Engagement des Schweizerischen Roten Kreuzes

Rotes Kreuz beteiligt sich am UNO-Flüchtlingspakt

Das Schweizerische Rote Kreuz setzt sich seit Jahren für den Familiennachzug, humanitäre Visa und Resettlement als legale Zugänge zu internationalem Schutz für Geflüchtete ein. Der globale Pakt für Flüchtlinge der UNO-Generalversammlung vom Dezember 2018 stützt dieses Engagement. Das Schweizerische Rote Kreuz begrüsst daher auch das Engagement der Schweizer Behörden in diesem Bereich und empfiehlt diesen eine enge Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft.

Der Flüchtlingspakt wurde am 17. Dezember 2018 von der UNO-Generalversammlung verabschiedet. In dieser nicht bindenden Empfehlung an die Mitgliedstaaten der UN werden globale Massnahmen für Flüchtlingsfragen empfohlen.

UNO-Flüchtlingspakt
Ziel des Flüchtlingspakts ist die Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit bei grossen oder langanhaltenden Fluchtbewegungen. Der globale Pakt für Flüchtlinge basiert auf der Genfer Flüchtlingskonvention. Die Konvention legt fest, wer ein Flüchtling ist und welche Rechte er oder sie gegenüber den Unterzeichnerstaaten erhält. Zudem definiert sie Pflichten, die anerkannte Flüchtlinge gegenüber dem Gastland erfüllen müssen. 

Grundsatz der Menschlichkeit

In Übereinstimmung mit dem Grundsatz der Menschlichkeit hat sich die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung aktiv an den Verhandlungen beteiligt. Das Schweizerische Rote Kreuz begrüsst die Idee einer verstärkten Zusammenarbeit aller Akteure im Flüchtlingsbereich und die damit verbundenen Ziele.

Engagement des Schweizerischen Roten Kreuzes

Mit Unterstützung vor Ort, Hilfestellungen bei der Suche nach vermissten Personen, Resettlement sowie Beistand bei Familiennachzug, humanitären Visa oder Rückkehrberatung beteiligt sich das Schweizerische Rote Kreuz aktiv an der Umsetzung des Flüchtlingspakts. Zudem fördern die Rotkreuz-Kantonalverbände die Integration und Selbständigkeit der Flüchtlinge mit entsprechenden Angeboten wie zum Beispiel Tandems oder Sportnachmittagen. Folgende Ziele des globalen Pakts für Flüchtlinge sind aus Sicht des Schweizerischen Roten Kreuzes von zentraler Bedeutung:

  • Verbesserung der Zukunftsperspektiven in den Herkunftsländern
  • Stärkung der Selbstständigkeit der Flüchtlinge
  • Sichere und würdige Rückkehr ins Herkunftsland
  • Optimierung der Aufgabenteilung
  • Hilfe für die Aufnahmeländer und -gesellschaften
Resettlement-Programme
Besonders verletzliche Flüchtlinge (wie zum Beispiel Frauen, Kinder und Kranke) werden mittels UN-Resettlement-Programmen in ein Drittland geflogen und dort dauerhaft angesiedelt. Resettlement ermöglicht die Einreise mit Zustimmung des Zielstaats und schützt dadurch vor den Risiken der gefährlichen, irregulären Fluchtwege. Einzelne Rotkreuz-Kantonalverbände beteiligen sich an diesen Programmen, indem sie die Geflüchteten unterbringen und bei der Integration unterstützen.  

Familiennachzug

Obwohl die Genfer Flüchtlingskonvention den Grundsatz der Familieneinheit für Flüchtlinge festhält und auch weitere internationale Konventionen den Schutz der Einheit der Familie gewährleisten, wird der Familiennachzug sowohl in Europa wie auch in der Schweiz immer mehr eingeschränkt. Das Schweizerische Rote Kreuz anerkennt aus seiner Arbeit die grosse Bedeutung der Einheit der Familie als Grundrecht sowie als Grundlage für Integration. Es setzt sich auf politischer sowie rechtlicher Ebene dafür ein, dass die gesetzlichen Grundlagen eingehalten werden.

«Menschen mit vermissten oder von ihnen getrennten Angehörigen leiden häufig unter gravierenden psychischen Problemen, wenn ihre Nächsten nicht bei ihnen sind. Dies führt vielfach dazu, dass sie kein normales Leben führen können und nicht imstande sind, sich im neuen Land zu integrieren.»

Nicole Windlin, Leiterin Suchdienst, Schweizerisches Rotes Kreuz

Zum Schutz des Familienverbandes und zur Stärkung der Selbstständigkeit setzt sich das Schweizerische Rote Kreuz gemeinsam mit Akteuren der Zivilgesellschaft bei den Behörden für die Ziele des globalen Pakts für Flüchtlinge ein.