Mehr Verständnis für berufstätige pflegende Angehörige

Am 4. März, dem traditionellen Tag der Kranken, wird dieses Jahr zu Solidarität mit pflegenden Angehörigen aufgerufen. Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist fordert von den Arbeitgebern mehr Verständnis, damit sich Beruf und Pflege vereinbaren lassen. Sie weiss, wovon sie spricht: Sie hat selbst ihren Mann gepflegt.

In der Schweiz betreuen oder pflegen 220'000 bis 250'000 Frauen und Männer ein älteres, krankes oder behindertes Familienmitglied zu Hause. Damit ermöglichen sie ihrem Vater, ihrer Mutter, ihrem Ehepartner oder ihrem Kind, weiterhin in der vertrauten Umgebung zu leben. Die Betreuung eines Angehörigen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die hohe Anforderungen stellt. Sie wirkt sich nicht nur auf das Familienleben aus, sondern auch auf die Gesundheit, die sozialen Kontakte, die Arbeit und das Einkommen. Deshalb ist es wichtig, die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu thematisieren.

Berufstätigkeit beibehalten oder aufgeben?

In einem Medienaufruf weist die Aargauer Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist auf die grosse Herausforderung hin, Beruf und Pflege unter einen Hut zu bringen. Berufstätige pflegende Angehörige stellen sich viele Fragen: «Sollte ich den Beruf aufgeben, um allen Ansprüchen gerecht zu werden? Kann ich es mir leisten, auf die Erwerbsarbeit zu verzichten, und kann ich es mir gegenüber dem Pflegebedürftigen leisten, sie weiterzuführen? Die Verantwortung drückt schwer und der optimale Weg ist weit weg.»

Aus gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und menschlichen Gründen muss es möglich sein, Beruf und Pflege miteinander zu vereinbaren. Christine Egerszegi-Obrist weiss: «Es braucht verständnisvolle Arbeitgeber, die flexible Arbeitszeiten erlauben, eine gute medizinische Versorgung mit zuverlässigen ambulanten Diensten und ein hilfsbereites soziales Netz, das trägt.»