«2 x Weihnachten»

Zwei, die dasselbe wollen

Wohin mit Pralinen, die in wenigen Tagen ablaufen? Dank der Zusammenarbeit mit Schweizer Tafel bekommen Bedürftige in der Schweiz in diesen Wochen schnell und direkt Hilfe. Einblicke in die Arbeit von Schweizer Tafel im Verteilerzentrum in Flamatt bei Bern.

Rechtzeitig zur Znünipause treffen die Fahrer von Schweizer Tafel auf dem Umschlagplatz ein. Doch Pause machen sie nicht: Die Palette mit den gespendeten Lebensmittel der Aktion «2 x Weihnachten» stehen schon bereit, die Fahrer greifen tatkräftig zu. Neben den Kisten der Detailhändler – reife Bananen, Brot von gestern, nicht einwandfrei verpackte Vanilleglacé – stapeln sich im Auto Kartons voll mit Schoggi-Kugeln, Reis und Öl der SRK-Aktion.

Zum ersten Mal arbeitet dieses Jahr das SRK mit Schweizer Tafel zusammen. «Ich bin sehr glücklich über diese Zusammenarbeit», freut sich Josef Reinhardt, Leiter Katastrophenhilfe Schweiz des SRK. «Mit der Schweizer Tafel haben wir eine gute Lösung gefunden für Lebensmittel, die sehr bald ablaufen. Wir müssen fast gar nichts mehr wegwerfen», freut er sich.

Gemeint sind etwa Pralinen, Teigwaren oder Chips, aber auch Sirup und Dörrbohnen. Alle Lebensmittel, die in den nächsten Wochen verfallen, gibt das SRK an Schweizer Tafel weiter. «Wir können ja bei Verteilung an Bedürftige in der Schweiz und in Osteuropa nicht Ware schenken, die schon abgelaufen ist», erklärt Josef Reinhardt.

Speditiv verteilen statt wegwerfen

Seit zwölf Jahren gibt es Schweizer Tafel, neun 11 Regionen versorgt sie in der Schweiz. Ihr Motto: «Essen - verteilen statt wegwerfen». Das Hauptgeschäft macht Schweizer Tafel mit Gemüse, Frischprodukten, Kühlprodukten und Brot von Produzenten, Grossverteilern und Detaillisten. Sie beliefern unter anderem Kinderheime, Frauenhäuser, Durchgangszentren oder Notschlafstellen.

Hier, im Verteilerzentrum in Flamatt, laufen die Fäden für die Regionen Bern / Freiburg / Solothurn zusammen. «Wir spüren sehr gut, dass wir seit anfangs Jahr mehr Ware durch die Aktion «2 x Weihnachten» haben – Lebensmittel, über die sich auch unsere Abnehmer sehr freuen», sagt Manuel Loeliger, Leiter dieser Region von Schweizer Tafel. Täglich holt er zusammen mit seinem Team Kisten im Logistikzentrum des SRK in Wabern. Insgesamt sind es 60 Palette, die das SRK an Schweizer Tafel übergibt.

Vom Überschuss zu bedürftigen Menschen in der Schweiz

Die Logistik von Schweizer Tafel ist ausgeklügelt. In verschiedenen Lagerräumen werden die Lebensmittel von «2 x Weihnachten» nochmals nach Datum sortiert und in Kisten verpackt. «So können wir gewährleisten, dass fast gar nichts weggeworfen wird – mit der Ausnahme von Lebensmitteln, die wirklich nicht mehr geniessbar sind», sagt Manuel Loeliger.

Fahrer und Fahrerinnen – Menschen in Sozialhilfeprogrammen und freiwillige Helfende – holen auf ihrer Tour Produkte von Detailhändler und Grossverteiler, laden in Flamatt die Wa-ren von «2 x Weihnachten» und bringen die Lebensmittel zu denen, die die Hilfe in der Schweiz am nötigsten haben. Wählerisch sind die Abnehmer nicht. Dafür werden die Küchenteams von Durchgangszentren und Kinderheimen viel Kreativität brauchen, aus dem bunten Lebensmittel-Mix im Lieferauto ein feines Menu zu zaubern.

Win-Win-Situation

Abfall, Nachhaltigkeit und Verschwendung sind zentrale und wichtige Themen unserer Ge-sellschaft. «Dass das SRK durch die Zusammenarbeit mit Schweizer Tafel auch einen Beitrag dazu leisten kann, freut mich besonders», sagt Josef Reinhardt.