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Pascal Panosetti, Spezialist für Notunterkünfte, vor einer provisorischen Zeltsiedlung in Marokko.

Erster Winter im Zelt in Marokko

Interview

In den vom Erdbeben betroffenen Dörfern in Marokko zieht der Winter ein. Die Menschen fürchten sich vor den winterlichen Temperaturen und dem ersten Schnee. Wie kann man sich vor der Kälte schützen? Wie soll man sich und seine Wäsche waschen? All diese Fragen stellte sich Pascal Panosetti, SRK-Koordinator des Bereichs Unterkünfte, während seiner sechs Wochen vor Ort. Sein Bericht.

Pascal Panosetti

Pascal Panosetti

Der 52-Jährige ist Experte für Notunterkünfte. Seit rund 15 Jahren ist er immer wieder für die Nothilfe in Katastrophengebieten weltweit im Einsatz. Er gehört zu dem ersten Team, das wenige Tage nach dem Erdbeben nach Marokko ausgereist war. Er blieb während sechs Wochen dort.

Wie ist die Lage vor Ort ?

Das Erdbeben ereignete sich in einer Bergregion. Die betroffenen Dörfer liegen auf 1500 bis 2300 Meter Höhe. Während einige Ortschaften komplett zerstört sind, blieben andere praktisch verschont – wenigstens auf den ersten Blick. Die Zelte, die im September notfallmässig aufgestellt wurden, eigneten sich nicht unbedingt für den Winter. Es brauchte Anpassungen. Die Menschen stehen unter Schock und die Nachbeben erinnern daran, dass die Gefahr nicht gebannt ist. Aus Furcht vor neuen Erdstössen schlafen fast alle in Zelten, auch Menschen, deren Häuser unbeschädigt scheinen.

Was war deine Aufgabe?

Als erstes mussten wir das Ausmass der Schäden und die Bedürfnisse abschätzen. Wir konzentrierten uns auf Provinzen, die am stärksten betroffen sind. Danach stand ich in regem Austausch mit der Bevölkerung, den Behörden und anderen Hilfsorganisationen, um zu erfahren, wer wo hilft. Anschliessend erstellten wir ein Konzept, um mit den verfügbaren Materialien wintertaugliche Zelte anfertigen zu lassen. Dann mussten wir Leute finden, die diese Zelte lokal produzieren können, und die Materialbeschaffung organisieren.

Was war die Herausforderung während deiner Mission?

Die Hilfsbereitschaft ist riesig, aber die Arbeit musste koordiniert werden. Wir haben vor Ort sehr motivierte Einzelpersonen, Organisationen und aktive Behörden. Zu Beginn eines solchen Hilfseinsatzes ist die Koordination der verschiedenen Massnahmen entscheidend. Meine grösste Befürchtung war, dass die Zeltlager nicht rechtzeitig bereit sind für den Winter und sich einzelne Menschen trotz der drohenden Gefahr zur Rückkehr in ihre Häuser entschliessen. Die Expertisen zur Beurteilung der Gebäudesicherheit werden noch lange nicht abgeschlossen sein.

Sich für den Winter wappnen

Wie hilft das SRK jetzt?

Zu unseren Aufgaben gehört auch, die bestehenden Zeltlager zu sichern und Risiken zu mindern. Wir weisen die Bevölkerung darauf hin, wie wichtig es ist, zwischen Koch- und Schlafzelten genügend Abstand zu halten. Wir haben Feuerlöscher und Löschdecken verteilt und die elektrischen Installationen den Normen angepasst, um Stromschlägen vorzubeugen. Es sind einfache Zelte, in denen die Menschen den Winter verbringen werden. Wir haben versucht, diese für die kalte Jahreszeit nachzurüsten – beispielsweise mit einem Fussboden-Bausatz aus Paletten, der das Zeltinnere gegen Kälte und Feuchtigkeit isoliert.

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