Haiti: Hurrikan Matthew

Rotkreuz-Hilfe auf dem See- und Landweg

Das Rote Kreuz verteilt Hilfsgüter für 50 000 Menschen in der Stadt Jérémie, die beim Hurrikan vom 4. Oktober verwüstet wurde. Ein mobiles Gesundheitszentrum und Hygienekampagnen sollen helfen, die Cholera einzudämmen.

Die Logistik-Equipe des Schweizerischen Roten Kreuzes, die die internationale Rotkreuz-Hilfe in Haiti koordiniert, hat den Schiffs-Transport in die Hafenstadt Jérémie organisiert. Nun werden die Blachen, Werkzeugsets, Wasserkanister, Moskitonetze sowie Hygiene- und Haushaltartikel an die Menschen in Not verteilt.

«Die Hilfsgüter werden von Rotkreuz-Organisationen aus aller Welt nach Haiti geliefert, laufend treffen weitere Ladungen in Port-au-Prince ein.», sagt Thomas Büeler, der Leiter des SRK-Logistik-Teams in Haiti. Ein mobiles Gesundheitszentrum des Kanadischen Roten Kreuzes wird auf dem Landweg nach Jérémie gebracht. Die Strasse in den Südwesten Haitis konnte kürzlich wieder geöffnet werden, nachdem sie seit dem Hurrikan am 4. Oktober durch Geröll und umgestürzte Bäume blockiert gewesen war.

Eine logistische Herausforderung ist die Verteilung von Hilfsgütern in entlegenen Gebieten, da die meisten Verkehrswege noch immer unterbrochen sind. Erschwert wird die Lage durch anhaltende Niederschläge. Zudem ist die Sicherheitslage prekär. Viele Menschen haben alles verloren, nicht nur ihr Haus, sondern auch ihre Ernte und Nahrungsvorräte. Ihre Verzweiflung ist gross. Verteilaktionen müssen sorgfältig vorbereitet werden, damit es nicht zu Tumulten kommt.

Prävention von Cholera

Im Gebiet von Léogâne, wo sich das SRK seit mehreren Jahren engagiert, sind die Aufräum- und Reparaturarbeiten im Gang. Von den 600 Häusern, die das SRK nach dem Erdbeben von 2010 gebaut hat, wurden nur drei leicht beschädigt. Auch die Fluchtwege und die Zufluchtsorte, die im Zuge des langfristigen Engagements errichtet wurden, haben sich bewährt. Unterstützt vom lokalen Roten Kreuz werden nun Flüssigchlor und Tabletten zur Wasserreinigung abgegeben. Mit Hygienekampagnen wird die Bevölkerung für die Prävention von Cholera sensibilisiert, die in ganz Haiti eine gefürchtete Gefahr darstellt. Bis letzten Freitag wurden bereits 773 Fälle gemeldet.

Das SRK setzt mit Unterstützung des Bundes vorläufig eine Million Franken für die Nothilfe in Haiti ein. Darüber hinaus plant es weitere Massnahmen für die Rehabilitation besonders schwer betroffener Gemeinden.