Suchdienst

Tag der Verschwundenen: Zahlen des Suchdiensts SRK steigen

Am 30. August wird der internationale Tag der Verschwundenen begangen. Damit rücken einmal im Jahr die vielen verschwundenen Menschen und deren Angehörige in den Fokus. Die Anfragen beim Suchdienst des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) sind in diesem Jahr gestiegen.

Bootsflüchtlinge, Syrien-Drama, Libyen-Krise: Diese dunklen Seiten der aktuellen Weltgeschichte bilden sich im Kleinen auch beim Suchdienst des SRK in Bern ab – in Form von zahlreichen Anfragen. Angehörige suchen verzweifelt ihre Nächsten, oft weil auf der Flucht der Kontakt verloren gegangen ist. Die Zahlen dieser Anfragen sind denn auch in letzter Zeit wieder gestiegen – mit voraussichtlich über 1000 pro Jahr (Stand Ende Juli: 611 Anfragen, 68 mehr als vor einem Jahr). «Viele Menschen begeben sich in der Not auf die gefährlichen Fluchtwege nach Europa und verlieren deshalb den Kontakt zu ihren Liebsten», sagt Nicole Windlin, Leiterin Suchdienst SRK.

Gemeinsam mit 22 anderen Rotkreuzgesellschaften und dem IKRK wurde soeben mit «Trace the Face» eine neue Website kreiert, welche die Suche erleichtern wird: Betroffene können auf www.tracetheface.org schauen, ob sie ihre verschwundenen Familienmitglieder auf einem Foto erkennen oder über den Suchdienst SRK ihr Foto heraufladen, wenn sie jemanden auf dem Weg verloren haben.

Schon über 300 Fotos von Suchenden befinden sich nun auf der Website. Windlin: «Jeder Besuch der Webseite durch eine betroffene Person kann den Kontakt zu ihren lange vermissten Familienmitgliedern herstellen und damit ihr Leben verändern.»

30. August: Gedenktag

Der «Tag der Verschwundenen» erinnert an das Schicksal von Personen, über deren Verbleib nichts bekannt ist. In der Schweiz kümmert sich nebst anderen Organisationen insbesondere der Suchdienst des SRK um die betroffenen Angehörigen. Nicole Windlin: «Unsere Unterstützung ist für die Betroffenen sehr wichtig. Denn diese leiden stark unter der Ungewissheit.»

Der Internationale Tag der Verschwundenen wird jährlich am 30. August begangen. Er geht auf die Initiative lateinamerikanischer Angehöriger von Festgehaltenen und Verschwundenen im Jahre 1981 zurück. Weltweit werden jährlich Tausende Menschen Opfer von Praktiken, die das Ziel haben, Menschen verschwinden zu lassen. So auch in Europa als Folge des Krieges in Ex-Jugoslawien.

Informationen:

Nicole Windlin
Leiterin Suchdienst SRK
079 630 19 95