Hurrikan Matthew

Rotkreuz-Hilfe in Haiti läuft an

Für die Nothilfe nach dem verheerenden Hurrikan Matthew setzt das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) in Haiti vorerst eine Million Franken ein. Es konzentriert sich dabei auf die Prävention von Cholera, die Verteilung von Hilfsgütern und die logistische Unterstützung der internationalen Rotkreuz-Hilfe.

Ein Viertel der Mittel, rund 250‘000 Franken, setzt das SRK als Soforthilfe in der Region Léogâne ein, wo es seit dem schweren Erdbeben 2010 permanent präsent ist. Mit vorerst 750‘000 Franken unterstützt das SRK die internationale Rotkreuz-Hilfe. Es finanziert dringend benötigte Hilfsgüter wie Haushalt- und Hygieneartikel sowie Reparatursets und Blachen zum notdürftigen Flicken der Unterkünfte. Diese Hilfsgüter werden von Rotkreuz-Freiwilligen direkt an die Familien verteilt, die bei dem Wirbelsturm alles verloren haben.

Seit Sonntag steht zudem ein aus der Schweiz entsandtes SRK-Team von sechs Nothilfe-Logistikern in Haiti im Einsatz. Im Auftrag der Internationalen Rotkreuz-Föderation klären sie die Bedürfnisse ab, nehmen sämtliche aus dem Ausland ankommenden Rotkreuz-Hilfsgüter entgegen und koordinieren deren Verteilung im Katastrophengebiet.

Neu erschienen:
Der Weltkatastrophenbericht 2016 befasst sich mit dem Thema Resilienz. Er plädiert für ein Umdenken beim Umgang mit Katastrophen. Wenn in die Widerstandsfähigkeit einer Bevölkerung investiert wird, können Leben gerettet, Leiden gelindert und Kosten gespart werden. Der jährlich erscheinende Bericht des Roten Kreuzes kann hier heruntergeladen werden.

Prävention von Cholera

Bei der Soforthilfe in Léogâne legt das SRK seinen Schwerpunkt auf die Prävention von Seuchen wie Cholera, deren Gefahr aufgrund von verschmutztem Trinkwasser gross ist. Es verteilt Flüssigchlor und Wasserfilter zur Reinigung des Trinkwassers. Zudem führt es Hygienekampagnen durch, damit sich die Menschen auch unter diesen schwierigen Bedingungen vor Krankheiten schützen können. Das SRK kann dabei auf ein Netzwerk von Dorfgruppen und Freiwilligen zurückgreifen, das es während seines mehrjährigen Engagements in der Region aufgebaut hat.

In den am schwersten betroffenen Gebieten im Südwesten von Haiti sind mehr als 80 Prozent der Häuser zerstört. Rund 1.5 Millionen Menschen sind auf Nothilfe angewiesen. Die Infrastruktur inklusive Wasserversorgung ist zusammengebrochen. Im ganzen Land wurden durch den Wind und heftigen Niederschläge Ernten und Nahrungsmittelvorräte vernichtet, mittelfristig droht eine Hungersnot.

Für die Nothilfe in Haiti ist das SRK auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. Finanzielle Unterstützung erhält es auch von seinen Partnern Allianz Suisse, Coop und Swiss Re Foundation.

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