesst den ofenwarmen Muffin und ergänzt: «Ich weiss wirklich nicht, was ich ohne das Rote Kreuz gemacht hätte.»

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