Mediencommuniqué

Gerechtigkeit beim Impfen - ein Gebot der Solidarität und der Vernunft

In den 50 reichsten Ländern der Welt ist die Covid-19-Impfrate 27 Mal höher als in den 50 ärmsten Ländern. Das ist ungerecht, verursacht grosse Not und ist aus Sicht der Pandemie-Bekämpfung gefährlich für alle. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) ruft zu Solidarität und zum Spenden auf, damit auch arme Länder ihre Bevölkerung schützen können.

In Nepal, einem Einsatzland des SRK, ist nur ein Prozent der Menschen geimpft und das Gesundheitssystem ist komplett überlastet. In Afrika haben manche Länder noch gar keine Vakzine. Ohne massive internationale Unterstützung wird es wohl Ende 2023, bis südlich der Sahara ein massgeblicher Teil der Menschen Impfschutz geniesst. Die 50 ärmsten Länder, in denen 17 Prozent der Weltbevölkerung leben, haben bisher lediglich 2 Prozent des weltweit verfügbaren Impfstoffes erhalten. Diese Zahlen hat die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) erhoben, der auch das SRK angehört. Während die reichen Länder sich den Grossteil der knappen Impfstoffe gesichert haben, können ärmere Länder nicht einmal ihr Gesundheitspersonal impfen.

SRK stärkt lokale Strukturen und lanciert eine Spendenkampagne

Das SRK fordert, diese Missstände zu beheben. Es ruft zu Solidarität auf und setzt sich dafür ein, dass alle Menschen einen fairen Zugang zu Impfstoff, Medikamenten und Testmaterial haben. Neben der gerechten Verteilung des Impfstoffes gehört auch dazu, dass ärmere Länder bei der Umsetzung von Impfkampagnen unterstützt werden.

Bereits jetzt unterstützt das SRK in mehreren Ländern Projekte, welche den Zugang zu Impfstoff für die Bevölkerung ermöglichen und erleichtern, wie beispielsweise in Bangladesch, Nepal, Georgien oder Belarus. Zudem setzt sich das SRK mit konkreten Projekten in über 30 Ländern für die nachhaltige Stärkung der lokalen Kapazitäten, Gesundheitssysteme und Wasser-Infrastruktur ein. Um dieses Engagement weiter zu intensivieren und die Umsetzung von Impfprogrammen in seinen Einsatzländern zu fördern, hat das SRK eine Spendensammlung lanciert.

Globaler Effort ist nötig

Impfgerechtigkeit ist nicht nur eine Frage der Solidarität, sondern auch ein Gebot der Vernunft. Auch wenn sich in der Schweiz dank steigendem Impfschutz und sinkenden Fallzahlen die Lage etwas normalisiert hat: Angesichts immer neuer Mutanten ist die Gefahr noch längst nicht gebannt. Solange die Pandemie nicht weltweit unter Kontrolle ist, sind die gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen auch für die Schweiz nicht absehbar. Der Schutz von Leben, Gesundheit und Würde der Menschen darf nicht an den Grenzen der reichsten Länder Halt machen.

Die Corona-Pandemie kann nicht in einem einzelnen Land überwunden werden. Es braucht einen globalen Effort. Dazu gehört auch die vorübergehende Aufhebung des Patenschutzes unter der Voraussetzung, dass die Investitionen in die Forschung angemessen entschädigt werden. Nur mit grenzüberschreitender Solidarität und dem Engagement aller Akteure auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene kann das Virus wirksam bekämpft werden.

Das SRK sammelt Spenden für die Betroffenen der Corona-Pandemie und den Zugang zu Impfstoffen in seinen Einsatzländern. Spenden können online auf www.redcross.ch oder auf das Postkonto 30-9700-0 / IBAN CH97 0900 0000 3000 9700 0 (Vermerk «Corona-Impfung auch für die Ärmsten») überwiesen werden.

 

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