Familiennachzug

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Sie haben in der Schweiz ein Asylverfahren durchlaufen und möchten Familienmitglieder in die Schweiz holen? Die Rechtsberatungsstelle in Ihrem Kanton kann Ihnen nicht weiterhelfen? Wir beraten Sie.

Voraussetzungen für den Familiennachzug

Damit Sie den Familiennachzug beantragen können, müssen Sie zuerst das Asylverfahren abgeschlossen haben. Die Voraussetzungen, unter denen Familien-Angehörige in die Schweiz kommen können, unterscheiden sich je nach Aufenthalts-Status der Person in der Schweiz.

Falls Sie erst nach Ihrer Flucht eine Familie wurden, gelten die Bestimmungen für Personen mit einer Aufenthalts-Bewilligung (siehe «Personen mit einer vorläufigen Aufnahme» und «Personen mit einer Aufenthalts-Bewilligung»).

Falls Sie vor der Flucht als Familie zusammengewohnt haben und durch die Flucht von Ihren Angehörigen getrennt wurden, erhalten Ihre Familien-Angehörigen auch Asyl in der Schweiz. Ausnahme: Es liegen besondere Umstände vor (zum Beispiel wenn Sie die Beziehung abgebrochen haben oder wenn Ihre Familien-Angehörigen eine andere Staatsbürgerschaft haben und die ganze Familie im anderen Land leben könnte).

Im Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) steht, dass Sie nach Erhalt der vorläufigen Aufnahme drei Jahre warten müssen für den Familiennachzug. In der Praxis prüfen die Schweizer Behörden ein Gesuch bereits nach zwei Jahren. Die anderen Voraussetzungen sind:

  • Genug grosse Wohnung für die ganze Familie

  • Keine Sozialhilfe

  • Keine Ergänzungsleistungen

  • Die Angehörigen im Ausland sprechen die Sprache an Ihrem Wohnort in der Schweiz auf Niveau A1 oder sind für einen Sprachkurs angemeldet

  • Die Nachzugsfrist muss eingehalten werden (zur Nachzugsfrist siehe Punkt «Fristen»)

Die Voraussetzungen sind wie folgt:

  • Genug grosse Wohnung für die ganze Familie

  • Keine Sozialhilfe

  • Keine Ergänzungsleistungen

  • Die Familienangehörigen im Ausland sprechen die Sprache an Ihrem Wohnort auf Niveau A1 oder sind für einen Sprachkurs angemeldet

  • Die Nachzugsfrist muss eingehalten werden

  • Das Gesuch um Familiennachzug muss innerhalb von fünf Jahren ab Erhalt Ihres Aufenthalts-Status in der Schweiz eingereicht werden.

  • Wenn Sie zuerst eine Aufenthalts-Bewilligung in der Schweiz erhalten haben und erst danach eine Familie gründen, muss das Gesuch innerhalb von fünf Jahren nach der Familiengründung eingereicht werden.

  • Bei Kindern ab zwölf Jahren beträgt die Frist nur ein Jahr (ab Erhalt Aufenthalts-Bewilligung oder ab Familiengründung).

  • Wenn Sie einen F-Ausweis haben, beginnt die Nachzugsfrist von fünf oder einem Jahr erst, wenn die Wartefrist vorbei ist.

  • Wenn Sie die Frist verpasst haben, ist der Familiennachzug nur bei wichtigen familiären Gründen möglich und wird sehr selten bewilligt.

Welche Familien-Angehörigen können in die Schweiz kommen?

Folgende Personen können Sie als Drittstaats-Angehörige nachziehen. Drittstaats-Angehörige sind Sie, falls Sie nicht Schweizer Bürgerin oder EU/EFTA-Angehöriger sind.

Familiennachzug möglich für:

  • minderjährige Kinder

  • Ehemann oder Ehefrau

  • eingetragene Partner oder Partnerin

Wollen Sie Ihre minderjährigen Kinder nachziehen? Dann müssen Sie unbedingt vor deren 18. Geburtstag ein Gesuch um Familiennachzug stellen.

Andere Familien-Angehörige können nur in ganz seltenen Ausnahmefällen nachgezogen werden. Wenn beispielsweise eine starke Abhängigkeit besteht.

Vorgehen

Wie gehe ich vor, wenn ich einen Familiennachzug beantragen möchte?

Familiennachzug: Schritt für Schritt

Siehe Abschnitt «Voraussetzungen für den Familiennachzug». Wenn Sie während des Asylverfahrens Fragen zum Familiennachzug haben, wenden Sie sich bitte an Ihre zugewiesene Rechtsvertretung oder Rechtsberatung.

Als erstes kontaktieren Sie am besten die Rechtsberatungsstelle in Ihrem Kanton. Sie helfen Ihnen zu prüfen, ob Sie die Kriterien erfüllen.

Falls Sie die Kriterien erfüllen, können Sie Ihr Gesuch einreichen. Je nach Aufenthalts-Status müssen Sie das an einem anderen Ort tun.

Anerkannte Flüchtlinge (mit Asyl und Trennung von Familie durch die Flucht) wenden sich direkt an das Staatssekretariat für Migration:

Staatssekretariat für Migration SEM
Quellenweg 6
Wabern

Personen mit einer vorläufigen Aufnahme oder Aufenthalts-Bewilligung wenden sich an die kantonale Migrations-Behörde ihres Kantons:

Was wir tun

Beratung

Wir beraten in speziellen und komplexen Fällen zum Familiennachzug.

Spezielle und komplexe Fälle

  • Umgekehrter Familiennachzug (Kinder, die ihre Eltern nachziehen)

  • Familiennachzug unter Geschwistern

  • Familiennachzug von Personen die nicht unter die eingeschränkte Kernfamiliendefinition fallen, zu denen aber ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis besteht.

  • Nachträglicher Familiennachzug (nach abgelaufener Frist)

  • Familiennachzug von «working poors»

  • Familiennachzug bei besonderen Sozialhilfe-Konstellationen

Hier können wir nicht helfen

In folgenden Fällen kann die Fachstelle Familiennachzug nicht beraten:

  • Reisekosten

  • Anwaltskosten

  • Familiennachzug von Personen ohne geregelten Aufenthalts-Status (Sans-Papiers)

  • Personen im Dublin- oder Asylverfahren

  • Familiennachzug durch Personen, die nie ein Asylverfahren durchlaufen haben (z.B. Personen mit einer EU/EFTA-Aufenthalts-Bewilligung)

FÜR FACHPERSONEN

Grundlagen-Arbeit, Lobbying und Advocacy

Wir engagieren uns für eine verbesserte Umsetzung des geltenden Rechts.

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