Augenlicht schenken

Lichtblicke für blinde Menschen in Afrika und Asien

Alle zehn Sekunden erblindet weltweit ein Erwachsener, jede Minute ein Kind. Das Schweizerische Rote Kreuz setzt sich in Afrika und Asien seit vielen Jahren dafür ein, dass auch ärmste Menschen Zugang zu augenmedizinischer Hilfe erhalten.

Mit Altgold helfen
«Altgold für Augenlicht» beruht auf der Idee, Zahngoldabfälle aus Zahnarztpraxen für einen guten Zweck einzusetzen. Mit dem Einverständnis der Patienten schicken die Zahnmediziner das Zahngold dem SRK zur Weiterverarbeitung zu oder geben es den Patienten und Patientinnen in einem speziellen Kuvert mit nach Hause, damit sie es selber verschicken können. Informieren Sie Ihren Zahnarzt, wenn Sie Ihr Zahngold spenden möchten.

Safiran Safura sitzt munter inmitten der Marktfrauen unter dem grossen schattigen Baum in Damango, einem kleinen Dorf im Norden Ghanas. Sie geht ihrer Arbeit nach und erliest Bohnen, trennt die guten von den schlechten. Noch vor drei Monaten war sie alleine zu Hause gesessen. Zwei Jahre ist es her, dass die Mutter von sechs Kindern am grauen Star erblindete. Statt eine Stütze war sie in ihren Augen danach nur noch eine Belastung für ihre Familie und konnte ohne Hilfe ihrer Enkel das Haus nicht mehr verlassen. Dank des augenmedizinischen Programms des SRK erhielt sie eine Katarakt-Operation. «Jetzt kann ich wieder sehen», sagt Safura dankbar. «Ich bin wieder selbständig, kann am sozialen Leben teilnehmen und meine Familie unterstützen.»

Armutsblindheit – eine vergessene Katastrophe
Der Fall von Safiran Safura ist kein Einzelschicksal: Weltweit sind fast vierzig Millionen Menschen blind. Die Hauptursache dafür ist der graue Star (Katarakt). Betroffen sind fast ausschliesslich Menschen, die in Ländern leben, in denen die augenmedizinische Versorgung für den Grossteil der Bevölkerung ungenügend ist oder gänzlich fehlt. Dabei könnte bereits mit einer etwa 20-minütigen Operation die getrübte Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt werden.

Nachhaltige Hilfe
Für die Betroffenen setzt sich das SRK mit langfristigen Hilfsprogrammen ein. In Ghana engagiert es sich seit 1991 in verschiedenen Regionen des Landes. Aktuell baut es gemeinsam mit dem ghanaischen Roten Kreuz und dem Gesundheitsministerium in zehn Distrikten der Nordregion qualitativ gute augenmedizinische Dienste für 1,8 Millionen Menschen auf. Doch auch in anderen afrikanischen Ländern und in Asien bekämpft das SRK in Zusammenarbeit mit den lokalen Rotkreuz-Gesellschaften und den Gesundheitsbehörden die Armutsblindheit. Aktuell ist das SRK neben Ghana auch in Togo, Mali, Kirgistan und Nepal tätig.

Medizin, die zu den Menschen kommt
Die Aus- und Weiterbildung von einheimischen Fachpersonen und Freiwilligen bildet bei den SRK-Programmen das Fundament. Gut ausgebildete Freiwillige reisen in die entlegensten Dörfer, in denen sie die Bevölkerung in den lokalen Sprachen über die Ursachen von Augenkrankheiten aufklären und über Behandlungsmöglichkeiten informieren. In Schulen werden jeweils hunderte Kinder und Jugendliche präventiv untersucht und wenn nötig behandelt oder mit Brillen ausgestattet. Weil sich viele Familien die Reise in ein Distrikt-Spital nicht leisten können, organisiert das Rote Kreuz in den entlegenen Regionen ausserdem mobile Augencamps. Die Augenteams operieren dabei unter einfachsten Bedingungen all jene Patienten, die teilweise von weit her kommen, um sich untersuchen und behandeln zu lassen. Für alle Beteiligten ist es ein überwältigender Augenblick, wenn ein zuvor blinder Mensch nach einer kurzen Behandlung wieder sehend zu seiner Familie zurückkehren kann.