Migration

Hilfe für Menschen auf der Flucht in Osteuropa

Seit einigen Jahren nutzen Geflüchtete vermehrt die Route über den West-Balkan. Viele geraten in eine ausweglose Lage. Sie können weder weiter in die EU noch zurück in ihre Heimat. Das SRK unterstützt vier nationale Rotkreuz-Gesellschaften bei der Bewältigung der humanitären Herausforderungen.

Die Rotkreuz-Gesellschaften haben alle Hände voll zu tun. Das SRK unterstützt seine Schwester-Gesellschaften in Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien, damit sie ihre wichtige humanitäre Rolle in dieser Krise wahrnehmen können.

Yvonne Affolter, Zuständige für Migrations-Themen bei der Internationalen Zusammenarbeit des SRK, bestätigt: «Die Problematik ist in diesen Ländern überall sehr ähnlich. Wir unterstützen den Dialog zwischen den Rotkreuz-Gesellschaften, um gemeinsam Lösungen und Projekte zu entwickeln, die wir mit Spenden aus der Schweiz finanzieren helfen.» 

«Im Bereich der Migration ist es besonders wichtig, länderübergreifend zu arbeiten.»

Yvonne Affolter, Zuständige für Migrations-Themen Ausland beim SRK

So hat das SRK beispielsweise den Aufbau der mobilen Rotkreuz-Teams in Bosnien und Herzegowina gefördert. In Serbien unterstützt es Sensibilisierungsprojekte, um Spannungen vorzubeugen. Weiter hilft es den Geflüchteten bei der Suche nach vermissten Familienangehörigen. In Montenegro hat das SRK dazu beigetragen, dass das Rote Kreuz in den Empfangszentren die medizinische Versorgung sicherstellt. Zudem unterstützt das Rote Kreuz Migrantinnen und Migranten, die im Land bleiben wollen, bei der Integration in den Arbeitsmarkt. An Fachkonferenzen und bei gegenseitigen Projektbesuchen lernen die Rotkreuz-Mitarbeitenden voneinander. «Migration betrifft hier nie nur ein einzelnes Land. Bei dieser Thematik ist es besonders wichtig, länderübergreifend zu arbeiten», betont Yvonne Affolter.

Immense Herausforderung an den Aussengrenzen der EU

Zuwanderung ist für die Länder des West-Balkans ein neueres Phänomen. Erst seit es immer schwieriger wurde, über andere Routen in die EU zu gelangen, sind diese Länder permanent mit Zehntausenden Geflüchteten konfrontiert. Die Herausforderungen sind enorm. Noch immer gibt es in den betroffenen Ländern zu wenig Unterkünfte, um die Migrantinnen und Migranten angemessen unterzubringen.

Viele sind obdachlos. Ihre Gesundheit, ja, gar ihr Leben, ist vor allem in den kalten Wintermonaten in Gefahr. Sie befinden sich in einer Sackgasse. Der Weg nach Westeuropa ist durch rigide Grenzkontrollen abgeschnitten, zurück in ihre Heimat können sie nicht. Durch die jahrelange Flucht sind sie zu Heimatlosen geworden. In Afghanistan, Pakistan oder Syrien, wo ein Grossteil der Geflüchteten herkommt, ist die politische und humanitäre Situation prekär. An Rückkehr ist nicht zu denken.

Für die lokale Bevölkerung in den Gastländern ist die Situation ebenfalls schwierig. Viele leiden unter der wirtschaftlichen Misere, die sich durch die Pandemie weiter verschärft hat. In Bosnien und Herzegowina lebt jede fünfte Person in Armut, mehr als die Hälfte der Jungen will das Land verlassen. Zwar gibt es viel Solidarität: Anwohnergruppen und auch lokale Rotkreuz-Freiwillige, die für die Geflüchteten kochen, ihnen mit Trinkwasser oder mit warmen Decken aushelfen. Aber es gibt auch Spannungen und Widerstand. Etwa, wenn es darum geht, Standorte für Flüchtlingsunterkünfte zu finden.

Bargeld-Hilfe in Griechenland

Auch in Griechenland, das im Gegensatz zu den vier anderen unterstützten Ländern zur EU gehört, ist die Situation für Geflüchtete nach wie vor äusserst kritisch. Tausende leben in überfüllten Camps, ohne Perspektiven. Das SRK beteiligt sich seit 2015 an der koordinierten Nothilfe der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC). Eine Nothilfe-Expertin des SRK hat während den letzten zwei Jahren den Aufbau eines Bargeld-Hilfsprogrammes für 11'000 Geflüchtete begleitet. Zudem unterstützen das SRK und auch die Eidgenossenschaft die humanitäre Hilfe der IFRC finanziell.

Nachhaltigkeitsziele

Diese Aktivität ist Teil unseres Engagements für die UNO-Nachhaltigkeitsziele.

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