Philippinen

Sechs Monate nach dem verheerenden Taifun Haiyan

Die Phase der Nothilfe auf den Philippinen ist zu Ende. Der Wiederaufbau hingegen wird noch einige Jahre dauern. Das Schweizerische Rote Kreuz wird sich mit einem Wiederaufbauprogramm in drei vom Sturm betroffenen Regionen engagieren.

Am 8. November 2013 trifft in den frühen Morgenstunden Taifun Haiyan auf die Philippinen mit Spitzengeschwindigkeiten von über 300 km/h. Mindestens 6293 Todesopfer sind zu beklagen, viele werden auch nach sechs Monate immer noch vermisst. Gut eine Million Häuser sind ganz oder teilweise zerstört, vier Millionen Menschen verlieren ihr Obdach.

Die Nothilfe der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung hat seit dem Taifun über eine Million Filipinos erreicht. Die Kosten des Wiederaufbaus in den nächsten drei Jahren schätzt die Rotkreuz-Föderation aber noch immer auf 320 Millionen Franken. Der Zugang zu Nahrung, sauberem Wasser und zur Gesundheitsvorsorge sind die grössten Herausforderungen nebst dem Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur, von Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden. Noch immer harren Tausende Menschen in Notunterkünften, Baracken und Zelten aus. Sie sind besonders verletzlich, wenn im Juni die Regenzeit beginnt.

Das Engagement des SRK

Bereits wenige Tage nach dem verheerenden Sturm war das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) vor Ort, um den Menschen insbesondere auf den Inseln Bantayan und Palawan zu helfen. Dank der Nothilfe haben 34 000 Menschen wieder ein Dach über dem Kopf, das sie vor Hitze und Regen schützt.

Heute, ein halbes Jahr nach dem heftigen Taifun, bleibt viel zu tun. Das SRK wird sich daher über die Phase der Nothilfe hinaus beim Wiederaufbau engagieren und in drei Regionen auf den Philippinen aktiv werden: in Capiz auf der Insel Panay, in Ormoc auf Leyte und im Norden von Palawan auf den Calamian Inseln, wo das SRK bereits mit Nothilfe vor Ort war. Dafür will es 12 bis 15 Millionen Franken einsetzen. Im Zentrum des Engagements steht die Landbevölkerung in abgelegenen Gebieten. Es geht darum, Wohnhäuser zu bauen, die Stürmen, Fluten und Erdbeben besser Stand halten. Die Verbesserung von Wasserversorgung und Hygiene bildet einen weiteren Schwerpunkt des Engagements. Dabei wird das SRK besonders eng mit dem Philippinischen Roten Kreuz zusammenarbeiten.