Altgold für Augenlicht

Die Goldsammler von Ittigen

Die Zahnärzte Dr. Walter Hunziker und Dr. Robin Uvira spenden das Zahngold aus ihrer Gemeinschaftspraxis in Ittigen seit vielen Jahren dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK). Gemeinsam mit ihren Patientinnen und Patienten helfen sie damit blinden Menschen in Afrika und Asien.

Schenken auch Sie Augenlicht,
so können Sie helfen:

Spenden Sie Zahngold
Sprechen Sie Ihren Zahnarzt darauf an. Dank einer Partnerschaft mit der Schweizer Zahnärztegesellschaft verfügen alles SSO-Praxen über spezielle Kuverts, in denen Ihr Zahnarzt oder Sie selber das Zahngold einsenden können.

Spenden Sie Schmuck
Statt nicht mehr getragenen Schmuck aufzubewahren, können Sie diesen ebenfalls spenden. Senden Sie ihn gut verpackt an: SRK, Augenlicht schenken, Rainmattstrasse 10, 3001 Bern.

Spenden Sie Geld
Bereits 50 Franken genügen für die Operation des grauen Stars.

Sie strahlt herzlich und setzt sich auf den Behandlungsstuhl. Nichts deutet darauf hin, dass sich hinter ihrem sympathischen Lachen ein kleiner Schatz aus Gold versteckt: Elsbeth Ruch ist heute bei ihrem Zahnarzt Walter Hunziker in Behandlung, um eine Metallkeramikkrone ersetzen zu lassen. Der Kern dieser Krone enthält Gold. Nach einem Skiunfall vor etwa fünfzig Jahren eingesetzt, schleift Walter Hunziker die Krone nun heraus, damit sie anschliessend durch eine neue Vollkeramikkrone ersetzt werden kann. Er arbeitet konzentriert, bis die alte Krone vollständig herausgenommen ist.
Und das ist der Moment, in dem der erfahrene Zahnarzt mit einer kurzen Frage einem Menschen in Afrika oder Asien ein neues Leben schenkt: «Möchten Sie das herausgenommene Zahngold dem SRK spenden?», fragt er seine Patientin. Und fügt hinzu: «Mit dem Erlös schenken Sie blinden Menschen Augenlicht.»

Ausgedientes Zahngold schenkt Augenlicht - eine geniale Idee.

Dr. Walter Hunziker

Elsbeth Ruch ist überrascht – und sofort einverstanden. Die Dentalassistentin verpackt die entfernten Kronenteile in ein kleines gelbes Kuvert und klebt eine Adressetikette auf. Später wird das Kuvert per Post direkt dem SRK zugestellt. Seit der Eröffnung ihrer Gemeinschaftspraxis «Dentalcenter Dr. Hunziker Dr. Uvira» im Jahr 1992 haben Walter Hunziker und Robin Uvira dem SRK bereits mehrere hundert solcher Zahngoldkuverts zugesandt. «Für uns ist es selbstverständlich, dass wir das Zahngold spenden», sagt Robin Uvira.«Wenn die Patientinnen und Patienten einverstanden sind, geben wir restlos alles dem SRK.» Und er ergänzt lachend: «Anrufe von Altgoldhändlern, die uns das Zahngold abkaufen möchten, lassen wir gar nicht erst durchstellen.» Beim SRK werden die Zahngoldspenden ganz vieler Zahnarztpraxen gesammelt und quartalsweise eingeschmolzen. Der Erlös aus den Edelmetallen geht an die augenmedizinischen Programme in besonders armen Ländern Afrikas und Asiens. «Diese Idee ist genial», meint Walter Hunziker. «Mit geringem Aufwand können wir mithelfen, ein Leben wieder  lebenswert zu machen.»

50 Franken für ein neues Leben
Aktuell arbeitet das SRK in Ghana, Togo, Mali, Nepal und Kirgistan gemeinsam mit den lokalen Rotkreuzgesellschaften gegen die Armutsblindheit. Schwerpunkte dabei sind die Behandlung und Operation von Augenkrankheiten, die Vorbeugung durch Kontrollen und Aufklärung sowie die Ausbildung von Fachpersonen und Freiwilligen. Das humanitäre Engagement der Zahnärzte und Zahnärztinnen in der Schweiz hat eine tragische Dringlichkeit: Jede Minute erblindet weltweit ein Kind, alle zehn Sekunden ein Erwachsener. Die meisten von ihnen erblinden aus Armut. Sie leben in den vergessenen Regionen dieser Welt und haben kaum Zugang zu geeigneter Behandlung und Medikamenten. Dann führen Krankheiten, die eigentlich heilbar wären, zum Verlust des Augenlichts. Am häufigsten ist der graue Star. Eine Krankheit, die in unseren Breitengraden kaum mehr zum Erblinden führt: Mit einer einfachen Operation kann die getrübte Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt werden. Für diese Operation genügen in den SRK-Einsatzländern 50 Franken – und ein Mensch kann wieder sehen, arbeiten und mithelfen, die Familie zu ernähren.

Goldener Humor
Nun macht sich Walter Hunziker an die Arbeit, um Elsbeth Ruch die neue Krone einzusetzen, schliesslich soll sie nicht mit einer Zahnlücke entlassen werden. Die neue Krone wird nicht mehr aus Gold, sondern aus Vollkeramik sein. Die rüstige Patientin ist trotz der Behandlung schon wieder zu Scherzen aufgelegt. «Ich habe noch eine zweite Krone im Mund», sagt sie lachend, «aber die spende ich auch erst, wenn sie ersetzt werden muss!»