«2 x Weihnachten»

Nahrung und Medikamente für Flüchtlinge aus Syrien

Über 10 000 Personen aus Syrien sind seit Ausbruch des Bürgerkriegs nach Bulgarien geflüchtet. Dort ist man von diesem Zustrom überfordert. Es fehlt an Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung. Das SRK hilft mit 100 000 Franken aus der Aktion «2 x Weihnachten».

Ein ungenutztes Schulhaus in einem abgelegenen, trostlosen Industriegebiet in der bulgarischen Hauptstadt Sofia: Hier leben bis zu 800 Flüchtlinge aus Syrien auf engstem Raum. Mehr als 10 000 Frauen, Männer und Kinder haben in den letzten Monaten, um dem Bürgerkrieg zu entkommen, Zuflucht in Bulgarien gesucht. Das plötzliche Anschwellen des Flüchtlingsstroms hat das Land, das als eines der ärmsten in der Europäischen Union gilt, unvorbereitet getroffen und zu prekären Situationen in den zum Teil improvisierten Auffanglagern geführt. Es fehlt vor allem an Nahrungsmitteln und Medikamenten. Josef Reinhardt, Leiter der Aktion «2 x Weihnachten» des SRK, hat diese sich zuspitzende Problematik bei einem Besuch bei der lokalen Rotkreuzgesellschaft im letzten November erkannt und beschlossen, 100 000 Franken aus den Zahlungen für virtuelle Pakete für «2 x Weihnachten» zugunsten dieser Menschen in Not einzusetzen und damit Medikamente und Nahrungsmittel zu finanzieren.  

Da sind zum Beispiel Zakaria (34), Budur (32) und deren Kinder Sara (12), Mustafa (10) und Haya(4). Die Familie lebt gemeinsam in einem ehemaligen Schulzimmer von 20 Quadratmetern. Sie sind im letzten Oktober geflüchtet, in der Hoffnung auf ein besseres Leben ohne Krieg, haben alles zurückgelassen, ein Haus, Arbeit, Freunde. Doch in Bulgarien sind die Zukunftsaussichten für die Flüchtlinge schwierig: Sie sprechen die Sprache nicht, es gibt keine Arbeit, es fehlt an Unterkunftsmöglichkeiten und Integrationsprogrammen. Die Kinder können die Schule nicht besuchen, weil auch sie die Sprache nicht beherrschen. Die Weiterreise in ein anderes Land kann sich die Familie nicht leisten. Sie haben ihr gesamtes Vermögen für die Flucht an Schlepper ausgegeben. Die Eltern sind verzweifelt: «Ich möchte nicht hier bleiben. Ich will arbeiten. Meine Kinder sollen in die Schule gehen, damit sie eine Zukunft haben», sagt Zakaria. Für die Unterstützung durch das Schweizerische Rote Kreuz ist die Familie dankbar: «Es ist eine Erleichterung in dieser schwierigen Situation zu wissen, dass die Kinder wenigstens nicht hungern müssen und die medizinische Versorgung gewährleistet ist», sagt Budur. Aber: «Ich möchte gerne, dass dieser Albtraum bald ein Ende hat.»