Überschwemmung Südosteuropa

«Was dich nicht umbringt, macht dich stärker.»

Das serbische Rote Kreuz evakuiert Bewohner aus den betroffenen Gebieten nach Beldgrad. Milan Mirkovic beschreibt seine Eindrücke in einem Bericht der internationalen Föderation der Rotkreuzgesellschaften.

Wenn Milan Mirkovic über die Geschehnisse der letzten Tage nachdenkt, sagt er: «Das Beste an dieser Katastrophe ist die überwältigende Solidarität». Das Rote Kreuz hat in Belgrad in kürzester Zeit 40 Notunterkünfte für evakuierte Familien aus Obrenovac eröffnete. «Und es hat uns nie an Nahrung, trockener Kleidung und an Hilfe von Freiwilligen gefehlt. Die Leute kommen, helfen, spenden, ohne dass wir dazu aufrufen».

Milan Mirkovic ist Arzt, in der Geschäftsleitung des serbischen roten Kreuzes und Mitglied der Jugendkommission der internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. «Wir habend tausende von Freiwilligen, die für solche Fälle ausgebildet und vorbereitet sind», erzählt Mirkovic. «Wir haben ausgerüstete Rettungsteams – und dennoch wurden wir überrascht. In zwei Tagen fiel die Regenmenge von zwei Monaten und begrub Dörfer und Städte in einem unglaublichen Tempo unter sich.»

Drei Flüsse passieren die Stadt Obrenovac südwestlich von Belgrad: die  Sava, Kolubara und Tamnava. Kein Wunder gehört Obrenovac zu den am schwersten betroffenen Gebieten in Serbien. «Als die ersten Menschen aus Obrenovac ankamen, waren sie durchnässt und dreckig, viele Kinder wurden bei der Evakuation von ihren Eltern getrennt und weinten schrecklich.» Zum Glück konnten die freiwilligen Helfer in den Notunterkünften die Kinder etwas ablenken und mit Spielen beschäftigen. Mithilfe des Rotkreuz-Suchdienstes fanden die Familien schnell wieder zusammen.

«Die Menschen auf dem Balkan sind zäh und widerstandsfähig» zieht Milan Mirkovic eine erste Bilanz. «Wir haben ein Sprichwort, das sagt: was dich nicht umbringt, macht dich stärker.»