Nothilfe Balkan

Wintersichere Häuser für Flut-Opfer

Im Frühling führte tagelanger Dauerregen im Südosten Europas zu verheerenden Überschwemmungen. Das SRK leistete Soforthilfe in Bosnien-Herzegowina und Serbien. Nun unterstützt es die Betroffenen bei der Renovation ihrer Wohnungen und der Versorgung mit Lebensmitteln.

Die heftigen, lang andauernden Niederschläge führten im Mai im Südosten Europas zu den schwersten Überschwemmungen seit mehr als hundert Jahren. Ganze Landstriche standen unter Wasser. Häuser, Strassen, Brücken und grosse Landwirtschaftsflächen wurden zerstört. Zahlreiche Städte und Dörfer waren tagelang von der Aussenwelt abgeschnitten, die Versorgung mit Strom und Trinkwasser wie auch das Telefonnetz unterbrochen. Zusätzlich führten Erdrutsche und Schlammlawinen zu weiterer Zerstörung, blockierten Strassen und beschädigten Häuser.

In Serbien hat sich das Rote Kreuz an der Evakuierung mehrerer tausend Personen beteiligt und an der Verteilung von überlebenswichtigen Gütern. In Bosnien-Herzegowina konnte das SRK dank der langjährigen Präsenz in Tuzla mit einem eigenen Team rasch Nothilfe leisten. Als das Wasser weg war, unterstützte das SRK zusammen mit dem Bosnischen Roten Kreuz die Betroffenen mit dem nötigen Material, um ihr Zuhause zu reinigen und zu desinfizieren. 400 Entfeuchtungsmaschinen standen über Wochen im Einsatz, um Häuser und Wohnungen so schnell wie möglich zu trocknen. Denn erst wenn die Mauern nicht mehr feucht sind, kann mit den Reparaturarbeiten begonnen werden, um keine Folgeschäden zu riskieren.

Nach der Nothilfe

Herbst 2014. Die Tage werden kühler, der Winter steht bevor. In Bosnien-Herzegowina und Serbien sind es meist lange und sehr kalte Winter. Umso wichtiger ist es, beschädigte Häuser und Wohnungen wintersicher zu machen. «Über den Sommer hinweg haben wir zusammen mit verschiedenen Parteien definiert, wen wir unterstützen können», sagt Alexandra Papis, Länderverantwortliche Bosnien-Herzegowina. «Wir konzentrieren uns auf jene, die von den Fluten betroffen sind und nicht aus eigenen Mitteln wieder auf die Beine kommen. Alleinstehende ohne Unterstützung, Familien ohne Einkommen, ältere Menschen ohne Angehörige.»

Das SRK unterstützt in Bosnien 1500 Familien. «Ziel ist, dass mindestens ein Raum wintersicher ist, also dass er heizbar ist, die Fenster dicht sind usw. Dafür erhält ein Haushalt 1000 Euro», präzisiert Alexandra Papis. Um das Wichtigste kaufen zu können wie einen Kühlschrank, Mobiliar oder warme Decken erhält jede Familie zusätzlich 500 Euro. In diesen Tagen wird mit der Auszahlung der Beiträge begonnen.

Die Fluten haben auch viele Gärten, die der Selbstversorgung dienten, zerstört und fast die ganze Ernte vernichtet. Den Menschen fehlt es an Vorräten. Vieles von dem, was eingelagert war, ging verloren. Das SRK unterstützt daher pro Haushalt Betroffene mit Lebensmitteln im Wert von 400 Euro – oder entsprechend in bar – «damit können sie das kaufen, was sie wirklich brauchen, Lebensmittel, Baby-Nahrung oder auch Saatgut für den Frühling», so Alexandra Papis.

Das SRK in Serbien

In Serbien arbeitet das SRK mit dem Serbischen und dem Österreichischen Roten Kreuz zusammen. Die Unterstützung konzentriert sich auf die beiden von den Fluten schwer betroffenen Gemeinden Paracin und Trstnik entlang des Flusses Morava. 2300 Familien erhalten Reparaturmaterial wie Zement, Farbe und Werkzeug, um die Wohnungen zu renovieren, die nach dem verregneten Sommer jetzt endlich getrocknet sind. Darüber hinaus erhalten auch diese Familien einen finanziellen Zustupf, um das Nötigste einzukaufen.