Syrien-Konflikt

Was das SRK für die Betroffenen der Syrien-Krise tut – ein Überblick

Der Krieg in Syrien hat fast 12 Millionen Menschen in die Flucht getrieben, etwa die Hälfte davon sind Kinder. Ein Ende des bewaffneten Konfliktes ist noch immer nicht in Sicht. Die Flüchtlinge sind auch vier Jahre nach desses Ausbruch auf Nothilfe angewiesen.

Der Konflikt seit April 2011  
Der Syrien-Konflikt hat rund 12 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Das ist jeder zweite Syrer, jede zweite Syrerin. Sie alle sind auch im vierten Jahr der Krise dringend auf Humanitäre Hilfe angewiesen.
Rund vier Millionen Syrerinnen und Syrer sind in die Nachbarländer geflohen, davon die Hälfte Kinder und Jugendliche.
207 455 syrische Staatsangehörige haben seit Ausbruch des Konfliktes bis Dezember 2014 ein Asylgesuch in den EU+-Ländern (inklusive Schweiz und Norwegen) gestellt, davon 7325 in der Schweiz. (Quelle: UNHCR)

Rund vier Millionen Menschen haben Zuflucht in den angrenzenden Nachbarländern gefunden. Die Mehrheit aber, fast acht Millionen Menschen, sind Flüchtlinge im eigenen Land. Seit Beginn des Konfliktes in Syrien im Frühling 2011 hilft das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) gemeinsam mit den lokalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, die Auswirkungen von Gewalt und Vertreibung zu lindern. Es unterstützt insbesondere syrische Flüchtlingsfamilien aber auch die von der Flüchtlingswelle betroffene lokale Bevölkerung der Nachbarländer:

Syrien:

  • In Syrien selbst finanzierte das SRK die Verteilung von Nahrungsmittelpaketen durch das IKRK mit und lieferte Ambulanzen an den Syrischen Roten Halbmond.

Jordanien und Türkei:

  • In Jordanien und in der Türkei verteilte das SRK Hilfsgüter wie Decken, Kochutensilien, Hygieneartikel und Heizapparate an Flüchtlingsfamilien.
  • Die grosse Mehrheit der Flüchtlinge ist in Jordanien privat untergebracht und muss für den Lebensunterhalt selbst aufkommen. Während anderthalb Jahren unterstützte das SRK 1700 besonders verletzliche Familien mit Barbeiträgen, damit sie Miete, Heiz- und andere Lebenskosten bezahlen können.

Libanon:

  • Im Libanon unterstützt das SRK die medizinische Nothilfe des Libanesischen Roten Kreuzes, das verwundete und kranke Kinder, Frauen und Männer versorgt, die über die Grenze gelangen. Die Flüchtlinge erhalten Erste Hilfe, werden ins Spital transportiert und bei Bedarf mit Blut versorgt. 20 000 Familien konnten so erreicht werden.
  • Weiter verteilt das SRK seit April 2015 in den Grenzregionen im Norden Libanons sowie in den Vororten der Hauptstadt Beirut monatlich Nahrungsmittelpakete für 1000 Familien, 20 Prozent von ihnen sind libanesische Gastfamilien.

Bulgarien:

  • Auch in Bulgarien treffen via Türkei Tausende syrischer Flüchtlinge ein. Das SRK unterstützte zusammen mit dem Bulgarischen Roten Kreuz Familien, die in Auffanglagern oder Privatwohnungen untergebracht sind, mit Hilfsgütern für den täglichen Bedarf.

Schweiz:

  • Das SRK setzt sich auch in der Schweiz aktiv für syrische Flüchtlinge ein und unterstützte bis Februar 2015 1819 Personen bei der Einreise in die Schweiz. Dabei handelt es sich überwiegend um Frauen, Kinder und Jugendliche im Rahmen des Familien-Nachzugs.

Insgesamt gab das SRK für die Nothilfe in Syrien und den umliegenden Ländern bisher fünf Millionen Franken aus.

Das Rote Kreuz in der Syrien-Krise

Der Konflikt in Syrien führt im Nahen Osten zum grössten Flüchtlingsdrama seit dem Zweiten Weltkrieg, ein Ende ist nicht in Sicht. Die Internationale Rotkreuz-Bewegung engagiert sich in den betroffenen Ländern in der Region seit dem Ausbruch im Frühling 2011. Die Hilfe erreicht monatlich vier Millionen Menschen.

In Syrien, Libanon, Jordanien, Irak und der Türkei unterstützen Freiwillige der nationalen Rotkreuz-/Rothalbmond-Gesellschaften tausende Menschen. Täglich riskieren sie ihr Leben, um ihren Mitmenschen helfen. In dem bereits vier Jahre andauernden Konflikt sind mindestens 40 Freiwillige des Syrischen sowie 7 Mitarbeitende bzw. Freiwillige des Palästinensischen Roten Halbmondes gestorben.