Pakistan

Fünf Jahre nach den Überschwemmungen

Starke Monsunregen führten vor fünf Jahren zu verheerenden Überschwemmungen in Pakistan. Das SRK leistete Nothilfe, engagierte sich im Süden im Wiederaufbau und unterhält heute im vergessenen Norden des Landes ein weiteres Wiederaufbauprogramm.

Im Sommer 2010 traten nach heftigen Monsunregen und gleichzeitiger starker Gletscherschmelze der Indus und weitere grosse Flüsse über die Ufer und überschwemmten weite Teile Pakistans. Besonders im flachen Süden des Landes konnte das Wasser kaum abfliessen. In der Provinz Sindh stand das Wasser gar bis zum Jahresende.

1,6 Millionen Häuser zerstört

Die Fluten forderten 2000 Todesopfer, zerstörten grosse Ackerflächen und ganze Ernten. Fünf Millionen Menschen wurden obdachlos. Viele fanden in Zeltlagern weit ab ihrer Dörfer vorübergehen Unterschlupf, bis sie wieder in ihre Dörfer zurückkehren konnten.

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) leistete Nothilfe im Norden in den Provinzen KPK und Punjab sowie im Süden Pakistans in Sindh. Es verteilte in Zusammenarbeit mit seinem Partner, dem Pakistanischen Roten Halbmond (PRCS), Hilfsgüter an rund 35 000 bedürftige Familien.

Wiederaufbau im Süden

Nach der Nothilfe engagierte sich das SRK in der von den Überschwemmungen am stärksten betroffenen Provinz Sindh. Es ermöglichte mit Unterstützung der Glückskette 700 Familien in drei fast völlig zerstörten Dörfern des Distrikts Dadu den Bau neuer Häuser und Latrinen. Dabei unterstützten die Mitarbeiter des SRK die Familien mit einem Geldbetrag und mit Wissen. Sie zeigten den Bewohnerinnen und Bewohnern, wie sie ihre Häuser stabiler bauen können, damit sie künftigen Fluten oder Erdbeben besser standhalten. Das SRK verbesserte ebenfalls die Versorgung mit Trinkwasser dank neuer Brunnen. Es unterstützt zudem seit 2011 die bestehende Gesundheitsversorgung und verbessert in bestehenden Gesundheitszentren die Betreuung von schwangeren Frauen, Müttern und Kleinkindern. Es bietet Weiterbildungskurse für Gesundheitsfachleute an und schult Freiwillige des Roten Halbmondes.

Wiederaufbau im Norden

Im Anschluss an die Aufbauprogramme im Süden fokussiert sich das SRK seit 2014 auf das Manoor-Tal im Norden Pakistans. Das Tal mit seinen 18 Dörfern und ca. 24 000 Bewohnern liegt in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa und wurde von der Katastrophe im 2010 ebenfalls heftig getroffen. Viele Häuser wurden weggespült, Verkehrswege stark beschädigt. Heftige Regen suchen die Region jährlich heim und hinterlassen zusätzlich ihre Spuren an Häusern und der schwachen Infrastruktur. Das SRK engagiert sich zusammen mit dem Dänischen Roten Kreuz sowie dem PRCS beim Wiederaufbau der öffentlichen Infrastruktur wie Strassen, Brücken, Dämme sowie der Wasserversorgung. Zudem wird der Zugang zur Gesundheitsversorgung auf Dorfebene verbessert.