SRK Kinderbetreuung zu Hause

Pause für starke Eltern

SRK-Botschafter Christian Stucki nimmt sich Zeit für einen Besuch bei Familie Bieri am Bielersee. Er ist auch Vater, darum weiss der Schwingerkönig 2019 aus eigener Erfahrung, wie entlastend für Eltern eine zuverlässige Kinderbetreuung schon nur für ein paar Stunden sein kann.

Vor vier Jahren kamen die Zwillingsmädchen Valeria und Viktoria zehn Wochen zu früh zur Welt. Nur 580 Gramm wog Viktoria bei der Geburt, halb so viel wie ihre Schwester. Heute stehen die beiden zusammen mit Bruder Leon, 6, aufgeregt und mit grossen Augen im Wohnzimmer. Sie staunen, als der Schwingerkönig 2019, Christian Stucki, 34, den Kopf einziehen muss, damit er nicht die Lampe von der Decke holt. Die Kleine rennt auf ihn zu, greift an ihr linkes Oberärmchen und ruft: «Ich habe im Fall Superkräfte! »

Allen gerecht werden

Als Mutter Franziska Bieri, 33, von den sorgenvollen ersten Lebensmonaten der Zwillinge erzählt, wird Christian Stucki, der selber Vater von zwei Buben ist, nachdenklich. Aufgrund von Sauerstoffmangel bei der Geburt erlitt Valeria einen Hirninfarkt und ist seither rechtsseitig leicht gelähmt. Nur ihrem starken Überlebenswillen, der intensiven Pflege durch die Eltern und unzähligen Therapien ist es zu verdanken, dass die Zwillinge nun wie Gleichaltrige herumtoben können. erklärt Franziska Bieri. Das beansprucht viel Zeit. Zeit, die immer zu knapp war, wenn Franziska Bieri den übrigen Verpflichtungen als Familienfrau auch noch gerecht werden wollte. Sie hatte keine ruhige Minute und tagsüber keine Entlastung. «Ich versuchte allen und allem gerecht zu werden und vergass, dass ich selber auch Bedürfnisse hätte», erinnert sie sich. Die Grenze ihrer Belastbarkeit wurde überschritten. Die Schwiegermutter und befreundete Familien übernahmen abwechselnd die Kinderbetreuung. Doch diese Lösung funktionierte nur vorübergehend.

«Wir müssen bis zu fünf Mal wöchentlich mit den Mädchen zu diversen Therapien»

Franziska Bieri, Mutter von 3 Kindern

Mit gutem Gewissen

Über eine Bekannte erfährt Franziska Bieri, dass das SRK in ihrer Region eine Kinderbetreuung anbietet, wenn sich eine Familie in einer schwierigen Situation befindet oder wenn ein Kind erkrankt und die Eltern berufstätig sind. Eine ausgebildete, erfahrene Kinderbetreuerin kümmert sich mit viel Einfühlungsvermögen um die Kinder zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld. Als Anita Spahni vom SRK im Sommer 2019 zum ersten Mal an der Wohnungstür stand, spürte Franziska Bieri, dass es gut kommt.

Franziska Bieri möchte andere Eltern ermutigen, sich rechtzeitig Entlastung zu suchen.

Seither unterstützt die 61-jährige Kinderbetreuerin die Familie jeden Mittwochnachmittag und erzählt munter von ihrer Motivation für diese Aufgabe. Sie möchte mit ihrem Beispiel andere Mütter und Väter ermutigen, sich rechtzeitig Entlastung zu suchen und sieht die Vorteile einer bezahlten Kinderbetreuung. «Ich hatte oft ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Schwiegermutter und unseren Bekannten, weil ich wusste, dass es ihren Alltag auch belastet. Nun kann ich die freien Stunden unbeschwert geniessen, weil ich weiss, dass Anita sich bewusst fürs Kinderhüten entschieden hat. » Als Eltern finden sie es deshalb richtig, dass die Einsätze nicht unentgeltlich sind und das SRK für einen tiefen Stundenansatz entsprechend dem Familieneinkommen sorgt.

«Die Kinder sind mir schnell ans Herz gewachsen und es gibt mir ein gutes Gefühl, dass ich Fränzi unterstützen kann» 

Anita Spahni, Kinderbetreuerin SRK

Erholung für alle Eltern

Für Christian Stucki ist es eine Herzensangelegenheit, sich für Familien in der Schweiz stark zu machen. Er wisse, wie entspannend schon nur ein paar Stunden ohne Kinder seien. «Nur einmal in Ruhe ohne die Buben einkaufen zu gehen, ist pure Erholung.» Der Schwinger und seine Frau haben den Vorteil, dass sich bei Bedarf eine Tante gerne um seine Jungs kümmert. Doch der SRK-Botschafter weiss, dass nicht alle Familien auf die Verwandtschaft zurückgreifen können. «Deshalb unterstütze ich dich Kinderbetreuung vom SRK. Damit Kinder in einem gesunden Umfeld aufwachsen können, brauchen die Eltern zwischendurch eine Auszeit», sagt Stucki.

Vollgepackt mit den Zwillingsmädchen und Leon auf Schultern und Armen kämpft er sich durchs Wohnzimmer zum Ausgang. Und dieses Mal wackelt die Lampe an der Wohnzimmerdecke verdächtig stark – ob durch Valerias Superkräfte oder Stuckis Kopfstoss ist ungewiss.