aus dem Jugendmagazin «ready for red cross»

Zeit für Blended Learning beim Samariterbund

Du siehst jemanden im Zug, der sein Handy auf und ab bewegt und fragst dich, was mit dieser Person nicht stimmt? Nun, vielleicht ist sie gerade dabei, den modernisierten Nothilfekurs der Samariter vorzubereiten, welcher Selbstlern- und Präsenzteil klug kombiniert: Blended Learning heisst das Zauberwort.

von Larissa Werren, JRK Kanton Luzern

«Wir wollen mit der Zeit gehen», sagt Christoph Meier, Leiter Bevölkerungskurse beim Schweizerischen Samariterbund, als ich ihn darauf anspreche, wieso sich die Samariter für einen revolutionierten Nothilfekurs entschieden haben. Der Blended-Learning-Kurs besteht nämlich aus einer Kombination von Selbstlernteil, der ganz einfach per App erledigt wird, und Präsenzteil, der ergo nur noch einen Tag in Anspruch nimmt. «Wir wollen vor allem Jugendliche erreichen, und dafür müssen wir modern bleiben. Junge Leute sind mobil und das Einzige, was stets dabei ist, ist das Smartphone. Diesen Fakt wollten wir berücksichtigen.»

Was ist eigentlich Blended Learning?

Blended Learning – oder auf Deutsch Integriertes Lernen – bezeichnet eine kombinierte Lernstrategie, die herkömmlichen Präsenzunterricht und E-Learning verbindet. In Bezug auf den Notfhilfekurs wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das theoretische Wissen per App beigebracht, sodass sie effizient und ihrem eigenen Tempo entsprechend lernen können. Dabei werden den Interessenten nicht nur Informationen gegeben, sondern sie sind bereits da direkt eingebunden und arbeiten interaktiv. Ein Bespiel gefällig? Für die Herzmassage muss der Lernende sein Smartphone auf und ab bewegen und bekommt daran anschliessend eine Rückmeldung, wie gut sein Rhythmus war. Face-to-Face wird der Fokus dann auf das praktische Üben der Notfallsituationen gelegt. Wieso das sinnvoll ist? Im Präsenzteil kommen qualitativ hochwertige Fragen, weil sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits selbstständig mit den Grundlagen auseinandergesetzt haben. Zudem wird keine Zeit mit Frontalunterricht vergeudet, wobei die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht aktiv integriert sind, sondern der Kursleiter bzw. die Kursleiterin kann das Vorwissen der Teilnehmenden direkt in den praktischen Übungen abholen. Daraus ergibt sich auch ein zeitlicher Vorteil: Der Präsenzteil beschränkt sich auf nur einen Tag, was sich auch kostentechnisch positiv auswirkt.

Erste Hilfe Spiel App des Schweizerischen Samariterbunds
Trainiere «Erste Hilfe leisten» in 8 Mini-Lernspielen. Das in der App erlernte Vorwissen kann im zeitlich verkürzten Präsenzteil des Nothilfekurses Blended Learning direkt angewendet werden. Die App ist im App-Store und Google-Play gratis erhältlich.

Wie gehts weiter?

Momentan möchten sich Christoph Meier und sein Team vor allem auf eins konzentrieren: Evaluation. «Wir sind sehr zufrieden mit unserem Ergebnis, aber möchten natürlich nicht stehenbleiben. Unser Ziel ist es, Feedbacks der Teilnehmenden und Kursleitenden zu analysieren, sodass wir unseren Nothilfekurs noch weiter optimieren können.» Bis jetzt stehen die Sterne gut, denn die letzte Evaluation hat ergeben, dass die Kunden die Zufriedenheit mit dem Blended-Learning-Kurs insgesamt mit 5.5 von 6 bewertet haben. Trotzdem möchten die Samariter am Ball bleiben. «Wo wir noch Verbesserungspotenzial sehen, ist in Bezug auf die Qualität und die Bilder der App ‹Erste Hilfe Spiel›. Hier möchten wir vor allem in den nächsten Monaten unser Engagement und unsere Energie investieren», so Christoph Meier. Auf die Frage, was den Samaritern am wichtigsten ist, weiss er sofort eine Antwort: «Unsere Philosophie ist, Erste-Hilfe- Massnahmen einfach und verständlich zu vermitteln, sodass unsere Absolventinnen und Absolventen in Ernstsituationen beherzt Erste Hilfe leisten. Unser Motto lautet: JEDER kann Erste Hilfe leisten – Nur Nichts tun ist Falsch!»