Augenlicht schenken

Shayade Hug, Miss Earth Schweiz, hilft blinden Kindern und Erwachsenen

Shayade Hug unterstützt in ihrem Amtsjahr das Projekt Augenlicht schenken des SRK. Im folgenden Text erzählt sie, weshalb ihr das humanitäre Engagement am Herzen liegt.

„Meine Mutter ist Brasilianerin, aufgewachsen bin ich in der Schweiz. Diese zwei Kulturen haben mich geprägt und zwischen diesen zwei Welten bin ich gross geworden. Da war mein geborgenes, sicheres Zuhause in der Schweiz und auf der anderen Seite das von Armut geprägte Leben meiner Verwandten in Brasilien.

Weshalb habe ausgerechnet ich diese Chance, in einem sicheren und reichen Land aufzuwachsen? Diese quälende Frage hat mich wohl dazu bewogen, mir bereits als 5-jähriges Mädchen ein grosses Lebensziel zu setzen: Für mich stand fest: Ich wollte Kindern in Armut helfen. Doch es brauchte viel Zeit, bis ich meinen Weg gefunden habe.

Nach zwölf Jahren Leistungssport in Tennis mit 20 Stunden Training pro Woche erkrankte ich im Jahr 2008 am Pfeifferschen Drüsenfieber. Dieser Virus durchkreuzte all meine Pläne und fast zwei Jahre danach musste ich akzeptieren, dass ich den Sport auf diesem Leistungsniveau aufgeben musste.

Ich habe danach eine vierjährige KV/Sport-Lehre gemacht und anschliessend im Verband für offene Kinder- und Jugendarbeit des Kantons Bern gearbeitet. Es ist und bleibt mein grösstes Anliegen, mich für Kinder und Jugendliche stark zu machen. Ich bin überzeugt, dass eine gesunde Familie einem Kind Stärke, Selbstvertrauen und Geborgenheit für ein ganzes Leben mitgibt. Dass es in armen Regionen der Welt Kinder gibt, die dieses Urvertrauen nicht entwickeln können, das zerreisst mir fast das Herz.

Deshalb unterstütze ich auch das Projekt Augenlicht schenken. Es beeindruckt mich, wie mit wenig Aufwand ein ganzes Leben verändert werden kann. Eine Mutter, die dank einer Operation wieder sieht, kann wieder nähen, auf dem Feld arbeiten und zu den Kindern oder Grosskindern schauen – das berührt mich.

Ich möchte in meinem Amtsjahr möglichst viele Menschen dazu motivieren, ebenfalls mitzumachen, zum Beispiel mit einer Schmuckspende. Ich als passionierte «Recyclerin» finde die Idee super, gebrauchten Schmuck zu spenden statt wegzuwerfen.“