Eine bunt gekleidete Frau und Mujinga Kambundji stehen um einen Wasserhahn im Freien. Mujinga Kambundji hat eine Hand auf dem Wasserhahn, aus dem Wasser fließt. Im Hintergrund ein grüner Garten

Mujinga Kambundji in Nepal, um neue Perspektiven zu eröffnen

Reportage • 14.12.2022

Die Botschafterin des Schweizerischen Roten Kreuzes Mujinga Kambundji reiste für eine Woche nach Nepal, um die laufenden Projekte im Land zu besuchen. Begleitet von einer Roten Kreuz-Delegation traf sie Hebammen und Mütter, die am Programm für reproduktive Gesundheit und Müttergesundheit beteiligt sind. Ausserdem konnte sie sehen, wie der Zugang zu Wasser das Leben von Mina und Dammar Bishwakarma verändert hat.

Die Weltklasse-Sprinterin aus Bern konnte sich vor Ort überzeugen, was die Arbeit des Nepalesischen Roten Kreuzes und des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) in Nepal bewirkt. In Dhanauri, im Südwesten des Landes, hat die Trinkwasserversorgung den Alltag der lokalen Bevölkerung deutlich verbessert.

Mina Bishwakarma, 32, erklärt, dass der alte Brunnen im Garten von Dezember bis März meistens trocken war. Das zwang die Mutter von zwei Kindern, 30 Minuten zu Fuss zu gehen bis zur nächsten Trinkwasserstation. Durchfall, Fieber und Husten sind Symptome, die Mina Bishwakarma bei ihren Kindern früher häufig beobachtete. Seit ihr Haus mit Unterstützung des SRK an die Trinkwasserversorgung angeschlossen wurde, sind diese Beschwerden verschwunden.

Seit der Umsetzung des vom SRK unterstützten Projekts zur Trinkwasserversorgung hat Mina Bishwakarma eine Wasserstelle vor dem Haus. Seither sind ihre Kinder weniger krank.
Seit der Umsetzung des vom SRK unterstützten Projekts zur Trinkwasserversorgung hat Mina Bishwakarma eine Wasserstelle vor dem Haus. Seither sind ihre Kinder weniger krank.
Für uns in der Schweiz ist der Zugang zu Trinkwasser so selbstverständlich. Man vergisst, welchen Unterschied das im Leben der Menschen machen kann.

Mujinga Kambundji, Weltklasse Sprinterin und SRK-Botschafterin

Mujinga Kambundji über das Programm zur Trinkwasserversorgung

Die Wasser-Anlage hat das Schicksal der Familie verändert. Vorher hat der Vater, Dammar Bishwakarma, 36, zehn Jahre in Malaysia in der Gastronomie gearbeitet. In seinem Heimatland sah er keine Perspektive mehr. Der Vater sah seine Kinder nicht aufwachsen. Nur drei Mal in zehn Jahren konnte er seine Familie besuchen. Als der Wasserturm 2017 in Betrieb genommen wurde, bewog ihn dies zur Rückkehr. «Ich wollte mein Glück versuchen. Mit zehn Schweinen, fünf Ziegen und einigen Feldern habe ich einen bescheidenen Ertrag, aber ich lebe gut, bei meiner Familie. Nun versuche ich, die Botschaft zu verbreiten und zu zeigen, dass es möglich ist, hier über die Runden zu kommen. Diese Anlage hat unser Leben verändert.»

Mujinga Kambundji befindet sich in einem Gebäude, dessen Dach aus Wellblech besteht und dessen Wände offen sind. Sie steht vor einer Box, in der sich ein Schwein befindet, das auf seinen Hinterbeinen steht und fast mannshoch ist. Zwischen dem Schwein und Mujinga befindet sich ein Mann, der die Szene mit einem Lächeln beobachtet. Im Hintergrund werden Maiskolben gelagert.
Dammar Bishwakarma (36) zeigt SRK-Botschafterin Mujinga Kambundji voller Stolz seinen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb.

KURZ ERKLÄRT

Bleiben oder weggehen?

Wie Dammar Bishwakarma, gehen viele junge Nepalesen ins Ausland zum Arbeiten. Gemäss der Internationalen Arbeitsorganisation verlassen jeden Tag ca. 1600 Personen das Land, um im Ausland zu arbeiten. Sie geht davon aus, dass die Hälfte der Familien in Nepal finanziell abhängig ist von Angehörigen, die im Ausland arbeiten. Das SRK-Projekt gab Dammar Bishwakarma den Anstoss, in sein Heimatland zurückzukehren.

Rotes Kreuz stärkt Hebammen und Mütter

In dieser Region fördert das SRK auch die Mutter-Kind-Gesundheit. Es beteiligt sich an der Schulung von Hebammen und stellt Material für Gebärsäle zur Verfügung. Es wurden Gruppen für die Mutter-Kind-Gesundheit, sogenannte «Health Mother's Groups», gegründet, um mit den Frauen in diesen ländlichen Regionen in Kontakt zu treten. Sie sensibilisieren werdende Mütter rund um die Themen Schwangerschaft, Frauengesundheit und Pflege des Neugeborenen.

Als Mujinga Kambundji eine Geburtsklinik besucht, wird ihr bewusst, wie wichtig die Sensibilisierung der Mütter ist.

Es ist ermutigend, zu hören, dass Hausgeburten praktisch verschwunden sind. Aber es gibt noch viel zu tun, um das medizinische Wissen zu vermitteln. Fehlinformationen sind immer noch sehr verbreitet.

Mujinga Kambundji, Weltklasse-Sprinterin und SRK-Botschafterin

Sie wird von den Müttern und Hebammen, die sie besucht, sehr herzlich empfangen. Die vom SRK aufgebauten «Health Mother's Groups» und die lokalen Gemeinschaften in abgelegenen Regionen sind die besten Plattformen, um Frauen im gebärfähigen Alter zu erreichen und ihnen Gesundheitsinformationen zu vermitteln.

Mujinga Kambundji über das Mutter-Kind-Gesundheit-Programm

Nach der Reise sagte Mujinga Kambundji, sie sei froh, dass sie sich ein eigenes Bild von der Arbeit des SRK vor Ort machen konnte. Die Begegnung mit den Menschen, deren Alltag sich dank der Programme verbessert, und denjenigen, die die Massnahmen umsetzen, sei eine Bereicherung und eine grosse Motivation.

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