Reportage

«Rotkreuz-Kinderbetreuung war die Rettung»

Muriel ist seit ein paar Tagen ans Bett gefesselt. Ihre beiden Söhne im Alter von zwei und vier Jahren kann sie nicht einmal mehr in die Arme nehmen. In solchen Fällen ist die Kinderbetreuung des Roten Kreuzes eine gute Lösung.

Die Mutter ist schwer krank, der Vater muss arbeiten, die Grosseltern sind in den Ferien, und die Tagesmutter liegt nach einer Geburt im Spital. Wer kümmert sich nun um die beiden Kinder? Familie R. in Freiburg weiss zunächst keinen Rat.

Dann aber wird sie von einer Bekannten auf den Rotkäppchen-Dienst des Freiburgischen Roten Kreuzes hingewiesen: Die einzigartige Kinderbetreuung zu Hause springt ein, wenn Eltern in einer Notlage sind.

Eine Frage des Vertrauens

Ein Anruf genügt, um eine Betreuerin für die beiden Buben zu organisieren. Am nächsten Morgen läutet Marie-Jeanne vom Roten Kreuz pünktlich um 9 Uhr an der Haustür der Familie. Die beiden Jungs sind von der Betreuerin sofort begeistert. Dank ihrer Berufserfahrung und einem Koffer voller Spielzeuge hat Marie-Jeanne leichtes Spiel.

Muriel ist erleichtert, dass ihre Kinder in der Wohnung bleiben können. Wegen Rückenbeschwerden mit Lähmungen muss sie Bettruhe halten. Nun wird sie von Marie-Jeanne entlastet, der sie voll und ganz vertraut.

Die Betreuerin kümmert sich von 9 bis 16 Uhr um die Kinder, spielt mit ihnen, bereitet ihnen das Essen zu und geht mit ihnen spazieren. So hat die Familie zwei Wochen Zeit, um eine Betreuungslösung zu organisieren.

Den Kopf bei der Arbeit

Rotkäppchen springt zwar nur vorübergehend ein, bietet aber trotzdem wertvolle Unterstützung. «Das Rote Kreuz war unser Rettungsanker», bestätigt Christian, der wegen der Krankheit seiner Frau lange und harte Tage hinter sich hat. Als Physiotherapeut muss er auch seinen beruflichen Verpflichtungen nachkommen. Dank Rotkäppchen hat er nun wieder den Kopf frei und mehr Zeit für seine Arbeit.