Humanitäres Völkerrecht

Das Humanitäre Völkerrecht (HVR)

Das Humanitäre Völkerrecht (HVR) bezweckt, die Auswirkungen bewaffneter Konflikte zu verringern. Es dient dem Schutz der Zivilbevölkerung, dem Schutz verwundeter Soldaten sowie dem Schutz von medizinischem Personal, das nicht aktiv in die Kampfhandlungen involviert ist. Darüber hinaus schränkt es die Mittel und Methoden der Kriegsführung ein. Das HVR heisst auch «Kriegsvölkerrecht» oder «Recht des bewaffneten Konfliktes».

An einer vom Schweizer Bundesrat einberufenen diplomatischen Konferenz wurde im Jahr 1864 die erste Genfer Konvention von 12 europäischen Staaten unterzeichnet.

Seit damals haben die Staaten, von den bitteren Erfahrungen moderner Kriege geprägt, einer Reihe von Abkommen zur Reglementierung der Kriegsführung zugestimmt. Die Abkommen versuchen, ein Gleichgewicht zwischen humanitären Anliegen und den militärischen Bedürfnissen der Vertragsstaaten herzustellen.

Einen Grossteil des HVR findet man in den vier Genfer Konventionen von 1949. Nahezu jeder Staat der Welt hat die Konventionen unterzeichnet. Seither wurden die Konventionen weiterentwickelt und ergänzt. Die jüngste Anpassung von 2006 betrifft die Anerkennung des Roten Kristalls als drittes Schutzzeichen der Bewegung.