Konzept: Ernährung und Migration

Migration und Gesundheit

«Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen»: Ernährung, Speisen und Mahlzeiten umfassen mehr als eine rein physische Bedürfnisbefriedigung. Sie sind eingebettet in soziale, ökonomische und religiöse Aspekte des täglichen Lebens. Die Ernährungsgewohnheiten werden zudem von je spezifischen Körpervorstellungen (vgl. Medizinethnologie) als auch soziokulturellen Nahrungsmittelklassifikationen beeinflusst. Gleichzeitig wirkt sich die Migrationssituation auf das Ernährungsverhalten aus, da sich die lebensweltlichen Bedingungen in der Migration verändern.

Fachpersonen stehen vor der Herausforderung, Patientinnen und Patienten von der Bedeutung einer nachhaltigen Zusammenarbeit im Ernährungsbereich zu überzeugen. Bei Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund können Überzeugungen, Werte und Normen hinsichtlich «gesunder  Ernährung» deutlicher von den Fachpositionen abweichen.

Zudem fühlen sich Fachpersonen und Institutionen oft in besonderer Weise herausgefordert, Migrantinnen und Migranten das Einhalten von Speisegeboten und -verboten zu ermöglichen.
Transkulturelles Hintergrundwissen erleichtert es Fachpersonen, in diesem sehr sensiblen und intimen Lebensfeld in eine fruchtbare professionelle Interaktion mit Migrantinnen und Migranten zu treten.