Suchdienst

Internationaler Tag der Verschwundenen

Am 30. August wird mit dem Internationalen Tag der Verschwundenen jedes Jahr der Millionen Vermissten weltweit gedacht. Die Zahlen steigen: Bewaffnete Konflikte und Migration sind dabei Hauptursachen für das Verschwinden von Vätern, Schwestern und anderen Familienangehörigen. Das Schweizerische Rote Kreuz unterstützt die suchenden Familien.

Restoring Family Links …
… ist ein Netzwerk innerhalb der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Ihr Ziel ist die Zusammenführung auseinandergerissener Familien. Ihre digitale Suchplattform «Trace the Face» wurde im Jahr 2013 eingeführt und konnte seitdem 161 Familien zusammenführen. Seit etwa einem Jahr sind die Übereinstimmungen am steigen – mittlerweile erkennen und finden sich einmal wöchentlich Verwandte via Trace the Face . Und dies ist nur der erste Schritt auf dem langen Weg der Familienzusammenführung.
 

Wie viele Menschen weltweit vermisst werden, kann keine Statistik genau beantworten. Klar ist: Ende 2018 suchte der Suchdienst des Schweizerischen Roten Kreuzes nach knapp 2‘000 Personen. Die Mitarbeiterinnen übermitteln Rotkreuz-Nachrichten, beschaffen Haftbestätigungen des Internationalen Komitee des Roten Kreuzes und recherchieren über das Schicksal von Vermissten.

«Das Schlimmste ist, nichts zu wissen. Man kann nicht trauern, und trotz der Zeit, die vergangenen ist, hat man den Eindruck, dass die Ereignisse erst gestern waren, weil die Wunden immer noch offen und schmerzhaft sind.»

Pierre, 20, Ruanda

Das Leiden der Angehörigen

Wenn jemand verschwindet hat das meist Auswirkungen auf mehrere Menschen. Neben den Verschwundenen sind auch die Angehörigen betroffen. Nicht zu wissen, ob der Bruder oder die Mutter noch lebt und wo er oder sie sich befindet, ist extrem belastend. Häufig kommt es innerhalb der Familie zu Spannungen und Konflikten. Die Suchenden sind hin und her gerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Sie stehen vor vielen offenen Fragen und wissen nicht, ob sie jemals Antworten finden werden.

«Seitdem mein Sohn verschwunden ist, hat die Familie keine Freude mehr, wir sprechen nicht mehr freundlich oder fröhlich miteinander, wir sind alle traurig.»

Anonym

UNO-Konvention

1992 verabschiedete die UNO-Generalversammlung eine Erklärung über den Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen, 2006 folgte eine Konvention. Basierend auf Völkergewohnheitsrecht macht die Konvention deutlich, dass das Verschwindenlassen von Menschen nicht nur eine schwere Menschenrechtsverletzung, sondern auch ein Verbrechen ist, das die Vertragsstaaten verhindern, untersuchen, verfolgen und bestrafen müssen.