Mutter findet Sohn

Die Website www.tracetheface.org hat es ermöglicht

Ein abfahrender Zug trennt eine Mutter von ihrem Sohn – doch dank den Fotos auf Trace the Face kann der Kontakt wieder hergestellt werden.

In der Hoffnung auf ein besseres Leben flüchtete Frau Sarvari aus Afghanistan zusammen mit ihrem Sohn Ramin Richtung Europa. Die beiden verloren sich aber auf der Flucht aus den Augen. In Athen wurden die beiden auf einem Bahnhof getrennt. Die Mutter war bereits im Zug, als dieser zu fahren begann, Ramin befand sich aber noch auf dem Bahnsteig. Leider hatte der Junge kein Handy dabei, auf dem seine Mutter ihn erreichen konnte. So ging der Kontakt verloren.

Mitreisende ermutigten Frau Sarvari, die Reise ohne ihren Sohn fortzusetzen und zu hoffen, dass sie sich später wieder treffen werden. Und so kam sie Mitte November 2018 völlig verzweifelt in der Schweiz an. Zum Glück machte sie Bekanntschaft mit einem Mann aus Afghanistan, der sie unterstützte und extra nach Bern reiste, um den Suchdienst zu aktivieren.

Eine freiwillige Mitarbeiterin des Suchdienstes traf Frau Sarvari im Januar zu einem Termin, um mit ihr die Suchmöglichkeiten zu besprechen. Während des Termins zeigte sie Frau Sarvari die Fotos auf der Webseite www.tracetheface.org, auf welcher suchende Personen ihr Foto veröffentlichen. Die Frau erkannte Ramin sofort auf einem der Fotos und war verständlicherweise emotional sehr aufgewühlt. Sie hörte nicht auf das Telefon zu umklammern und das Foto anzuschauen.

Zusammen mit dem Griechischen Roten Kreuz, welches das Foto von Ramin aufgenommen und auf der Webseite veröffentlicht hat, verifizierte der Suchdienst SRK, ob es sich tatsächlich um Mutter und Sohn handelt. Nach einiger Zeit der Ungewissheit und des Wartens kam endlich die erlösende Nachricht aus Griechenland: Tatsächlich handelt es sich auf dem Foto um den verlorenen Sohn! Bereits am nächsten Tag ging er in das Büro des Griechischen Roten Kreuzes und konnte seine Mutter in der Schweiz anrufen. Beide sind überglücklich, sich wieder gefunden zu haben. Frau Sarvari meinte nur: «Ab jetzt brauche ich keine Medikamente mehr!» Nur wann kann die Mutter nun ihren Sohn wieder sehen? Für die Familienzusammenführung ist Frau Sarvari nun in Kontakt mit einer Rechtsberatungsstelle.