Soeben erschienen: «Dequalifiziert! Das ungenutzte Wissen von Migrantinnen und Migranten»

Haben Sie schon einmal bedacht, dass die Pflegeassistentin, die Sie im Spital betreut, vielleicht gelernte Anwältin ist? Oder dass der Herr mit dunkler Hautfarbe, der im Zug die Snackbar bedient, ein Ärztediplom besitzt? Die neuste Broschüre des SRK thematisiert die Dequalifikation von Migrantinnen und Migranten.

Migrantinnen und Migranten aus Staaten, die nicht der Europäischen Union (EU) oder der Europäischen Freihandelszone (EFTA) angehören, sind drei- bis viermal häufiger von Dequalifikation betroffen als Schweizerinnen und Schweizer. Genau diejenigen Bevölkerungsgruppen, von denen manchmal behauptet wird, sie würden sich schlecht integrieren (lassen), erhalten also schlechte Voraussetzungen, um sich bei uns zum Vorteil aller einzubringen.

Neben den Anforderungen, die Migration ohnehin stellt, bedeutet dieser berufliche Abstieg eine zusätzliche Belastung. Wie gehen Betroffene mit dieser Situation um? Und wie könnten sie besser in ihrem Integrationsprozess unterstützt werden? Diesen und weiteren Fragen geht Carole Berthoud in der neusten Publikation des SRK «Dequalifiziert! Das ungenutzte Wissen von Migrantinnen und Migranten in der Schweiz» nach.

Herzstück der neuen Broschüre bilden 13 Porträts von qualifizierten Migrantinnen und Migranten, die in der Schweiz einen beruflichen Abstieg erlebt haben. Die Ursachen und Folgen dieser Situation, aber auch eingesetzte Ressourcen und Bewältigungsstrategien der Betroffenen werden in der Publikation beleuchtet. Aufgrund der Resultate der Untersuchung werden in der Broschüre weiter Empfehlungen und Anregungen gegeben, wie institutionelle und gesellschaftliche Hürden für die besagte Migrantengruppe abgebaut werden können, um ihren Integrationsprozess zu fördern.

Die Broschüre der Publikationsreihe «Im Fokus» richtet sich an Fachpersonen aus Politik und Wirtschaft sowie an Sachkundige aus den Bereichen Integration, Arbeit und Bildung. Sie ist ausserdem für dequalifizierte Migrantinnen und Migranten selbst und für eine breite, interessierte Leserschaft leicht verständlich und informativ.