22. März: Weltwassertag

Ende und Beginn einer Dekade

Sauberes Trinkwasser und funktionierende Abwasserreinigung gelten in der Schweiz als selbstverständlich. Für viele Menschen auf der Welt sieht der Alltag jedoch anders aus. Sie haben keinen oder nur Zugang zu verschmutztem Wasser, oft müssen sie dafür stundenlange Fussmärsche auf sich nehmen.

Fast 750 Millionen Menschen haben noch immer keinen Zugang zu sauberem Wasser. Mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung, etwa 2,5 Milliarden Menschen, verfügt über keine oder unzureichende sanitäre Anlagen wie Latrinen und Toiletten sowie Waschgelegenheiten für Hände, Wäsche oder Geschirr. Daran erinnert jedes Jahr der Weltwassertag.

Sauberes Wasser, Latrinen und das Wissen um die Zusammenhänge von Hygiene und Gesundheit sind der beste Schutz vor vielen gefährlichen Krankheiten. Noch heute stirbt alle 20 Sekunden ein Kind an mangelnder Hygiene. Verschmutztes Wasser, fehlende oder unzureichende Toiletten und mangelnde Hygiene machen insbesondere die Ärmsten krank. Schlechte hygienische Zustände sind nach wie vor die Hauptgründe für Krankheits- und Todesfälle. Viele hält es zudem von der Arbeit ab und Kinder bleiben der Schule fern. Mädchen und Frauen tragen zudem die Hauptlast beim Wasser beschaffen. Das Fehlen von Toiletten hat zusätzlich zur Folge, dass sich viele aus Furcht vor Übergriffen den notwendigen Gang hinaus aufs Feld verklemmen, was wiederum zu Unterleibserkrankungen führen kann.

Zugang für 30 Millionen Menschen bis 2025
Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften hat im Zuge der Uno-Dekade 2005 die «Global Water and Sanitation Initiative» ausgerufen mit dem Ziel, bis 2015 fünf Millionen Menschen den Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen zu ermöglichen. Über 15 Millionen Menschen hat die Rotkreuz-Bewegung weltweit in diesen zehn Jahren erreicht und plant, bis 2025 weiteren 15 Millionen den Zugang zu ermöglichen.

Sauberes Wasser als Voraussetzung für ein gesundes Leben

Am Weltwassertag vom 22. März geht die Internationale Aktionsdekade «Wasser für das Leben» zu Ende. Wichtige Fortschritte sind erzielt worden, das Millenniums-Entwicklungsziel der UNO für Trinkwasser wurde gar übertroffen. Verfehlt indes wird klar das Ziel, den Anteil der Menschen ohne Zugang zu sanitären Anlagen zu halbieren. Im Herbst 2015 wird in der Uno über die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG) abgestimmt. Diese sollen die Millenniumsentwicklungsziele ablösen. Der Zugang zu Wasser und sanitären Anlagen soll dabei explizit als selbständiges Ziel definiert werden.

Das Engagement des SRK

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) engagiert sich im Rahmen seiner Gesundheitsprogramme für die Verbesserung der Wasserversorgung. Derzeit hat das SRK in 13 seiner rund 30 Programmländer konkrete Wasser- und Sanitärprojekte. Zusammen mit der lokalen Bevölkerung baut es Zisternen, Brunnen oder Latrinen, optimiert die landwirtschaftliche Bewässerung in Gemüsegärten und unterstützt verschiedene Filter- und Desinfektionssysteme, um Wasser zu reinigen. Zudem ist die Verbesserung des gesamten Wasserkreislaufes Bestandteil dieser Programme. Dazu zählen beispielsweise der Schutz von Quellen, die Aufforstung kahler Hänge sowie Massnahmen zur Verminderung von Bodenerosion. Rotkreuz-Freiwillige werden geschult und informieren in den Dörfern über die Zusammenhänge von Hygiene und Gesundheit. Seit 2005 konnte das SRK für über 1,3 Millionen Menschen sauberes Trinkwasser und sanitäre Anlagen sicherstellen.