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Plaudern, singen, helfen: Seniorenclubs in Togo

Menschen brauchen Teilhabe und soziale Kontakte – in jedem Alter. Die Seniorenclubs des Roten Kreuzes in Togo bringen ältere Menschen zusammen, stärken ihr Wohlbefinden und ermöglichen gegenseitige Unterstützung.

von Franziska Bundi

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Freude schwingt in Nouratou Adeales Stimme mit, als sie vom Seniorenclub des Togolesischen Roten Kreuzes (TRK) erzählt. Die 67-Jährige sitzt in einem kleinen Innenhof im Viertel Bè-Kpota der togolesischen Hauptstadt Lomé. Die Stuhlbeine versinken in der aufgeweichten Erde. Am Vortag hatten sintflutartige Regenfälle Teile der Küstenstadt überschwemmt. Nouratou Adeale wohnt bei ihrem Sohn und seiner Familie.

Nouratou Adeale am Tanzen: Nouratou Adeale tanzt umringt von Menschen. Manche tragen Rotkreuz-Westen. Alle lachen und klatschen.
Nouratou Adeale am Tanzen: Für viele ältere Menschen in Togo sind die Stunden im Seniorenclub die schönsten der Woche.

Einsamkeit, Armut und Krankheiten

Jahrelang fühlte sie sich trotz der Familie des Sohnes isoliert. Vielen älteren Menschen in Togo geht es so: Rund jede fünfte ältere Person fühlt sich von den Angehörigen zurückgewiesen und verlassen. Die Tradition, dass die Nachkommen sich um die Älteren kümmern, nimmt auch in Togo ab.

Einsamkeit ist so schädlich wie 15 Zigaretten pro Tag zu rauchen.
Alexandra Papis SRK-Beraterin für Gesundheit im Alter

Offiziell zugelassene Medikamente gegen Bluthochdruck sind für Nouratou Adeale unerschwinglich. Sie kauft auf dem Strassenmarkt billige, kaum wirksame Imitate. «Als ich jünger war und arbeitete, konnte ich mir das Nötigste leisten. Nun habe ich immer mehr gesundheitliche Probleme», sagt sie.

Kurz nimmt sie ihre Sonnenbrille ab und entblösst das von einem weissen Schleier überzogene Auge. Sehbeeinträchtigungen sind in Togo besonders bei älteren Menschen häufig. Für Nouratou Adeale und weitere Betroffene sieht das Rote Kreuz eine augenmedizinische Abklärung vor. Weiter ist geplant, dass 700 Personen, die an Grauem Star erkrankt sind, operiert werden.

Geselligkeit und das gute Gefühl, gebraucht zu werden

Seit zwei Jahren besucht Nouratou Adeale den Seniorenclub des TRK. «Ich danke dem Roten Kreuz, dass es diesen Club gibt! Er hat mein Leben und das von vielen älteren Menschen so bereichert», schwärmt sie. Sie trifft Gleichgesinnte und wird gebraucht, vergisst die Einsamkeit.

«Wenn man zufrieden ist, verschwinden die Schmerzen», sagt sie. Im Seniorenclub treiben sie gemeinsam Sport und singen.

Das TRK gehört zu den wenigen Organisationen in Togo, die sich für ältere Menschen einsetzen. Vor rund zwei Jahren führte es im Grossraum Lomé erste Seniorenclubs und Hausbesuche ein. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützt das Angebot Gesundes Altern des TRK mit seiner langjährigen Erfahrung.

Das Rote Kreuz schult die Freiwilligen, vernetzt die Clubs mit Gesundheits- und Sozialdiensten und stärkt ihre Interessensvertretung. Langfristig funktionieren die Clubs eigenständig.

Hausbesuche bei weniger mobilen Menschen

Nouratou Adeale macht sich bereit für Hausbesuche bei anderen älteren Menschen. Die 20-jährige Rotkreuz-Freiwillige Rolande Dovi-Tomelan begleitet sie heute. Stolz schlüpft die Seniorin in ihr rotes Gilet mit der Aufschrift «Club des Ainés Engagés» (Club der älteren Engagierten). Sie besuchen Akouvi Sewonou, die einen Strassenblock entfernt lebt. Die 70-Jährige erwartet sie sehnsüchtig. «Guten Tag, meine Schwester», grüssen sich die älteren Frauen.

«Der Abwasch vom Vorabend ist erledigt, doch der Boden ist noch schmutzig», erzählt Akouvi Sewonou. Nouratou Adeale nimmt den Besen und wischt schwungvoll den Innenhof. Nachdem das Nötigste im Haushalt erledigt ist, bleibt noch Zeit für einen Schwatz. Akouvi Sewonou bedankt sich und begleitet ihre Besucherin auf ihren Gehstock gestützt bis auf die Strasse. Lange winkt sie ihr nach. «Bis bald, meine Schwester!»

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Mit Ihrem Beitrag ermöglichen Sie älteren Menschen, gesund, selbstbestimmt und in Würde zu altern. Besonders jenen, die unter Einsamkeit, Armut und Krankheit leiden. Helfen auch Sie mit. 

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