Südosteuropa

Aufräumen nach den Fluten

Die Nothilfe in Südosteuropa ist abgeschlossen, nun geht es darum, den Menschen die Rückkehr in den Alltag zu ermöglichen. Das SRK will Betroffene bei der Renovation ihrer Wohnungen und mit Lebensmitteln unterstützen.

Das Wasser in den überschwemmten Gebieten in Bosnien und Serbien ist weg. Die Schäden aber bleiben. Tagelang stand das Wasser bis über zwei Meter hoch, vielerorts sind die Wohnungen bis hinauf in den 1. Stock unbewohnbar. Ältere Häuser müssen gar abgerissen werden. Kaum ein Stück Mobiliar hat das Wasser überlebt. Ganze Strassenzüge sehen sich gleich: die Wassermarke an der Fassade ist gut erkennbar, die Fenster stehen überall bis hinauf in die zweite Etage offen, um die Feuchtigkeit und den modrigen Geruch aus den Mauern zu kriegen. Die Wohnungen sind gespenstig leer.

Die Strassen sind mittlerweile aufgeräumt, Wohnungseinrichtungen, Bauschutt und sonstiger Müll entsorgt. Viele Gebäude sind auch dank dem vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) verteilten Material bereits gereinigt und desinfiziert. Die 400 Entfeuchtungsmaschinen, die das SRK Anfang Juni nach Bosnien geschickt hat, sind noch immer täglich im Einsatz. Häuser und Wohnungen müssen so schnell wie möglich trocken werden, um mit den Reparaturarbeiten anfangen zu können. Denn viele Menschen leben noch immer bei Verwandten, bis sie in ihre Häuser zurück können. Jetzt, in den Schulferien, sind auch kaum Kinder anzutreffen. Wer nicht hier sein muss, ist weg gegangen.

Nach der Nothilfe

Alexandra Papis, Programmverantwortliche Bosnien-Herzegowina des SRK hat zusammen mit dem lokalen SRK-Team, dem Bosnischen Roten Kreuz, den Behörden und der Bevölkerung die nächsten Schritte für die Unterstützung abgeklärt. «Wir konzentrieren uns auf jene, die von den Fluten betroffen sind und nicht aus eigenen Mitteln wieder auf die Beine kommen. Alleinstehende ohne Unterstützung, Familien ohne Einkommen, ältere Menschen ohne Angehörige», sagt Alexandra Papis. Wo möglich sollen mit einer finanziellen Unterstützung Wohnungen renoviert werden. Böden, Fenster und Türen sowie Ofen und Heizungen müssen repariert oder ersetzt werden, es braucht Malarbeiten, neues Mobiliar usw.

Sich für den Winter wappnen

Viele haben auch ihre Lebensgrundlage – den eigenen Garten – verloren. Nochmals zu säen, dafür ist es für dieses Jahr zu spät. Die Menschen können keine neuen Vorräte für den Winter anlegen. Was die Fluten überstanden hat, wird jetzt aufgebraucht. Das SRK wird die Familien daher auch mit Lebensmitteln unterstützen, insbesondere im kommenden Winter. «Ziel ist aber, dass die Menschen im nächsten Frühling säen und sich so wieder selber ernähren können,» sagt Alexandra Papis.