Fluten in Pakistan: Millionen Menschen betroffen

News • 4.9.2022

Verzweifelte Lage in Pakistan: Monsunfluten von unvorstellbarem Ausmass haben unzählige Dörfer, Strassen und Brücken zerstört. Millionen Menschen sind dringend auf Hilfe angewiesen. Das SRK leistet mit Unterstützung des Bundes Nothilfe im Umfang von CHF 1.3 Mio.

Die Menschen in Pakistan erleben seit einigen Wochen extreme Monsunregen, die bereits einen Drittel des Landes geflutet haben. Millionen Menschen haben ihr Zuhause verloren, mussten ihr Hab und Gut zurücklassen. Das Trinkwasser ist verschmutzt, Krankheiten breiten sich aus. Viele Gebiete sind abgeschnitten, mehr als 3000 km Strassen und 150 Brücken sind beschädigt. Über 720'000 Tiere sind ertrunken, die Ernten zerstört. Die Menschen in Pakistan brauchen dringend unsere Hilfe.

Ausmass der Katastrophe

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Häuser

wurden zerstört

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Menschen

sind von der Katastrophe betroffen

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Menschen

leben bereits in Camps

Grosse Unterstützung der Rotkreuz-Bewegung

Über 500 Freiwillige des Pakistanischen Roten Halbmondes (PRCS) sind bereits seit Wochen im Einsatz und leisten der am meisten von den Unwettern betroffenen Bevölkerung Nothilfe. Sie verteilen Zelte, Moskitonetze, Hygienekits, Nahrung und Trinkwasser und leisten Erste Hilfe.

Drei Männer in den Rotkreuz-Westen gehen über eine kleine Brücke, neben ihnen ist alles geflutet.
Freiwillige des Pakistanischen Roten Halbmonds geben alles, um die Betroffenen mit Nothilfe zu erreichen.

Die von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften koordinierte Nothilfe erreicht bisher rund 324'000 Menschen. Auch das Schweizerische Rote Kreuz leistet mit Unterstützung des Bundes einen Beitrag von CHF 1,3 Millionen. Wir koordinieren unsere Nothilfe mit den Delegationen des Deutschen und des Norwegischen Roten Kreuzes und weiteren Partnern vor Ort.

Aus vergangenen Katastrophen lernen

Pakistan wird wie seine Nachbarländer Bangladesch und Indien immer wieder von schweren Monsunfluten getroffen. Bei den katastrophalen Überschwemmungen von 2010 war das SRK bereits im Einsatz und setzte sich seither für den Wiederaufbau, die Verbesserung der Katastrophenbereitschaft und insbesondere für Mutter-Kind-Gesundheit ein. Diese Erfahrungen sollen nun in die aktuelle Katastrophenhilfe einfliessen.

«Wir wollen für diejenigen da sein, die am verletzlichsten sind und oft vergessen gehen», erklärt Annette Vondeling, langjährige SRK-Programmverantwortliche für Pakistan. Die Katastrophe treffe gerade die Frauen stark: 2010 waren 72% der Menschen, die durch die Katastrophe aus ihren Dörfern vertrieben wurden, Frauen und Kinder. Viele von ihnen waren darauf in Camps untergebracht, wo sie einer Reihe von Problemen ausgesetzt waren: sexuelle Belästigung, Unterernährung, wasserbedingten Krankheiten sowie Mütter- und Kindersterblichkeit.

Wir wollen für diejenigen da sein, die am verletzlichsten sind und oft vergessen gehen.

Annette Vondeling, Programmverantwortliche Pakistan beim SRK

Die meisten Frauen und ihre Kinder, die in den Camps befragt wurden, hatten Schlimmes erlebt und keine Möglichkeit, dies zu verarbeiten. «Die sichere Unterbringung und die psychosoziale Unterstützung für Frauen muss bei der jetzigen Nothilfe darum eine wichtige Rolle spielen», so Annette Vondeling. Aus diesem Grund geht das SRK wiederum eine Partnerschaft mit der Aga Khan Stiftung in Karachi ein.

Die Stiftung verfügt über Expertise im Bereich Mutter-Kind-Gesundheit und ist in Pakistan angesehen und gut verankert. In den mobilen Kliniken in den Camps in der Provinz Sindh, wo viele Betroffene der Überschwemmungskatastrophe Zuflucht suchen, können wir Schwangeren, Müttern und ihren Kindern geholfen werden.

Ein riesiges Naturgebiet ist überflutet mit Wasser.
Ein Drittel des Landes ist überflutet. Viele Menschen haben ihre gesamte Lebensgrundlage verloren.

Langfristige Hilfe

Eines ist jetzt schon klar: Der Wiederaufbau nach dieser Katastrophe wird mehrere Jahre dauern. Neben der ersten Nothilfe braucht es langfristige und sorgfältig abgeklärte Unterstützung, um die Menschen in Pakistan besser auf zukünftige Flutkatastrophen vorbereiten zu können.

Dieser abnormale Monsunregen, der fast dreimal so stark ausfällt wie üblich, ist ein weiteres Beispiel für die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels auf einige der ärmsten Gemeinschaften der Welt.

Alexander Matheou, Direktor IFRC Asien-Pazifik

GUT ZU WISSEN

Klima-Katastrophen häufen sich

Die Monsunzeit, die von Mai bis September dauert, hat die Region in diesem Jahr besonders hart getroffen, da auch Länder wie Afghanistan, Nepal, Indien und Bangladesch von starken Regenfällen und Überschwemmungen betroffen waren. Es sind Klima-Katastrophen, die gerade die am härtesten treffen, die schon sehr verletzlich sind.

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