2 x Weihnachten

Wenn es im März weihnachtet

An der diesjährigen Ausgabe der Aktion «2 x Weihnachten» durfte das SRK erneut viele gespendete Geschenke entgegennehmen. Diese werden nun an bedürftige Familien in der Schweiz verteilt. Eine Reportage aus Basel.

Kurz vor vierzehn Uhr an einem trüben, nasskalten Märztag beim Pfarreiheim an der Kleinhüningeranlage in Basel: Vor dem Eingang warten Männer, Frauen und Kinder. Sie haben leere Tragtaschen und leere Einkaufswagen dabei. «Heute ist fast ein bisschen Weihnachtsstimmung», sagt eine ältere Frau und deutet auf den Nieselregen, der entfernt an Schneegestöber erinnert. Aber nicht nur des Wetters wegen sei sie in Weihnachtsstimmung, fügt die Frau an, sondern auch «wegen der Geschenke, die wir heute abholen können».

Geschenke abholen können die Wartenden dank der Aktion «2 x Weihnachten». Freiwillige haben den Inhalt der 72‘000 Pakete sortiert, die bei der Aktion 2015/16 gespendet wurden. Die Hälfte der Waren wird in der Schweiz an bedürftige Familien, Einzelpersonen und soziale Institutionen verschenkt. Die andere Hälfte geht nach Osteuropa an bedürftige Menschen. 

Von Apfelmus bis Zahnpasta 

Punkt vierzehn Uhr ist Türöffnung. Beim Eintreten geben die Besucherinnen und Besucher ihre schriftliche Einladung ab, die sie zum Bezug von Waren berechtigt und auf der steht, wie viele Familienmitglieder in ihrem Haushalt leben. Als erstes bekommen sie eine der Familiengrösse angepasste, prall gefüllte Tasche mit Nahrungsmitteln. Dann kommt – vor allem für die Kinder – der spannende Teil: Auf langen Tischen sind die Waren ausgebreitet, aus denen jede Familie zusätzlich noch individuell eine festgelegte Anzahl an Artikeln auswählen darf: Hygiene- und Toilettenartikel wie Seife, Shampoo, Zahnpasta oder Zahnbürsten, Schulmaterial, Babyutensilien, Haushaltsgegenstände. Freiwillige Helferinnen und Helfer sorgen dafür, dass immer genügend Nachschub auf den Tischen liegt. 

In der Mitte des Raumes steht ein grosser Tisch mit Spielsachen. Hier zieht es alle Kinder magisch hin. Sie stehen mit grossen Augen vor der vielfältigen Auslage, nehmen eine Puppe in den Arm, schauen sich Gesellschaftsspiele an oder fahren gleich mit den Spielzeugautos auf dem Tisch herum. Einmal entschieden, was sie mitnehmen dürfen, geben sie den neuen Schatz nicht mehr aus der Hand, sondern tragen ihn mit vor Freude geröteten Wangen selber nach Hause. 

Ein bisschen Luxus

Fast vier Tonnen Ware hat Regine Fricker, Verantwortliche des SRK Basel-Stadt für die Verteilung der Waren von «2 x Weihnachten», zusammen mit Freiwilligen in den Tagen vor der Verteilaktion bereit gestellt, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. An drei Nachmittagen sind um die 350 bedürftige Familien eingeladen, hier Waren abzuholen. Insgesamt rund 1000 Personen bekommen so Güter für den täglichen Bedarf. Darunter gibt es neben alltäglichen Gebrauchsgegenständen auch Artikel, die sich diese Familien sonst nicht leisten könnten: Parfüm, Dekorationsartikel, Bastelsachen. Sie sei dankbar für alles, was sie hier heute erhalten habe, sagt die Frau, die fast ein bisschen in Weihnachtsstimmung ist. «Besonders schön sind aber die Sachen, für die mein knappes Budget nie reichen würde. Das ist wirklich ein Geschenk.»