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Marina Plesca, Roshan-Ali Akhondzadeh, Fatemeh Hosseini raffeln Rüebli für eine Rüeblitorte. Dies ist ein niederschwelliges Integrationsprojekt des Jugendrotkreuz Luzern.

Vier Länder, ein Nachmittag

Reportage

Roshan-Ali Akhondzadeh ist als Freiwilliger beim Jugendrotkreuz (JRK) Luzern engagiert. Er gehört zur Gruppe, die den «Plaudernachmittag» des JRK organisiert. Die Teilnehmenden lernen, sich auf Deutsch zu verständigen und bekommen einen Einblick in das Leben der Schweizerinnen und Schweizer.

Vom Teilnehmer zum Freiwilligen

Roshan-Ali Akhondzadeh steht in der Küche und prüft, ob alles bereit steht für diesen «Plaudernachmittag». Er ist ein ungewöhnlicher Freiwilliger. Vor neun Jahren aus Afghanistan angekommen, besuchte er als Teilnehmer den «Plaudernachmittag». «Es hat mir so gefallen, dass ich vor zwei Jahren auch beim Jugendrotkreuz mitmachen und etwas von meiner Erfahrung weitergeben wollte.»

Integrationsprojekt Plaudernachmittag, JRK Luzern. Porträt von Roshan-Ali Akhondzadeh. Der Freiwillige des Jugendrotkreuz, stammt aus Afghanistan engagiert sich nun in dem Projekt, das ihn bei der Integration unterstützt hat.
«Es bedeutet mir viel, anderen Menschen zu helfen».

Roshan-Ali Akhondzadeh, Freiwilliger Jugendrotkreuz Luzern

"Zeigt Freude und improvisiert"

An diesem Nachmittag sind drei junge Frauen zu Gast. Marina Plesca kam vor sieben Monaten aus Moldawien und Fatemeh Hosseini vor zwei Jahren aus Afghanistan. Mariam Aaouine ist vor einem Monat aus Marokko angekommen und sagt mutig einige Worte auf Deutsch. Alle sind per Du, gesprochen wird nur deutsch.

Roshan ermutigt die Teilnehmenden, sich in einem Verein zu engagieren: «Du musst keine Angst haben. Die Menschen helfen dir gerne.»

Den Mitgliedern des Jugendrotkreuz rät Roshan zu Humor, wenn die Verständigung schwerfällt. «Zeigt Freude und improvisiert.» Sein Wunsch an die Schweizerinnen und Schweizer: «Helft neu Angekommenen dabei, die Sprache zu lernen.»

Etwas vom eigenen Reichtum weitergeben

Yassien El-Hossamy scheint dem Namen nach nicht von hier. «Ja, dies denken die meisten,» sagt Yassien mit einem Lächeln. «Ich bin Schweizer. Aber mein Vater stammt aus Ägypten. Das habe aber nichts mit seinem Engagement als Freiwilliger zu tun. «Wir haben Arbeit, eine Wohnung. Wenn ich sehe, wie Familien auf engstem Raum eingepfercht sind, macht mich das sprachlos. Dieses Leben wünsche ich niemandem. «Ich möchte etwas von unserem Reichtum zurückgeben», erklärt Yassien.

«Wir Freiwilligen werden reich beschenkt,» ergänzt die15-jährige Freiwillige Muriel Elmiger, die für den Nachmittag verantwortlich ist. «Wir lernen andere Kulturen kennen, und zwar auf eine viel interessantere Weise als im Schulunterricht.»

Der Nachmittag in Bildern

Gute Karten für die Integration

«Wollt ihr noch spielen?» fragt Muriel. Nach Sirup, Tee und einem ausgezeichneten Rüebli-Kuchen ist der «Plaudernachmittag» eigentlich vorbei. «Ich habe Zeit», sagt Muriel fröhlich und zieht die Uno-Karten hervor. Nur Mariam kennt das Spiel nicht. Auf Deutsch und mit Gesten erklären ihr die anderen das Prinzip.

Ein, zwei Mal gibt Muriel Mariam noch einen Tipp und dann herrscht das konzentrierte Schweigen im Raum, das Kartenspielende in aller Welt umgibt. Der Blick in die Runde, auf die Karte, um diese dann triumphierend auf den Haufen zu werfen – Mariam hat gewonnen.

Integrationsprojekt Plaudernachmittag, SRK Jugend, Luzern. Die Besucherinnen spielen mit den drei Freiwilligen des JRK Luzern Karten.  Roshan-Ali Akhondzadeh, (in der Bildmitte von hinten mit rotem T-Shirt), Muriel Elmiger und Yassien El Hassamy, Mariam Aaouine, Marina Plesca und Fatemeh Hosseini.
Integrationsprojekt Plaudernachmittag, SRK Jugend, Luzern. Die Besucherinnen spielen mit den drei Freiwilligen des JRK Luzern Karten. Roshan-Ali Akhondzadeh, (in der Bildmitte von hinten mit roten T-Shirt), Muriel Elmiger und Yassien El Hassamy, Mariam Aaouine, Marina Plesca und Fatemeh Hosseini.

Warum braucht Freiwilligenarbeit Geld?

Einsatzpläne, manchmal eine Raummiete, Material und Esswaren, Eintritte, T-Shirts – so ein Nachmittag kostet auch Geld. Doch in der Freiwilligenarbeit kann schon mit kleinen Beträgen eine grosse Wirkung erzielt werden. Freiwillige zu finden, wird generell schwieriger. Entgegen dieser Tendenz haben sich beim Jugendrotkreuz in Luzern wieder mehr Interessierte unter 30 gemeldet. Eine gute Nachricht, da schweizweit viele Freiwillige des Jugendrotkreuzes Integrationsprojekte ermöglichen.

Jugend im Einsatz

0Organisationen

In 12 Kantonen gibt es eigenständige Jugendrotkreuz-Organisationen.

0Junge Freiwillige

So viel Jugendliche im Alter zwischen 15 und 30 Jahren in der ganzen Schweiz sind für das Rote Kreuz unterwegs.

GUT ZU WISSEN

Motivierte Freiwillige

Auch Menschen mit Migrationshintergrund leisten gerne Freiwilligenarbeit. Die SRK-Studie von Bülent Kaya und Tobias Bischoff zeigt: Einsätze als Freiwillige erlauben Menschen mit Migrationshintergrund Dankbarkeit zu zeigen. Und sie erfahren mehr über die Schweizer Gesellschaft. Das ist eine gute Nachricht für viele Organisationen und Vereine in der Schweiz, die Freiwillige suchen.

Von einander lernen: das SRK in allen Landesteilen

Engagieren Sie sich in Integrations-Projekten. Teilen Sie Ihre Zeit und Ihre Fähigkeiten mit anderen und erweitern Sie Ihren Horizont.
Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie beim Roten Kreuz in Ihrem Kanton.

Eine Frau in roter Jacke mit dem Rücken zur betrachtenden Person umarmt eine lachende Frau, welche Dokumente in den Händen hält und die Umarmung erwidert. Die beiden stehen vor einem Hauseingang.

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