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Ein Jahr nach der Katastrophe von Blatten: Solidarität wird zu konkreter Hilfe für die Bevölkerung

Ein Jahr nach dem Bergsturz, der das Dorf Blatten verwüstet hat, zeigt sich: Die Solidarität aus der ganzen Schweiz wurde zu konkreter Hilfe. Dank enger Zusammenarbeit zwischen Behörden und Hilfsorganisationen konnte ein Grossteil der gesammelten Mittel bereits eingesetzt werden, um den Betroffenen den Weg zurück in den Alltag zu erleichtern.

Am 28. Mai 2025 führte der Abbruch des Birchgletschers in der Gemeinde Blatten zur fast vollständigen Zerstörung des Dorfes. Innerhalb weniger Minuten wurden mehr als 130 Wohnhäuser, persönliche Besitztümer, kleine Unternehmen, Vereine sowie die Erinnerungen mehrerer Generationen zerstört. Die Katastrophe forderte zudem ein Menschenleben. Angesichts dieses tragischen Ereignisses zeigte sich in der ganzen Schweiz eine beeindruckende Solidarität.

Aussergewöhnlich grosse Solidarität

Zugunsten der 300 Einwohnerinnen und Einwohner von Blatten wurden Millionenbeträge an Spenden mobilisiert:

  • Die Glückskette sammelte 23 Millionen Franken;

  • Caritas Schweiz sammelte 1,6 Millionen Franken,

  • Schweizerisches Rotes Kreuz sammelte 3 Millionen Franken;

  • der Kanton Wallis stellte 10 Millionen Franken bereit;

  • der Bund sprach zusätzlich 5 Millionen Franken an ausserordentlicher Unterstützung.

Dank dieser Mobilisierung konnte rasch eine koordinierte und bedarfsgerechte Hilfe aufgebaut werden – für eine Katastrophe, deren Auswirkungen die üblichen Unterstützungsmechanismen deutlich übersteigen.

Hilfe in mehreren Phasen

Nothilfe

Bereits in den ersten Tagen nach der Katastrophe konnte allen evakuierten Bewohnerinnen und Bewohnern des Dorfes eine direkte pauschale Nothilfe ausbezahlt werden, um die dringendsten Bedürfnisse zu decken. Insgesamt wurden in dieser ersten Phase mehr als 600000 Franken verteilt. Finanziert wurde diese Soforthilfe gemeinsam von Caritas Schweiz, der Glückskette und dem Schweizerischen Roten Kreuz.

Konkrete Unterstützung angesichts der Folgen der Katastrophe

Nach der Nothilfe konzentrierte sich die Unterstützung auf die mittel- und langfristigen Folgen der Katastrophe. Diese Hilfe wird nach dem Subsidiaritätsprinzip geleistet und ergänzt Leistungen von Versicherungen, Behörden und bestehenden Unterstützungsmechanismen, um nicht gedeckte Bedürfnisse aufzufangen.

Um eine koordinierte, transparente und faire Verwendung der Mittel sicherzustellen, wurde im Sommer 2025 eine Spendenkommission eingesetzt. Sie vereint Vertreterinnen und Vertreter der Walliser Behörden, eine lokale Vertretung, Vertreterinnen und Vertreter der Versicherungen sowie die Glückskette, Caritas Schweiz und das Schweizerische Rote Kreuz. Die Kommission prüft Gesuche von Einwohnerinnen und Einwohnern, kleinen Unternehmen und lokalen Vereinen.

Bis heute hat die Spendenkommission bereits 111 Gesuche behandelt und knapp 8 Millionen Franken an Unterstützung zugesprochen. Damit konnten unter anderem folgende Kosten gedeckt werden:

  • Ersatz von Möbeln, Kleidung und weiteren persönlichen Gegenständen;

  • Kosten im Zusammenhang mit dem Verlust von Fahrzeugen oder landwirtschaftlichen Maschinen;

  • Einkommens- und Betriebsausfälle;

  • Unterstützung lokaler Kleinunternehmen und betroffener Vereine.

Entschädigung für verlorenes Land

In der Schweiz sind Grundstücke nicht versicherbar. Die durch den Bergsturz verschütteten Grundstücke bedeuten daher für die betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer einen erheblichen und endgültigen Verlust. Um die finanziellen Folgen abzufedern, hat die Spendenkommission mit Unterstützung des Bundes und der Glückskette einen ausserordentlichen Mechanismus zur Entschädigung von Bauland geschaffen. Insgesamt stellt die Glückskette dafür 15 Millionen Franken bereit, der Bund beteiligt sich mit weiteren 4 Millionen Franken.

Unterstützung geht weiter

Derzeit konnten bereits rund 75 Prozent der Spendenmittel der Glückskette, von Caritas Schweiz und des Schweizerischen Roten Kreuzes zugunsten der Betroffenen eingesetzt werden. Darüber hinaus wurden 4 Millionen Franken der Bundesmittel für die Entschädigung der Grundstücke verwendet. Weitere 3 Millionen Franken aus kantonalen Mitteln sowie 500000 Franken aus Bundesmitteln wurden zur Bearbeitung der bei der Spendenkommission eingegangenen Gesuche eingesetzt.

Mit den verbleibenden Mitteln wird die Spendenkommission die Betroffenen auch in den kommenden Monaten und Jahren weiterhin begleiten und unterstützen.

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Joëlle Etienne

Mediensprecherin

+41 58 400 44 13Öffnet ein neues Fenster

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